Ja zur Fusion: Zentrale Feuerwehr in Vellberg

Wenig Nachwuchs, Mitgliederschwund – ein Problem für viele freiwilligen Feuerwehren im Kreis. Die Abteilungen zu einer zentralen Wehr zusammenzulegen, ist eine Antwort. Auch in der Gemeinde Vellberg.

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Juni 2011: Die Vellberger Feuerwehr rückt mit drei Fahrzeugen zu einem Unfall bei Vellberg-Talheim aus. Der LKW kommt von Talheim und will zur Gipsmühle. In einer Rechtskurve kippt das Fahrzeug.  Foto: 

Wenn es brennt, muss die Feuerwehr schnell vor Ort sein. In Baden-Württemberg soll die Hilfsfrist bei maximal zehn Minuten liegen. Das schaffen die beiden Feuerwehrabteilungen Vellberg und Großaltdorf in der Regel. Das Problem ist aber die Tagesbereitschaft. Wenn viele Feuerwehrmitglieder nicht am Wohnort sondern weiter entfernt arbeiten, stehen tagsüber zu wenige zur Verfügung. Bei einer zentralen Feuerwehr mit Standort im Industriegebiet Talheim wäre das besser, hofft Gesamtkommandant Jens Marquardt, der den Vellberger Gemeinderäten die Vor- und Nachteile einer zentralen Wehr darstellt. Für eine zentrale Feuerwehr spreche eine erhöhte Schlagkraft, wenn die ausrückenden Fahrzeuge besser besetzt sind. „Bei zwei Standorten muss häufig auf das zweite Fahrzeug gewartet werden, um den Einsatz effektiv beginnen zu können.“ Weitere Vorteile eines zentralen Standorts sind: bessere Koordination der Einsätze und Fahrzeuge, einfachere Organisation, weniger Führungskräfte und Gerätewarte.

"Wir haben das kleinste Übel gewählt"

Eine zentrale Feuerwehr dürfte auch weniger kosten als zwei Abteilungen, wo vieles doppelt bereit stehen muss. Nachteilig wären längere Anfahrtszeiten zum Einsatzort: Nach Eschenau, Schneckenweiler, Merkelbach und Lorenzenzimmern bräuchten die Löschfahrzeuge etwas mehr als 10 Minuten (vier bis sechs Minuten Ausrückzeit und eine Anfahrtszeit knapp über fünf Minuten bei Tempo 50). Trotzdem wären fast 92 Prozent der Bürger innerhalb von zehn Minuten erreichbar.

Für Kreisbrandmeister Jürgen Mors ist das in Ordnung, zumal es keine Alternative gibt. „Wir haben das kleinste Übel gesucht“, stellt auch Marquardt klar. In der Führung und im Feuerwehrausschuss gebe es dafür eine große Mehrheit, versichert er. „In der Mannschaft gibt es verständlicherweise auch ein paar kritische Stimmen.“

Hauptgrund dafür ist das Feuerwehrhaus in Großaltdorf, das die Kameraden vor Jahren in unzähligen ehrenamtlichen Stunden saniert haben. Der Gemeinderat, die Verwaltung und der Großaltdorfer Ortschaftsrat stehen geschlossen hinter der Entscheidung. Realisiert wird die Umstrukturierung voraussichtlich, sobald das neue Magazin steht. Bürgermeisterin Ute Zoll betont, dass nicht eine Feuerwehrabteilung in eine andere integriert wird, sondern sich zwei gleichgestellte Abteilungen zu einer starken Wehr zusammenschließen sollen.

Oberstonheim hat Abteilungen schon zusammengelegt

Die Nachbargemeinde Obersontheim hat ihre Abteilungen schon Anfang 2013 zusammengeführt und dabei einige Kameraden verloren. Aus der früheren Abteilung Mittelfischach sind knapp die Hälfte der Mitglieder ausgetreten und die Abteilung Oberfischach hat sich aus der Obersontheimer Feuerwehr verabschiedet. Vorbildlich dagegen lief der Zusammenschluss der sechs Abteilungen in Rosengarten im Juni 2012. Die Gemeinde hat eigens an zentraler Stelle zwischen Westheim und Uttenhofen ein neues Magazin gebaut. „Das Wir-Gefühl hat sich im neuen Haus unter allen Aktiven gesteigert“, hat Kommandant Stephan Melber damals bei der Einweihung des Gebäudes festgestellt.

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