Jägervereinigung fordert bei Versammlung ein praxisgerechtes neues Jagdgesetz

Das neue Landesjagdgesetz, an dem die grün-rote Landesregierung derzeit arbeitet, macht den Jägern im Kreis Sorgen. Sie lehnen es beispielsweise ab, die Liste der jagdbaren Tierarten weiter zu kürzen.

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Rebhühner im Schnee: Trotz festgelegter Jagdzeit werden sie seit Jahren nicht mehr gejagt, um die Restbestände zu erhalten. Mit dem neuen Jagdgesetz soll die Liste jagdbarer Tierarten gekürzt werden - die Jäger sind dagegen. Foto: Archiv

Unter Jägern herrschen Unsicherheit und Ängste. "Umso wichtiger ist es, dass Jäger, Landwirte und Kommunen künftig stark zusammenhalten", sagt der Braunsbacher Bürgermeister Frank Harsch bei der Hauptversammlung der Jägervereinigung in der Burgenlandhalle.

Das sieht Helmut Bleher ähnlich. Der Geschäftsführer des Bauenverbandes Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems sprach bei der Versammlung ein Thema an, das im Jagdgesetz eine wichtige Rolle spiele und immer wieder für heftige Diskussionen zwischen Landwirten und Jägern sorge: Wildschäden. "Es ist natürlich notwendig, dass den Landwirten die tatsächlichen Schäden ersetzt werden. Diese Einnahmen dürfen aber nicht der Ernteabsicherung dienen", sagt er.

Um die Last bei Wildschäden nicht allein auf die Schultern der Jagdpächter zu legen, "wäre neben vertraglichen Regelungen im Jagdpachtvertrag, welche Jagdpächter entlasten, die Einführung einer Wildschadensausgleichskasse ein Instrument für fairen Ausgleich. Es würden dabei Jagdpächter, Grundeigentümer und Bewirtschafter gleichermaßen ins Boot genommen", so der Schwäbisch Haller Kreisjägermeister Wilfried Ziegler.

Der Vorsitzende der Jägervereinigung nennt weitere Themen wie Reviergrößen und Jagdverpachtung, die in der Novelle des Landesjagdgesetzes von Bedeutung sind. "Bewährte Reviergrößen beibehalten, das macht Sinn", sagt Ziegler. Für eine vernünftige Waldbewirtschaftung brauche der verantwortungsbewusste, waidgerechte Jäger auch künftig alle Arten der Jagd.

Unnötige Kosten

Mindestreviergrößen um 75 Hektar würden nichts bringen, jagdliche Flickenteppiche entstehen lassen und zudem hohe Kosten verursachen. Ähnliches gelte für Pachtzeiten. Wer eine Senkung der Mindestpachtdauer auf ein Jahr fordere, stelle ein kontinuierliches Wildmanagement in Frage, fördere durch kurzfristig wechselnde Pächter Nachbarschaftstreit und verursache unnötige Kosten.

Christian von Stetten (CDU) kommt aus Berlin zur Mitgliederversammlung. Der Bundestagsabgeordnete geht davon aus, dass sich in der Praxis nicht viel ändern werde. Er rät aber den Jägern dazu, sich künftig stärker zu organisieren, denn "es sind die anderen, die die Jagd weghaben wollen" - von Stetten meint damit auch die Grünen.

Kurt Brenner macht im Gespräch mit unserer Zeitung auf das Thema Winterfütterung aufmerksam. Diese könne nicht generell abgeschafft werden, sagt der Crailsheimer Kreisjägermeister. Aus Tierschutzgründen müsse es eine Fütterungspflicht in Notzeiten geben. Durch zunehmende Freizeitaktivitäten könne beispielsweise Rehwild auch im Winter nicht zur Ruhe kommen, seine Energie knapp werden.

Zudem sieht Brenner eine weitere Eingrenzung jagbarer Tierarten als nicht sinnvoll an. Durch die Jagd sei hierzulande noch keine Tierart ausgerottet worden. Beispiel Rebhühner, für die es eine Jagdzeit gibt: "Die werden nicht mehr gejagt, sondern gehegt und gepflegt, um die Restbestände zu erhalten", sagt Brenner. Auch Auerwild und Greifvögel seien ganzjährig geschützt.

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