Interessantes vom Ostereiermarkt Ilshofen

Bratwürste und Lose Eisig ists an den Vorführringen auf dem Graswespele. Doch gleich daneben gibts Warmes. Die Schüler der siebten Realschulklassen verkaufen Currry-, Brat- und Rote Würste und rund 450 Lose.

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Warm gekleidet lässt es sich von Papa in der Kälte gut tragen. Foto: Ufuk Arslan

Bratwürste und Lose

Eisig ists an den Vorführringen auf dem Graswespele. Doch gleich daneben gibts Warmes. Die Schüler der siebten Realschulklassen verkaufen Currry-, Brat- und Rote Würste und rund 450 Lose. "Jedes Los gewinnt", rufen etwa Katharina und Laura als eifrige Losverkäuferinnen. Und tatsächlich gibts im Schulhaus etwas für jede Losnummer: mal nur einen Block und einen Kuli dazu, mal aber auch ein wärmendes Sweatshirt oder einen Familienbesuch im Wildpark Bad Mergentheim. Mehrere Wochen im Vorlauf haben die Klassen 7a und b der Ilshofener Realschule bei Firmen in der Region gesammelt. Und auch beim Verkauf von Würstchen am Samstag sowie von Kaffee und Kuchen am Sonntag haben sich die Schüler mächtig ins Zeug gelegt. Und nicht wenige Eltern haben dabei kräftig mitgeholfen. Schließlich wird das eingenommene Geld für einen Schullandheim-Aufenthalt in England benötigt, wie 7a-Klassenlehrerin Martina Damm-Baumann verrät.

Kling, Glöckchen. . .

Mitten im Städtchen, vor dem Haller Tor links am Marktplatz, da begann die Budengasse des Krämermarktes. Staubsaugervorführung, Schuhe, Lackpoliermittel, Süßigkeiten, was man so auf Krämermärkten erwartet. Wo sich die Straße zum Marktplatz erweitert, rechts die Imbissbuden: Getränke, Schnitzelburger, Pommes und "Kling, Glöckchen, klingelingeling" singen die Mannen drinnen an ihrem Bratwurst- und Burgergrill plötzlich. Ja haben wir denn Weihnachtsmarkt? "Kalt genug ist es", sagt Jürgen Schust, der mit seinen Kollegen vom Förderverein des Liederkranzes Obersteinach die Bewirtung des Ostermarktes übernommen hat, nicht nur hier am Marktplatz, auch drüben in der Stadthalle. "Wenns bei der Kälte keinen Spaß mehr macht, dann machen wir uns den Spaß halt selber", sagt er, und sein Kollege stimmt schon das nächste Lied an: "Wann wirds mal wieder richtig Sommer?". "Wir müssen ja auch üben", erklärt Jürgen Schust, der wie all die andern nicht nur im Förderverein ist, sondern natürlich beim Liederkranz auch mitsingt. "Wir sind alle Zwitter", gesteht er lachend und meint natürlich die doppelte Vereinsmitgliedschaft. "Außerdem werden wir" - er reicht einen Schnitzelburger über den Tresen, schiebt als Nachtisch ein Schälchen gefüllt mit bunten Schokoeiern hinterher, aus dem sich jeder Kunde eines nehmen darf - "außerdem werden wir im November 100 Jahre alt." Er winkt ab. "Nicht wir natürlich. Wir sind jung und knackig. Der Liederkranz wird 100 und gibt im November ein Jubiläumskonzert." Und beim Heimatfest vom 7. bis 9. Juni müssen die Sänger auch ran, wirft von hinten bei der Pommesfritteuse ein Kollege ein. Wieder das Klingglöckchen? "Je nach Witterung!"- Gelächter in der Bude.

Wollust.de mit Häkelgarn

"Sie missat bei dem Wetter ja n bsonders guade Umsatz mache!" Die Kundin lacht. Petra Schönemann vom Wollestand greift zu einem Wollknäuel. Die Marktfrau mit ihrem Wollestand, den man unter "Wollust.de" auch im Internet erreichen kann, erklärt, dass Häkeln gerade besonders bei jungen Leuten in ist, "und zwar nicht nur bei Mädchen". Sie greift zu einem andern Wollknäuel und zieht dort, wo am Stand die bunteren Sachen liegen, auch das Muster einer sogenannten "Boshi" hervor. "Hier, solche Mützen, am besten selbst gehäkelt, sind gerade in", sagt sie. "Der Renner, nicht nur auf den Märkten, auch im Internet." Die Marktfrau aus Blaufelden erzählt, dass Wolle das ganze Jahr verkauft werde, "auch im Hochsommer auf Krämermärkten überall im Land und in den angrenzenden Bundesländern". Und ja, Wolle gehe auch bei Hitze im Sommer, nicht nur jetzt, wenns noch kalt ist. An vielen Orten gebe es keine Wolleläden mehr, man könne heute ja auch alles fertig kaufen. "Aber die Frauen, die viel stricken - und das sind mehr, als man denkt, und nicht nur alte Omas -, die brauchen Vorräte und kaufen die auch im Sommer schon bei uns, wenn wir da sind, für Herbst und Winter ein."

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