Jahresbilanz: LBV fest in der Region verankert

Eine zufriedenstellende Bilanz hat die LBV Schrozberg im hinter ihr liegenden Geschäftsjahr hingelegt. Dass nicht nur gejubelt wurde, lag an den deutlich geringeren Agrarpreisen für Getreide, Milch, Fleisch und Obst.

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Vorstandsvorsitzender Rudolf Herrmann und Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Heinz Bauer (von links) ehrten zusammen mit Geschäftsführer Wilhelm Thierauch (ganz rechts) langjährige LBV-Mitglieder (Namen siehe unten).  Foto: 

Gute Ernten und die russische Einfuhrsperre seit August 2014 haben die Agrarpreise unter Druck gesetzt. Das merkt letzten Endes auch eine im Vergleich zum Weltmarkt regional begrenzte Genossenschaft, wie jetzt bei der Generalversammlung LBV-Geschäftsführer Wilhelm Thierauch verdeutlichte. So wurden 2014 zwar weltweit und auch in Deutschland Rekordernten eingefahren, doch das sorgte an den Warenterminbörsen für Hänger. Interessant auch eine Tendenz bei den Ölsaaten: Während deutscher Raps lange Zeit zu etwa zwei Dritteln zu Biodiesel verarbeitet wurde, hat sich durch andere Ölimporte die Lage gewandelt. Laut Thierauch wird heute nur noch ein Drittel energetisch genutzt. Große Mengen gehen in den Export. Das ist nicht unerheblich für die LBV, denn bei Raps sind auch regional Anbauflächen und Erntemengen gesunken. "Aber wir werden weiter sehr gute Erzeugerpreise zahlen", kündigte der Geschäftsführer an.

Der Gesamtumsatz "seiner" Genossenschaft ist im Geschäftsjahr 2014 um rund 700 000 auf 61,9 Millionen Euro zurückgegangen, was in erster Linie dem Preisrutsch bei Getreide und Raps geschuldet war. Getreide notierte beispielsweise 2013 noch bei 20,25 Euro je Doppelzentner, 2014 waren es nur noch 17 Euro.

Stärkster Bereich der LBV ist die Versorgung der Mitglieder und Kunden mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln geblieben. Der Verkauf dieser Artikel machte circa 26,3 Millionen Euro aus, 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. An Futtermitteln - ebenfalls ein wichtiger Umsatzfaktor - hat die LBV im Berichtsjahr 50.000 Tonnen verkauft.

Stark beeinflusst werde das Futtermittelgeschäft von anderen Faktoren: Tierhaltungsverordnung, Richtlinien Tierwohl, Ammoniakausstoß sowie "Ideologien von Interessenvertretungen" nannte Thierauch als Einflüsse. Der Deutsche Raiffeisenverband habe sich kritisch zu Gutachten zur Nutztierhaltung geäußert. "Pauschale Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Tierhaltung in Deutschland will man dort nicht gelten lassen", sagte der Redner, "denn das würde bedeuten, dass in der Konsequenz die Produktion tierischer Lebensmittel in Staaten mit niedrigeren Tierschutzstandards verlagert würde". Er habe den Eindruck, so Thierauch weiter, "dass die Marktwirtschaft im Agrarsektor zur Planwirtschaft umgebaut werden soll".

Gut liefen im Berichtszeitraum das Saatgut- und das Pflanzenschutzgeschäft, doch vorrangig bei den Lebensmittelmärkten und den Bäckereifilialen habe die LBV gute Zuwächse verzeichnet. Der Bäckereiumsatz konnte auf 5,7 Millionen Euro gesteigert werden. Das führt - nur konsequent - dazu, dass die LBV in Schrozberg den Neubau ihrer Zentralbäckerei vorantreibt (das HT berichtete). Mit Kosten von rund 4,5 Millionen Euro ist hier zu rechnen.

LBV ist nicht nur in Schrozberg fest verankert

"Unsere Finanzierung ist geordnet", ließ Wilhelm Thierauch die Mitglieder wissen. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 hatte die Genossenschaft 998 Mitglieder (Vorjahr 1010). Der Bilanzgewinn machte 112 159 Euro aus und wird den Rücklagen zugeführt. Die Verbindlichkeiten wurden um rund 1,5 Millionen Euro reduziert. Die Mitglieder erhalten eine Warenrückvergütung von netto 0,3 Prozent. 110 Personen werden bei der LBV in Vollzeit, weitere 153 in Teilzeit beschäftigt, 19 Jugendliche in sechs Berufsfeldern ausgebildet. Keine Frage: Die LBV ist nicht nur in Schrozberg fest verankert.

Info Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat bestätigte die Versammlung Erwin Brümmer, Michael Häußermann, Thomas Palm und Günter Thorwarth. Matthias Stör wurde anstelle des verabschiedeten Karl Gerlinger neu ins Gremium gewählt. Martin Dürr aus Leuzendorf (bisher im Aufsichtsrat) wurde zusätzlich in den Vorstand gewählt.

LBV ehrt langjährige Genossenschaftsmitglieder

Bei der Generalversammlung hat die LBV etliche Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft in der Genossenschaft geehrt. 60 Jahre dabei sind Friedrich Liebing (Wallhausen) und Friedrich Vogt (Gammesfeld). Auf 50 Jahre blicken Friedrich Albrecht (Krailshausen), Gerhard Albrecht und Ernst Kellermann (beide Rot am See) sowie Albert Kreuzberger (Wallhausen) zurück.

40 Jahre LBV-Mitglieder sind Hans Barthelmäß (Schrozberg), Walter Boschet (Blaufelden), Friedrich Branz (Creglingen), Friedrich Busch (Blaufelden), Helmut Ehrmann (Rot am See), Karl-Heinz Ehrmann (Herrentierbach), Erika Kiesel, Richard Kister (beide Blaufelden), Ernst Lang (Kühnhard), Rudolf Lutz (Gerabronn), Hans-Dieter Rübling (Kleinansbach), Walter Steck (Amlishagen), Wolfgang Walther (Creglingen), Fritz Ziegler (Rot am See).

SWP

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