INTERVIEW: "Das ist jetzt mein Feuer" gibts nicht mehr

An eher ungewöhnlichem Ort, im Crailsheimer Kino-Center Cinecity, feiert morgen der Kreisfeuerwehrverband sein 40-jähriges Bestehen. Das HT sprach mit dem Vorsitzenden, Alfred Fetzer aus Rot am See.

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  • Auch der Betrieb des Feuerwehrmuseums in Schwäbisch Hall ist eine der Aufgaben des Kreisfeuerwehrverbands. Archivfoto: Marc Weigert 1/2
    Auch der Betrieb des Feuerwehrmuseums in Schwäbisch Hall ist eine der Aufgaben des Kreisfeuerwehrverbands. Archivfoto: Marc Weigert
  • Chef des Kreisfeuerwehrverbands ist Alfred Fetzer aus Rot am See. Foto: Baumann 2/2
    Chef des Kreisfeuerwehrverbands ist Alfred Fetzer aus Rot am See. Foto: Baumann
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HOHENLOHER TAGBLATT: Man kann ja wohl davon ausgehen, dass sich der Kreisfeuerwehrverband als zentrale Anlaufstelle für die Wehren im Landkreis versteht. Was sind konkrete Aufgaben, Herr Fetzer?

ALFRED FETZER: In der Tat versteht sich der Verband als Anlaufstelle und Netzwerk für alle, die bei den Wehren etwas zu sagen haben, also Kommandanten und Vertreter. Wir haben damit eine Plattform, auf der der Austausch an Ideen und Erfahrungen gefördert wird und die Aktivitäten der Wehren koordiniert werden. Außerdem vertritt der Verband die Feuerwehrinteressen gegenüber den politischen Institutionen und der Aufsichtsbehörde, also dem Landratsamt.

Bei aktuellen Einsätzen treten Sie aber nicht in Erscheinung, oder?

FETZER: Nein, das ist nicht unsere Aufgabe. Bei schwerwiegenden Einsätzen nehmen wir vom Verband aus allenfalls eine Beobachterrolle ein und helfen womöglich anschließend bei auftauchenden Fragen.

Wurden Sie speziell für Ihre Aufgabe als Verbandschef ausgebildet?

FETZER: Da hat es keine Sonderausbildung gegeben. Aber ich nehme an, dass meine zehn Jahre als Leiter der Jugendfeuerwehr und die 13 Jahre als Kommandant der Wehr in Rot am See mir schon genug Background gegeben haben sollten.

Wenn der Kreisfeuerwehrverband seine Arbeit als Interessenvertretung nach außen versteht, dürfte wohl auch das Thema Rauchmelder ganz oben auf der Agenda stehen?

FETZER: Das ist ein ganz entscheidendes Anliegen aller Feuerwehren im Land. Es geht darum, die Bevölkerung für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Das Land sieht ja ein entsprechendes Gesetz zur Rauchmelderpflicht zumindest in Neubauten vor - die Umsetzung fehlt noch. Doch auch im Wohnungsbestand wären Rauchmelder sinnvoll. Eine Katastrophe wie unlängst in Backnang mit acht Toten wäre mit Brandmeldern wenn schon nicht zu verhindern, dann wenigstens weniger dramatisch gewesen. Zwei Drittel aller Bundesländer haben entsprechende Gesetze. Im September bei der Messe des Landkreises, an der sich die Feuerwehren auch beteiligen, stellen wir das Thema in den Mittelpunkt.

Wie siehts mit dem Thema "Präsenz von Frauen in den Wehren" aus?

FETZER: Das unterstützen wir selbstverständlich. In Rot am See leisten sieben Frauen Dienst, im Landkreis sind es mehr als hundert.

Wird das Thema nicht auch aktuell, wenn es um die Tagesverfügbarkeit von Feuerwehrleuten geht?

FETZER: Absolut. Das Problem ist ja, dass viele Feuerwehrmitglieder auswärts arbeiten und bei einem Einsatz gar nicht abgerufen werden können. Da erarbeiten wir neue Konzepte - auch gemeindeübergreifend. Die Alarmierungspläne werden dazu ausgeweitet. Es kann ja nicht wie vielleicht früher mal heißen "das ist jetzt mein Feuer", sondern es geht darum, Menschen in Not schnellstens zu helfen. Da hat es längst ein Umdenken gegeben.

30 Gemeinden gibt es im Landkreis, jede hat eine Feuerwehr. Wie viele Feuerwehrleute exakt vertreten Sie?

FETZER: Aktuell sind es 3254 Feuerwehrleute im Kreis Hall. Dazu kommen noch die 29 Jugendfeuerwehren, die mit Nadine Engelhardt aus Stimpfach eine eigene Vertreterin im Verband haben. Alle Wehren feiern mit uns morgen ab 9.30 Uhr das Jubiläum im Cinecity. Ein kleines Rahmenprogramm ist geplant, dem sich ein Ständerling anschließt.

Gibt es eigentlich noch die Kontakte zu den Freunden in Delitzsch?

FETZER: Die haben sich sogar ausgeweitet, weil der Landkreis Delitzsch im Kreis Nordsachsen aufgegangen und ein zweiter Verband hinzugekommen ist. Die Freunde aus Sachsen dürfen wir morgen in Crailsheim ebenfalls begrüßen.

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