Jeder Bürger kann beitragen zum ökologischen Imkern

Ein Vortrag zum Thema "ökologisch Imkern" hat die Jahreshauptversammlung des Bezirksimkervereins Gerabronn bereichert. Zudem gab es einen Ausblick auf das anstehende Vereinsjahr.

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Viele neue Impulse zum Thema "ökologisch Imkern" lieferte Dr. Claudia Bentzien mit ihrem Vortrag. Privatfoto: Norman Krauß

Im Jahresbericht des Vorsitzenden Erich Rothfuß wurde wieder einmal deutlich, dass kein Bienenjahr dem anderen gleicht und jedes Jahr für Überraschungen sorgen kann. Nachdem ohnehin schon bis zu 30 Prozent der Bienenvölker dem Winter 2011/12 zum Opfer gefallen waren, sorgte ein Kahlfrost im Februar für weitere Totalausfälle - bei der Haupttrachtpflanze Raps. Dies und das Ausbleiben einer nennenswerten Waldtracht führte zu einem nur unterdurchschnittlichen Honigertrag im Jahr 2012.

Im Rückblick auf die angebotenen Monatsveranstaltungen zeigte sich der Vorsitzende enttäuscht: Die vielfältigen Angebote fanden mitunter nur mäßiges Interesse der 88 Vereinsmitglieder. Eindringlich appellierte Rothfuß, im neuen Jahr das Vereinsprogramm regelmäßig und zahlreich anzunehmen.

Mit einem leichten Bilanzgewinn konnte Kassier Hartmut Gerlinger das Finanzjahr 2012 abschließen. Da auch nennenswerte Rücklagen vorhanden sind, kann der Verein weiterhin in finanziell gesicherten Verhältnissen leben. Kassenprüfer Uwe Muley bescheinigte eine tadellose Kassenführung.

Aufmerksame Zuhörer und Fragensteller fand Dr. Claudia Bentzien (Esslingen) mit ihrem Vortrag über "ökologisch Imkern". Als ökologisches Imkern bezeichnet die Autorin des gleichnamigen Buches - sie ist selbst leidenschaftliche Imkerin - eine "Bienenhaltung, die das Wesen der Biene, ihre Beziehungen zur Umwelt und zur Natur in den Mittelpunkt stellt". Wesentlich sei auch die kritische Prüfung aller Eingriffe ins Bienenvolk, die vom Imker vorgenommen werden, wie zum Beispiel schwarmverhindernde Maßnahmen. Ein ökologisch arbeitender Imker achtet auf die Qualität des als Honigersatz gegebenen Zuckerwassers und lässt Naturwabenbau ohne Mittelwandvorgabe zu.

Maßnahmen, die ökologischem Imkern entgegen stehen, beeinträchtigen der Referentin zufolge natürliche, seit Jahrtausenden existierende Fakten: "Sobald der Mensch in ein System eingreift, manipuliert er natürliche Vorgaben und zerstört ein Stück Ursprünglichkeit." Als oft praktizierte Beispiele hierfür führte sie die künstliche Besamung sowie das Flügelschneiden von Königinnen zur Schwarmverhinderung an. Beiträge zu einem Imkern im Einklang mit der Natur könnten über die Imkerschaft hinaus viele Bürger leisten. Viele könnten mithelfen bei der notwendigen Vermehrung blühender Landschaften: Gartenbesitzer durch insektenfreundliche Blumen, Stauden und Sträucher mit langer Blühdauer und durch Insektenhotels, Kommunen können durch gezielte Baumauswahl und Bienenweidepflanzen auf öffentlichen Flächen gute Beiträge leisten. Landwirte schließlich haben Möglichkeiten durch ein größeres Angebot an pflanzlicher Vielfalt, durch Blühstreifen, Ackerraine oder Pflanzungen von Feldhecken.

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