Jubiläum: Raban lässt Kirchberg jubeln

Mit ihrem Stadtfeiertag am kommenden Wochenende begehen die Kirchberger in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Vor 750 Jahren ist Kirchberg in einer Urkunde zum ersten Mal erwähnt worden.

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  • Nicht nur für den Ersten Mann des Magistrats, also Bürgermeister Ohr, der Höhepunkt des Stadtfeiertags: der Feuerzauber in der Poststraße zum Abschluss des mittelalterlichen Markts. Archivfotos: Hartmut Volk 1/2
    Nicht nur für den Ersten Mann des Magistrats, also Bürgermeister Ohr, der Höhepunkt des Stadtfeiertags: der Feuerzauber in der Poststraße zum Abschluss des mittelalterlichen Markts. Archivfotos: Hartmut Volk
  • Die Landfrauen bieten außer Kutteln auch in Schmalz gebackene "Kirchberger Stadtmäuse" an. 2/2
    Die Landfrauen bieten außer Kutteln auch in Schmalz gebackene "Kirchberger Stadtmäuse" an.
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Die Ursprünge der Stadt Kirchberg reichen - mindestens - zurück bis zum 23. Dezember 1265. Dieses Datum trägt eine Schenkungsurkunde, mit dem ein Lupold von Nordenberg zwecks Förderung seines Seelenheils einem Frauenkloster in der Rothenburg eine Reihe von Gütern übereignete. Als Zeuge setzte ein "Rabeno de Kirchperch" seinen Namen unter das Dokument, womit Ritter Raban, der die erste Burg an der Stelle des heutigen Schlosses erbaut hat, vor 750 Jahren als frühester bekannter Kirchberger in die Geschichte eingegangen ist.

Diesem Jubiläum ist der Stadtfeiertag gewidmet, der in diesem Jahr zum achten Mal mit einem mittelalterlichen Markt verbunden ist. Der Blick zurück in die Geschichte ist in Kirchberg also selbstverständlich, auch wenn der Stadtfeiertag eigentlich an die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1373 erinnert.

Zwei Tage lang herrscht in der Poststraße, an der Orangerie und im Hofgarten ein buntes Treiben. Bürgermeister Stefan Ohr freut sich besonders auf die Vagabunden, Spielleute und Scharlatane, die die Stadt bevölkern. "Insbesondere der Abschluss mit dem Feuerspektakel ist für mich immer ein Höhepunkt des Markts." Als "Erster Mann des Magistrats" wird Ohr den Markt am Samstag um 10 Uhr eröffnen.

59 Händler und Handwerker haben sich zum Markt angemeldet - vom Kuchenbäcker und Silberschmied bis zum Bernsteinschleifer und Knochenschnitzer. Zu den Akteuren gehören unter anderem Oskar der Gaukler, Zauberer William, die Musikgruppe Rebule "aus böhmischen Landen" die "Heurekapelle" und die Märchenerzählerin "Gudrun von der Weyegold" aus Langenburg.

Zum ersten Mal gibt es in Kirchberg ein Kinderritterturnier, bei dem die Kinder als Ritter oder Burgfräulein Ausdauer und Geschick beweisen können. Und die Spielleute führen ein Schauspiel auf, mit dem sie das Jubiläum aufgreifen: "Ritter Raban von Sulz-Kirchberg" ist am Sonntag um 14.30 Uhr auf der Bühne in der Poststraße zu sehen.

Natürlich dürfen beim Stadtfeiertag zwei traditionelle Programmpunkte nicht fehlen: die Jungviehprämierung der Rinder-Union und die Mostprobe des Naturschutzbunds, die am Samstag ab 10.30 Uhr auf dem Frankenplatz beginnen. Die Landfrauen aus Lendsiedel servieren hier ihre beliebten sauren Kutteln, und der Ortsbauernverband Kirchberg trägt ein Ratespiel bei. Gegen 12 Uhr haben die Jungzüchter mit ihren Kälbern ihren großen Auftritt. Der Lendsiedler Ortsvorsteher Bernhard Röder moderiert um 13.30 Uhr ebenfalls am Frankenplatz das Wettsägen.

250 Bogenschützen aus ganz Deutschland werden zum Jagdbogenturnier erwartet, das der Bogenschützenverein "Bow Hunters" aus Obersontheim an beiden Tagen ausrichtet. Auf einem vier Kilometer langen Parcours rund um Kirchberg werden 30 Stationen aufgebaut, an denen die Schützen mit Lang- oder Reiterbogen ihre Treffsicherheit beweisen können. Wenn das Wetter mitspielt, wird die Bielriet-Falknerei aus Cröffelbach ein Greifvogellager einrichten.

Am Stadtfeiertag beteiligen sich auch die Künstler im Kirchberger Schloss. Sie richten an beiden Tagen ihr viertes Kulturwochenende aus, zu der die Gemeinschaftsausstellung "Tryptychon" gehört. Sie wird am Samstag um 11 Uhr eröffnet.

Weitere Aktionen zum Kirchberger Jubiläum

Aus Anlass der ersturkundlichen Erwähnung Kirchbergs gibt die Stadt Kirchberg eine Festschrift heraus, die im Herbst erscheinen soll. Ein Kirchberg-Film, an dem der VHS-Filmclub Crailsheim arbeitet, greift historische Bezüge auf. Er wird bei einem Festakt am 7. November gezeigt. Der Heimatforscher Hans-Friedrich Pfeiffer hält an diesem Abend einen Vortrag über die Urkunde von 1265. Auf Einladung des Museums- und Kulturvereins spricht Dr. Markus Naser, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg, am 8. Oktober über "Kirchberg und die Welt um 1265". Im Schlossmuseum ist während des ganzen Jahres eine Ausstellung zum Jubiläum zu sehen. Sie kann sonntags um 14 Uhr während einer Schlossführung und nach Vereinbarung mit Alfred Albrecht (Telefon 0 79 54 / 4 02) besichtigt werden.

ERZ

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