Jawohl: Versprechen gehalten

Christian von Stetten (CDU) überlässt seinem grünen Kollegen Harald Ebner aus Kirchberg „zwei bis drei Wochen lang“ sein Elektro-Auto.

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Auf zur Probefahrt! Obwohl der Tesla 85 mit seinem Assistenzsystem autonomes Fahren verspricht, setzt Harald Ebner (links) unter den Augen von Christian von Stetten in Kirchberg erst mal persönlich zurück aus der Parklücke – vorsichtshalber.  Foto: 

War dies nun der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, um Humphrey Bogarts letzte Worte aus „Casablanca“ zu zitieren? Oder doch „nur“ der Auftakt zu einer letztlich legendären schwarz-grünen egierungs-Koalition nach der Wahl am 24. September? Wie auch immer: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten hat seinen Worten Taten folgen lassen und seinem grünen Kollegen in Berlin, Harald Ebner, am Mittwochmittag seinen Tesla-Zweitwagen für „zwei bis drei Wochen“ überlassen. „Testweise“.

Zugegeben: Ein ganz klein wenig „verranzt“ kommt die silberfarbene Elektro-Nobelkarosse schon daher. Ein paar Schrammen hier, ein paar Kratzer dort und zu allem Überfluss auch noch eine durch Hagel in Mitleidenschaft gezogene Heckscheibe. Aber: „Versprochen ist versprochen!“

Zugesagt hatte der Abgeordnete aus Künzelsau den Wagen beim Wahlforum der drei Kreiszeitungen am Dienstag in Ilshofen – und damit allgemeine Heiterkeit ausgelöst. Harald Ebner nämlich hatte da gerade dem Publikum erklärt, dass es ihm im gesamten Landkreis Hall nicht möglich gewesen wäre, ein Elektroauto zu kaufen. „Die einen hatten nur einen Vorführwagen, den sich nicht verkaufen wollten, die anderen konnten gleich auf Monate hinaus kein Modell liefern“, erklärte der Grünen-Abgeordnete jetzt bei der Übergabe samt Einweisung und Probefahrt in Kirchberg.

Im Ernst: Für voll genommen hatten von Stettens Ankündigung während des Forums sicher nicht alle. Das war doch wohl eher ein Gag, oder? Mitnichten! Die beiden Mandatsträger haben sich tatsächlich auf den Deal eingelassen, so dass Ebner nun unvermittelt unter die E-Mobil-Fahrer eingereiht werden kann. „Wenn mich meine Parteifreunde jetzt im Tesla anrauschen sehen, denken die womöglich, jetzt spinnt er völlig, der Ebner.“ Nur gut also, dass Christian von Stetten das vor drei Jahren angeschaffte amerikanische Fahrzeug nicht mit CDU-Wahlwerbung vollgespickt hat. Nur das dezente „CS“ hinter dem „KÜN“ auf dem Nummernschild könnte den wirklichen Eigentümer verraten.

Mit welchem Geschoss der Kirchberger MdB die nächsten Tage unterwegs sein wird, wurde bei der ersten Probefahrt deutlich. Auf knapp 400 „Pferdchen“ wird die Leistung eingestuft – und das ohne große Motorgeräusche. Von Stetten indes ist seit fünf Jahren überzeugter E-Mobil-Fahrer, hatte vor dem Tesla, der mit 400 Kilometern und Schnellladevorrichtung auf eine vernünftige Reichweite kommt, schon andere Elektroautos. „Wenig überzeugend, vor allem die deutschen Modelle“, gesteht er.

Auch da sind sich Ebner und Stetten einig: Die deutsche Automobil-Industrie hat viel versäumt und muss sich quasi vom US-amerikanischen Neueinsteiger Elon Musk vorführen lassen. Keine Frage: Der bodenständige Opel- Meriva-Fahrer Ebner könnte, so hat er zumindest angedeutet, durchaus zum Tesla-Fan werden. Nur die Ebnersche Garage in Kirchberg muss noch freigeräumt werden – zum Stromtanken. 

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