Jesus sagt: Nimm dir Zeit für Gott

Gedanken zum Sonntag von Dekan Dr. Winfried Dalferth aus Crailsheim.

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An der falschen Stelle sparen muss nicht sein - meint Dekan Dalferth. "Unwichtiges loslassen befreit von Ballast", schreibt er. Foto: Fotolia / Thomas Klee

Sparen. Sparen lohnt sich nicht mehr. Der geringe Zins, den man für seine Geldeinlagen noch bekommt, zeigt, dass Sparen unbedeutend geworden ist. Da ist es doch besser, alles Geld auszugeben. Da hat man wenigstens noch etwas davon. Ist das Geld dann weg, hilft einem sicher irgendjemand in unserem Sozialstaat. Ist das die Lösung?

Keineswegs. Auf was es ankommt, wird deutlich, wenn wir den Begriff wechseln: sich konzentrieren. Wo Menschen unkonzentriert nach allen Richtungen Geld ausgeben und kaufen, was vor die Augen kommt, oder nach dem greifen, wonach einem der Mund wässrig gemacht wird, da sind sie bald am Ende, nicht nur finanziell.

Wo Menschen alle Informationen, die sie erreichen, an sich heranlassen und sich damit beschäftigen, sind sie bald mit ihrer Kraft am Ende. Die Lebenskräfte reichen nicht mehr, wichtig und unwichtig zu unterscheiden. Leicht keimen seelische Krankheiten.

Wer zufrieden leben will, sollte restlos ausgrenzen, was nicht zu seinen Lebensziel gehört. Wer glücklich sein will, sollte sparen - oder sich konzentrieren: Werbung im Briefkasten ungelesen wegwerfen, Werbung im Fernsehen übersehen, sich von unnötigen Informationen, die einem aufgedrängt werden, fernhalten. Ist das Unnötige erst einmal aussortiert, fällt das Nötige deutlicher ins Auge. Zudem ist die Zeitersparnis ganz erheblich: Die vielen kleinen Zeiteinheiten, die zur Bearbeitung unwichtiger Informationen benötigt werden, ergeben zusammengenommen ein schönes Stück Lebenszeit, das besser genutzt werden könnte.

Jesus sagt in vielerlei Sprachbildern: Nimm dir Zeit für Gott, und dein Leben sortiert sich automatisch.

Markus 8, 36: Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nehme an seiner Seele Schaden? Mit anderen Worten: Was auf dem Konto angelegt ist, kann man zwar zählen, aber es zählt letztlich nicht angesichts der Ewigkeit.

Oder Matthäus 25,40: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan. Mit anderen Worten: Was beim beruflichen Arbeitszeitkonto als Verdienstausfall gerechnet werden muss, hat auf dem menschlichen Wertekonto große Segensverheißung. Mitmenschlich da sein macht reicher als aller Verdienst.

Oder Markus 10, 25: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in den Himmel komme. Mit anderen Worten: Der göttliche Kriterienkatalog, der zusammengefasst ist in der Gottes- und Nächstenliebe, bewertet unsere menschlichen Denksysteme von Reich und Arm um.

Oder Matthäus 6, 33: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Mit anderen Worten: Man könnte sich viel Stress im Leben sparen, wenn man sich auf das Wesentliche im Leben konzentriert.

Jesus gibt Orientierung. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer nichts braucht. Die Vielfalt des Lebens erschließt sich dem Gott Vertrauenden leichter. Unwichtiges loslassen befreit von Ballast und bereitet Lebensfreude. An der falschen Stelle sparen muss nicht sein.

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