Intermezzo wurde zur zweiten Heimat

Vor 48 Jahren kamen Josip und Zlata Kozina als Gastarbeiter von Kroatien nach Schrozberg. Trotz eines anfänglichen Kulturschocks sind sie geblieben - und feiern heute ihre goldene Hochzeit.

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Zlata (69) und Josip Kozina (78) feiern heute ihren 50. Hochzeitstag. Die gebürtigen Kroaten kamen 1966 nach Schrozberg.  Foto: 

Als sich Josip und Zlata Kozina vor 52 Jahren kennenlernten, dachten beide nicht daran, dass sie heute ihre goldene Hochzeit in Deutschland feiern würden. Denn als das Ehepaar 1966 nach Schrozberg kam, war Deutschland nur als kurzes Intermezzo geplant.

"Wir wollten eigentlich nur zwei Jahre bleiben und dann wieder zurück nach Zagreb", erzählt der 78-jährige Josip. Dorthin, wo man sich kennen- und liebengelernt hat. Zu Anfang war es ein Schock für das Paar, aus der kroatischen Metropole mit 600 000 Einwohnern in das beschauliche Schrozberg zu kommen.

Doch nachdem man sich daran gewöhnt hatte, wollten die beiden gar nicht mehr zurück. "Wir haben es für eine kurze Zeit noch mal in Kroatien probiert, sind dann aber wieder nach Schrozberg", gesteht Zlata. Seit 1969 ist hier der feste Lebensmittelpunkt des Ehepaars.

Das größte Problem stellte anfangs die Sprache dar. Der einzige Sprachkurs in der Umgebung war in Crailsheim. "Aber es kamen nicht genug Leute zusammen", sagt Josip Kozina. Auf Ablehnung sei man aber nie gestoßen. Die Sprache ist auch kein Problem mehr. Sohn Mladen und Tochter Ines sind beide in Schrozberg geboren und aufgewachsen. Bei der Erziehung ihrer Kinder war dem Paar wichtig, dass sie auch Kroatisch lernen. Trotzdem seien beide Kinder durch und durch Schrozberger. Auch vier Enkelkinder gibt es. Natürlich haben die stolzen Großeltern ihren Kindern gerne geholfen und ihnen die Enkelkinder, die inzwischen 14 bis 20 Jahre alt sind, auch mal abgenommen.

Gearbeitet haben beide bis zur Rente vor 13 beziehungsweise neun Jahren ebenfalls in Schrozberg. Ihre Arbeit hat ihnen gefallen und war gut zu Fuß erreichbar. "Wir wurden von Gastarbeitern zu Gastrentnern", erzählt Josip lachend. Vor 25 Jahren hat man sich dann ein Eigenheim im Eichendorffweg gebaut, in dem die Jubilare ihren Ruhestand genießen.

Das HOHENLOHER TAGBLATT gratuliert den Jubilaren und wünscht ihnen am Samstag eine schöne Feier mit der Familie.

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