Jeden an die Kunst heranführen

Events, Workshops, Gesprächsgruppen, Hobbyausstellungen: Es gibt viele Ideen für die kommende Saison, mit denen das Gailsbacher Pahl-Museum morgen in die Winterpause geht - auch was das Gebäude angeht.

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Rund 80 Gäste kommen am 1. Juni zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Erika Bader ins Pahl-Museum. Solche Aktionen werden in der Saison 2014 mit guten Besucherzahlen belohnt.  Foto: 

Grundsätzlich ist Kustos Adam Matheis mit dem Besuch in diesem Jahr zufrieden - zumindest was Aktionstage wie die Vernissage zur Ausstellung von Erika Bader im Juni angeht. "Nur der Einzelbesuch lässt zu wünschen übrig", berichtet er. Es seien nur einzelne Wanderer, die auf dem Limes-Pfad unterwegs sind, die unverhofft herein schneien. Dafür hat er aber mehrere interessante Gruppen geführt, manche war 25-köpfig. Die Nichte der Künstlers Manfred Pahl, die in Stuttgart wohnt, sende auch immer wiedere kleinere Kreise von Interessenten nach Gailsbach.

Vom monatlichen Sonntagscafé ist der Freundeskreis wieder abgekommen. "Wir wollen lieber einzelne Events wie die Finissage am Sonntag gestalten", verrät Udo Kallina vom Freundeskreis. Dafür sorge man dann für die Bewirtung.

Fest angepackt haben die rund 25 Mitglieder, damit das Gebäude saniert wird. Matheis weiß das zu schätzen: "Durch den unheimlich aktiven Freundeskreis ist auch die Akzeptanz des Museums größer geworden." Rund 35000 Euro an Geld und Sachspenden wurden für die Sanierung zusammengetragen, viele ehrenamtliche Stunden geleistet. "Wir haben der Gemeinde bewiesen, dass wir die Sanierung stemmen können", so Kallina. Deshalb hätten sich die Aktiven nun auch eine Ruhepause verdient. Eigenleistungen seien noch im Bereich des Umfelds des Museumsgebäudes denkbar. Dort lagert im Moment das Baumaterial für die Straßensanierung in Gailsbach. Auch habe der Freundeskreis angeboten, nach und nach Decken in desolaten Ecken des Hauptgebäudes zu richten.

"Aber der Elan, Spenden zu sammeln, lässt nun nach", bittet Kallina um Verständnis. Weiter sei man froh, wenn Gelder eingingen, die Mitglieder seien allerdings am Ende ihrer Kraft. Die Gemeinde sei - laut einem Gespräch zwischen Kallina und Bürgermeister Damian Komor - allerdings wieder bereit, sich beim Pahl-Museum einzubringen.

Denn zwei bauliche Wünsche haben die Anhänger der Kunst noch: Zum einen fehlt ein geeigneter Zugang für Gehbehinderte, zum anderen würden die Verantwortlichen gern den Eingang zwischen Neu- und Altbau rücken. "Bisher brauchen wir nämlich immer zwei Aufsichtspersonen. Eine am Eingang und eine am Übergang in den Neubau", erklärt Kallina.

Dafür wolle der Freundeskreis neue Ideen entwickeln. "Wir wollen das Gebäude mit Leben füllen", sagt er. Beispielsweise sei eine Hobbyausstellung denkbar. "Egal ob Modellbau oder Buddelschiffe, wir haben so viele Talente in der Gemeinde", meint Kallina. Die Arbeit mit den Nachwuchskünstlern der Helmut-Rau-Schule soll fortgesetzt werden. Außerdem bringen sich die Familien Salzbauer und Heck mit Workshops ein, in denen Gestecke gebastelt werden.

Fest steht, dass das Museum am 1. Mai 2015 mit einem Weißwurstfrühstück öffnen wird. "Und es wird nächstes Jahr eine Ausstellung mit Werken des Künstlers August Lechler geben, der auch das Wandbild in der Mainhardter Waldhalle gemalt hat", berichtet Matheis. Er könnte sich auch vorstellen, Grafiken Pahls auszustellen, die noch nie in Gailsbach gezeigt wurden.

Einig sind sich er und die Aktiven des Freundeskreises, dass man künftig nicht nur direkt Kunstinteressierte mit speziellen Aktionen ins Pahl-Museum locken wolle. Dabei wolle man die Gäste erst an die Kunst heranführen und ihnen die Möglichkeit geben, sie zu entdecken, wenn sie es möchten.

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