In Kirchberg wird es überall hell, aber nicht gleichzeitig

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Straßenlampen wie diese sollen den Bürgerinnen und Bürgern in Lendsiedel heimleuchten. Foto: Erwin Zoll

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht." Was in Luthers Übersetzung der Bibel gleich zu Beginn der Schöpfungsgeschichte geschildert wird, spielt sich auch heute noch tagtäglich ab. Die Straßenbeleuchtungen werden, wenn auch ohne göttliches Zutun, ein- und wieder ausgeschaltet. Es wird Licht, aber nicht überall gleichzeitig.

Die Stadt Kirchberg hat jetzt den ersten Winter fast hinter sich, im dem im Hauptort und den meisten Außenorten neue, verkürzte Schaltzeiten für die Straßenbeleuchtung gelten. Der Beschluss, den der Technische Ausschuss der Stadt im Juli letzten Jahres gefasst hatte, war nicht entstanden, um jemanden hinters Licht zu führen, sondern aus der Not heraus geboren, aus finanziellen Nöten nämlich. Das Landratsamt hatte der Stadt einen strikten Sparkurs verordnet, damit möglichst bald ein neues Licht auf die Stadtkasse falle.

In Lendsiedel, Lobenhausen, Mistlau, Hornberg und Gaggstatt geht den Bürger inzwischen also erst um 5.30 Uhr statt bereits um 4.45 Uhr ein Licht auf. Ebenfalls um 5.30 Uhr fällt das Licht in Kleinallmerspann auf die Straße, wo es zuvor bereits um 4.30 Uhr leuchtete. Im Hauptort Kirchberg werden die Lampen bereits um 5 Uhr statt bis dahin um 4.30 Uhr eingeschaltet.

In allen anderen Orten ist die Einschaltzeit unverändert: Um 6 Uhr erscheinen Diembot, Dörrmenz, Eichenau, Weckelweiler und Herboldshausen im hellsten Licht.

Unverändert sind auch die Zeiten, zu denen in der Nacht das Licht abgedreht wird. Einheitlich ist in allen Orten um Mitternacht Zapfenstreich; der Hauptort Kirchberg macht lediglich samstags und sonntags eine Ausnahme; dann leuchten die Laternen bis 1 Uhr.

Bei Lichte besehen, haben die neuen Regelungen weder zu Schwierigkeiten noch zu Protesten geführt. Jedenfalls sind weder bei Ortsvorstehern noch beim Bürgermeister Beschwerden eingegangen - von einer Ausnahme abgesehen. Ein Bürger aus Lendsiedel hat versucht, mehr Licht in die Sache zu bringen und aus Sorge um eine Zeitungsausträgerin bei der Stadtverwaltung beantragt, in Lendsiedel "zügig für eine bedarfs-, fach- und sachgerechte Straßenbeleuchtung Sorge zu tragen". Zur Begründung fährt er schweres Geschütz auf: Die neue Regelung sei willkürlich und berücksichtige in keiner Weise die örtlichen Bedürfnisse. Es liege ein Ermessensfehler vor, weshalb die Entscheidung rechtswidrig sei. Ungeachtet dieser massiven Vorwürfe hat die Stadtverwaltung Kirchberg an der neuen Regelung festgehalten. Rückendeckung fand sie dabei nicht nur beim Gemeinderat, sondern auch beim Landratsamt Schwäbisch Hall, das den Stein mit seiner Forderung nach Einsparungen schließlich ins Rollen gebracht hatte. Die Stadt habe die Beleuchtungszeiten pflichtgemäß festgesetzt, der Beschluss sei rechtlich nicht zu beanstanden, lautete die Auskunft der Rechtsaufsicht.

Der baden-württembergische Gemeindetag erklärte auf HT-Anfrage, zu den Schaltzeiten der Straßenbeleuchtung gebe es keine Empfehlung, weil es auf die örtlichen Gegebenheiten ankomme. Die Entscheidung werde von jeder Gemeinde selbst getroffen.

So richtig hell wird es mit dieser Auskunft in der Sache allerdings nicht. Klar ist nur: Wenn das Licht aus ist, ist es dunkel.

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