Jetzt ist sie auch offiziell Pfarrerin

Julia Glock ist gestern Vormittag ganz offiziell als Pfarrerin von Unterdeufstetten und Bernhardsweiler eingesetzt worden. Sie ist in den Gemeinden alles andere als eine Unbekannte.

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Julia Glock darf sich jetzt Pfarrerin nennen. Bei der Investitur begleiteten sie Dekan Dalferth (rechts) und Schuldekan Nonnenmann. Foto: Ute Schäfer

"Eine Investitur", sagte Dekan Dr. Winfried Dalferth. "Was tun wir da eigentlich?" Auch wenn das Wort vom lateinischen "vestiere" (einkleiden) stamme, bekomme Julia Glock doch keinen neuen Talar überreicht - jene Kleidung der Pfarrer und Richter, die der Amtstracht der mittelalterlichen Professoren nachempfunden ist. "Eine Investitur bedeutet heute vielmehr, dass eine Amtsübertragung stattfindet."

Mit anderen Worten: Seit gestern ist Julia Glock offiziell Pfarrerin von Unterdeufstetten und Bernhardsweiler - auch wenn sie die dazugehörigen Aufgaben schon seit einem halben Jahr versieht. Doch als die Pflichtvakatur in Unterdeufstetten und Bernhardsweiler vor einem halben Jahr endete, war Glock noch nicht "bewerbungsfähig", und so kam sie erst mal vorläufig ins Pfarrhaus - mit dem Ziel, zu bleiben.

Ihr Werdegang in Kürze: Nach dem Abitur im Jahr 2000, einem sozialen Jahr in Frankreich und dem Theologiestudium in Tübingen kam sie als Vikarin nach Lorch und 2011 als Pfarrerin zur Dienstaushilfe zu Dekan Dalferth. Als solche war sie auch in den Wäldergemeinden unterwegs. "Als Höhepunkt habe ich damals den Buß- und Bettagsgottesdienst in Bernhardsweiler erlebt, den die Konfirmanden und die Gruppe ,Ni Kantas mitgestalteten", sagte Pfarrerin Glock.

Neben der Vorstellung des neuen Pfarrers gehören zu einer Investitur auch ein festlicher Gottesdienst, hier umrahmt vom Kirchen- und dem Posaunenchor, ein Besetzungsgremium und drei Zeugen - es waren die Aalener Pfarrerin Caroline Bender, die Repetentin des evangelischen Stifts in Tübingen Antje Klein, und Schuldekan Hans-Jürgen Nonnenmann. Sie bescheinigten der neuen Pfarrerin, dass sie Dingen auf den Grund gehe, aber auch gut gegründet sei.

Nun gab Dekan Dalferth den Segen - das ist der Höhepunkt der Investitur - und dann war es endlich so weit: Erstmals als "echte" Pfarrerin kletterte Julia Glock die steilen Stufen zur Kanzel hinauf, zupfte sich das Beffchen gerade, schaute zu "ihrer" Gemeinde hinunter und begann die Predigt. Sie beschäftigte sich gleich mit der Frage aller Fragen: Wie kann Gott es zulassen, dass Menschen leiden, dass Unrecht geschieht? Warum ist es bisweilen so schwer zu glauben?

Die Pfarrerin zog den ersten Jakobusbrief zu Rate, der die "Versuchung" thematisiert. "Doch auch Luther weiß, was bei solchen Fragen hilft." Nämlich wenn andere für einen beteten, wenn man Trost fände in der Musik. "Wenn du verzweifelt bist, fliehe zu Gott am Kreuz", sagte Glock. Und weiter: "Gott lässt sich bitten. Er nimmt die Not wahr." Wer durchs finstere Tal wandere, der könne sicher sein: Er ist nicht allein.

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