In Westgartshausen genießt der Natur- und Landschaftsschutz hohen Stellenwert

Ohne Schafe sähe die Landschaft rund um Westgartshausen anders aus. Dann gäbe es nicht die karge Heide, die von vereinzelten Wacholdersträuchern bewachsen wird. Diese Kulturlandschaft wollen die Bewohner des Ortsteils erhalten.

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  • Westgartshausens Ortsvorsteher Anton Basler zeigt die Wacholdersträucher, die der Landschaft, die im Übrigen Naturschutzgebiet ist, ihren Namen geben. Fotos: Christine Hofmann 1/2
    Westgartshausens Ortsvorsteher Anton Basler zeigt die Wacholdersträucher, die der Landschaft, die im Übrigen Naturschutzgebiet ist, ihren Namen geben. Fotos: Christine Hofmann
  • Eine traumhaft schöne Landschaft offenbart sich dem Wanderer bei Westgartshausen. Allerdings heißt es "auf den Wegen bleiben - Naturschutzgebiet!". 2/2
    Eine traumhaft schöne Landschaft offenbart sich dem Wanderer bei Westgartshausen. Allerdings heißt es "auf den Wegen bleiben - Naturschutzgebiet!".
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"Wir sind wirklich stolz auf unser Kulturgut Wacholderheide, das unsere Landschaft prägt", sagt Anton Basler und lässt den Blick über die sanften Hügel am Ortsrand von Westgartshausen gleiten. Jahrzehntelang hat er sich als Mitglied des Ortschaftsrats und später als Ortsvorsteher für den Erhalt dieser Kulturlandschaft eingesetzt - und er tut es noch. Die Zeit ist günstig, um für den zukünftigen Erhalt der Wacholderheide die Weichen zu stellen: Im aktuellen Flurneuordnungsverfahren sind Triebwege vorgesehen, auf denen die Schafe von Weide zu Weide gelangen.

Die zum Naturschutzgebiet erklärte Landschaft der Wacholderheide ist nicht nur bei Westgartshausen anzutreffen. Sie erstreckt sich weiter über Wittau, Ofenbach, Lohr und Oßhalden. Bis in die 1950-er und 1960-er Jahre hinein gab es sechs Schäfer, die mit ihren Herden das Gebiet beweideten. In Westgartshausen gab es zwei Schafhaltungen: Im südlichen Ortsteil unterhielten die größeren Landwirte eine gemeinsame Schafhaltung. Das Gebiet nördlich von Westgartshausen war in Gemeindebesitz und wurde an einen Schäfer verpachtet.

Heute beweidet ein einziger Schäfer die gesamte Fläche der Altgemeinde Westgartshausen. Es sind rund 42 Hektar Wacholderheide rund um Westgartshausen, die die Schäferfamilie Elvira und Walter Fenn aus Marktlustenau mit ihrer ungefähr tausend Tiere zählenden Herde zwei- bis dreimal im Jahr aufsuchen. Die Herde zieht anschließend weiter nach Wittau, Weipertshofen und Waldtann. "Schäfer Fenn ist für uns ein Glücksfall. Er pflegt unsere Wacholderheide genau so, wie sie es braucht", weiß Anton Basler. Wenn der Schäfer weiterzieht, muss er mit seinen Schafen die stark befahrende Landesstraße 2218 queren. Eine Unterführung würde die Sicherheit für Mensch und Tier deutlich erhöhen. In der Planung zum Flurneuordnungsverfahren ist eine solche Unterführung bereits vorgesehen. Sie könnte im Zuge der Begradigung der Landesstraße gebaut werden. Doch die Genehmigung dieser Baumaßnahme wurde aus Gründen des Naturschutzes zunächst abgelehnt. Ob die Unterführung gebaut wird, ist noch keinesfalls sicher. Zurzeit werden die zahlreichen Einwendungen geprüft.

Im Herbst steht ein Erörterungstermin mit dem Regierungspräsidium und dem Straßenbauamt an. Für viele Westgartshäuser ist die Verzögerung des Genehmigungsverfahrens nicht nachvollziehbar. "Die Verknüpfung der Triebwege ist äußerst wichtig, um die Pflege der Wacholderheide auch in Zukunft sicherstellen zu können", betont Ortsvorsteher Anton Basler.

Beschlossen ist dafür schon die Errichtung eines Informationszentrums über Wacholderheiden am Rande des Dorfplatzes, gleich gegenüber dem Tränkebrunnen mit der Schäferfigur. Die Infotafeln sollen Ausgangspunkt sein für zwei Lehrpfade über Schafhaltung und Naturkunde. "Wir wollen damit unseren Nachkommen die Werte unserer Kulturlandschaft vor Augen führen", erklärt Anton Basler, "denn die Wachholderheide ist für Westgartshäuser eine echte Herzensangelegenheit."

Wacholderheide: Ohne Schafe gar nicht denkbar
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