Jetzt haben die Hexen das Sagen in Stimpfach

Der Stimpfacher Bürgermeister ist ohne Amt. Einfach abgesetzt, macht- und arbeitslos und trotzdem glücklich und zufrieden. Das sind auch die Hexen, die das Regiment auf dem Rathaus übernommen haben.

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  • Bürgermeister Matthias Strobel steuert den neuen Shuttle-Bus. Fotos: Wolfgang Rupp 1/3
    Bürgermeister Matthias Strobel steuert den neuen Shuttle-Bus. Fotos: Wolfgang Rupp
  • Guggenmusiker dürfen bei einem Faschingsumzug nicht fehlen. 2/3
    Guggenmusiker dürfen bei einem Faschingsumzug nicht fehlen.
  • Auch die Kleinsten waren am Vormittag mit dabei. 3/3
    Auch die Kleinsten waren am Vormittag mit dabei.
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Nein, wirklich überraschend war dieser Machtwechsel nicht und wirklich verhindern wollte ihn auch niemand. Nicht einmal die ansonsten so getreuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses. Um nicht als Verräter identifiziert werden zu können, hatten sie sich als Tiere verkleidet. In dieser Rolle schauten sie völlig ruhig und gelassen zu, wie gestern Vormittag ein ganzes Hexenheer das Gebäude stürmte, um ihrem Chef nicht an den Kragen, aber immerhin an die Krawatte zu gehen. Matthias Strobel nahm es gelassen, räumte ohne jeglichen Widerstand seinen Schreibtischsessel und übergab damit die Schlüsselgewalt an die Hexen - bis zum Aschermittwoch.

Wo sonst viel und hoch konzentriert gearbeitet, Akten studiert, Zahlen gewälzt und Protokolle geschrieben werden, wurde an diesem Gumpendonnerstagvormittag zu den Klängen von Saxofonen gesungen und getanzt, Sekt getrunken und Fastnachtsküchle gegessen und wichtige kommunalpolitische Entscheidungen getroffen. "Was die Crailsheimer können, können wir schon lange" war sich das Hexengremium einig, beschloss kurzerhand die Einführung eines eigenen Kennzeichens "STI", verteilte entsprechende Aufkleber und ließ Reservierungs- und Ausgabeanträge unterschreiben. Und der Wunsch nach einem Wunschkennzeichen musste begründet werden: Ureinwohner eingeheiratet, besondere innere Verbindung, aus Überzeugung. Natürlich setzte der Bürgermeister sofort seinen Matthias Strobel unter den Antrag, voller Genugtuung und mit strahlendem Gesicht. Und nicht weniger strahlte Kämmerer Wilhelm Hanselmann mit seinem gerade erworbenen, mehr oder weniger aufgedrängten "STI". Ob dem Crailsheimer angesichts dieses Bekenntnisses jetzt der Verweis aus der Großen Kreisstadt droht?

Vor dem Rathaus warteten die Kleinen aus den Kindergärten Stimpfach, Weipertshofen und Rechenberg sowie die Schüler der Kaspar-Mettmann-Schule, Eltern und Großeltern, Guggenmusiker und Feuerwehr. Und immer wieder ertönte der Schlachtruf "ha no, ha wia, ha wa" und immer wieder wurde ein Lied angestimmt und immer wieder sorgten Hexen Sabine Widmann, Margit Frank und Silvia Abendschein für Lacher, ob sie nun den hohen Herren eine Narrenkappe aufsetzten, auf die Heirat von Matthias und Bianca prosteten, die Kennzeichenreservierung vorstellten oder den neuen Shuttle-Bus, der mangels örtlicher Einkaufsmöglichkeiten künftig zwischen Stimpfach und Jagstzell verkehren wird.

Seine erste Runde drehte er zusammen mit den vielen bunt maskierten Kinder durchs Dorf, in dem der Fasching seit jeher eine große und wichtige und schöne Rolle spielt. Weiter geht es mit den Prunksitzungen am Samstag- und Rosenmontagabend, bei dem die "Hainehexa" allerdings keine Rolle spielen. Für sie steht der Altweiberfasching am Gumpendonnerstag im Vordergrund. An diesem Tag wird nicht nur das Rathaus gestürmt und ein Umzug veranstaltet, sondern auch die Bank überfallen und mit dem dort erbeuteten Geld beim Rüdenauer gezecht, bis nichts mehr übrig ist.

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