Im Herzen von Tempelhof öffnet offiziell das Schlosscafé

Das Schlosscafé auf dem Tempelhof hat bereits seit Anfang August geöffnet. An diesem Sonntag steht die offizielle Eröffnung auf dem Programm. Eingeladen sind dabei auch alle Helfer des Projekts.

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"Wow, das ist echt schön geworden!", findet eine Frau, als sie am Donnerstag ihre Kaffeetasse zurückstellt. Die Frau war vor langer Zeit schon mal im Schloss, da konnte von einem Café noch gar nicht die Rede sein. Baubeginn war im Frühjahr 2014, bis zur Eröffnung am 1. August dieses Jahres übernahm ein Schlossgarten die Rolle des Cafés. Schlossgarten - klingt einfach viel schöner als Biergarten. Demnächst sollen die Bierbänke und -tische draußen noch durch richtige Sitzmöbel ersetzt werden.

Die Idee, aus der alten Schlossküche des früheren Kinderheims einen gemeinsamen Treffpunkt zu machen, habe es schon 2011 gegeben, erinnert sich Ramona Pump. Das Café sei gefühlt "das einzige Projekt, bei dem jeder von der Gemeinschaft einmal in irgendeiner Phase etwas dazu beigetragen hat", so Pump weiter. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 200 000 Euro, inklusive der Mittel, die aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum geflossen sind, aber natürlich ungeachtet der unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Die Eröffnungsfeier am Sonntag ist deswegen auch ein Helferfest. Wegen des Volksfestes in Crailsheim wurde das Ganze um eine Woche verschoben.

Ramona Pump (36) gehört mit Gudrun Sanwald (47) und Udo Peter (46) zur "Betreiber-Crew" des Cafés, sie alle sind seit Jahren in der Gemeinschaft Tempelhof zu Hause. Es soll nicht bei einem Trio bleiben, aber der Anfang ist erst einmal gemacht. "Wir befinden uns noch mitten in der Probephase", heißt es, "deswegen läuft noch nicht alles perfekt, und das ein oder andere geht vielleicht noch zu langsam. Bitte haben Sie dafür Verständnis." Mit Sanwald als gelernter Restaurantfachfrau und Peter als gelerntem Koch sind sie auf einem guten Weg. Und "Rehgulasch mit Serviettenknödeln und Salat" klingt auch nicht so schlecht. Was das Essen angeht, legen sie Wert auf saisonale und regionale Küche.

Peter trägt einen Kochkittel, seine meiste Zeit verbringt er allerdings gerade mit Backen - wegen der Eröffnung. "Hoffentlich kriege ich es gebacken", sagt er. Früher hat Peter unter anderem in der Neuen Staatsgalerie in Stuttgart gekocht, der Laden war "ziemlich hipp". Ob Peter damit das Essen oder die Architektur des Gebäudes oder beides meint, das sagt er nicht. Auf jeden Fall lässt sich das Café in Tempelhof ebenfalls sehen. Blickfang ist ein riesiger alter Küchenherd. Die Betreiber können sich darauf gut Veranstaltungen wie Frontcooking vorstellen. Die Gäste sehen dann bei der Zubereitung zu. Zur gemütlichen Atmosphäre tragen auch Lampen bei, die sie aus alten Milchkannen gebastelt haben, und ein großer antiker Tisch, den ihnen eine Bewohnerin der Gemeinschaft überließ deren Wohnzimmer dafür einfach zu klein war. Für Pump hat das Café den "Wohnzimmercharakter, den wir immer haben wollten".

Und dieses Wohnzimmer soll auch allen Nicht-Tempelhofern offenstehen, ein ganz normales Café also. Die Betreiber begreifen es als Bereicherung für die Gemeinde. Von der Funktion her könnte es eine Dorfkneipe ersetzen, findet Peter. Für Sanwald ist es "ein total wichtiger sozialer Treffpunkt" und eine Möglichkeit zu zeigen, dass in Tempelhof "ganz normale Menschen" leben. Pump freut sich auf Gedankenaustausch und Kennenlernen - und auf ein anderes "Herz vom Gelände". Im Winter sei es immer das einzige Gebäude gewesen, das nicht beleuchtet war. Damit ist es jetzt vorbei.

Info Die offizielle Eröffnungsfeier des Schlosscafés steigt am Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Sonst hat es immer freitags und samstags von 14 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Auch außerhalb

dieser Öffnungszeiten lässt sich das Café für Veranstaltungen buchen - und natürlich im Internet besuchen: www.schloss-tempelhof.de/cafe.

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