Jede Menge Kostbarkeiten - Willi Strohmeier eröffnet Museum in Brettheim

Wer zu Willi Strohmeier in die Scheune tritt, macht einen Schritt in längst vergangene Tage. Der Brettheimer hat jede Menge Kostbarkeiten zusammengetragen. Am Viehmarkt eröffnet er sein Museum.

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Wäre Willi Strohmeier bei seiner ursprünglichen Sammelleidenschaft geblieben, hätte er nicht so viel Platz gebraucht: Anstecknadeln und Bierdeckel hatten es ihm während seiner Schulzeit angetan. Doch die Objekte nahmen im Laufe der Jahre zu - zunächst in Größe, dann auch in Zahl. Und so kam zusammen, was am kommenden Mittwoch anlässlich des Brettheimer Viehmarkts erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert wird: eine Scheune voller Kostbarkeiten. Was da reglos nebeneinandersteht, vermittelt einen äußerst lebendigen Eindruck vom Landleben anno dazumal.

Da sind alte Bulldogs und Mopeds und Autos zu sehen. Pflüge und Strohschneider und Schleifmaschinen. Kartoffelwäscher und Wasserkessel und Butterfässer. Und und und. Kaum etwas führt den Wandel der Zeiten deutlicher vor Augen als Gegenstände, die noch vor 50 Jahren selbstverständlich zum Alltag gehörten und mit denen heute fast keiner mehr etwas anzufangen weiß. Strohmeier hat sie zusammengetragen und liebevoll hergerichtet.

Der Sammler hat einst Landmaschinenmechaniker gelernt und dann 35 Jahre lang als Fahrlehrer gearbeitet. Ein besonderes Schmankerl der Strohmeierschen Ausstellung ist deshalb ein voll eingerichtetes Fahrschulzimmer, das aussieht wie in den 1970er-Jahren - mit Motor-Modellen, Schautafeln, Ampeln, Holzstühlen.

Zum Heimatfest 1986 hatte Strohmeier einen alten Schlepper - einen "McCormick", Baujahr 1941, der auch in der Ausstellung zu sehen ist, - restauriert. Damit fing alles an. Nach der Jahrtausendwende reifte dann die Idee, die Scheune seines Bruders Hermann zum Museum umzufunktionieren. "Seit ich Rentner bin, arbeite ich nun vormittags im Museum oder restauriere alte Maschinen und Geräte", erzählt Strohmeier. Es gibt immer etwas zu erledigen. "Wenn mir der liebe Gott 100 Lebensjahre bei guter Gesundheit schenkt, wird das meiste getan sein."

Gleich in der Nachbarschaft von Strohmeiers Museum übrigens schlummert noch so ein Schatzkistlein. Darüber wacht Elsmarie Schmidt. Sie sammelt altes Spielzeug - vom Steiff-Bären über Puppen und entzückende Puppenstübchen bis hin zur Urform des Überraschungseis. Zwei Räume und der Flur in ihrem Wohnhaus platzen fast aus allen Nähten. Auch sie öffnet am Viehmarkt die Türen. Wer Schmidt anruft, kann ihr kleines Privatmuseum auch an anderen Tagen kostenlos besichtigen. Besonders ältere Semester sind dann regelmäßig ganz von den Socken. "Sie müssten die Gesichter sehen!", sagt Schmidt. "Manche alten Leute haben schon richtig geheult." Gegenstände sind eben nicht nur Gegenstände. Sie sind Erinnerung - und eine ganze Menge Gefühl.

Info Der Brettheimer Viehmarkt beginnt am Mittwoch, 12. März, um 9 Uhr in der Marktstraße. Die Ausstellungen (ebenfalls in der Marktstraße) öffnen um 14 Uhr.

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