Hundetreff Canis Fidelis: Grundstück verzweifelt gesucht

Der Hundetreff Canis Fidelis sucht ein Grundstück. Eine Möglichkeit, ein Gelände in Kreßberg zu nutzen, ist unlängst am Veto des dortigen Gemeinderats gescheitert. Jetzt wird weitergesucht.

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  • Dicht zusammen, trotzdem ruhig bleiben. Stress für Hunde - und eine der Übungen des Hundetreffs (hier noch auf dem Platz des VDH Fichtenau). Foto: Ute Schäfer 1/2
    Dicht zusammen, trotzdem ruhig bleiben. Stress für Hunde - und eine der Übungen des Hundetreffs (hier noch auf dem Platz des VDH Fichtenau). Foto: Ute Schäfer
  • Birgit Köse trainiert ihren Boston Terrier, der außerhalb des Kreises bleiben muss. In der nächsten Schwierigkeitsstufe vergrößert sich die Entfernung zwischen Frauchen und Hundchen. 2/2
    Birgit Köse trainiert ihren Boston Terrier, der außerhalb des Kreises bleiben muss. In der nächsten Schwierigkeitsstufe vergrößert sich die Entfernung zwischen Frauchen und Hundchen. Foto: 
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Es liegt nicht am Geld, denn das hätte der Verein. Es liegt nicht am Willen, denn den hat der Verein auch. Es liegt schlicht an einem Mangel an Möglichkeiten.

Den Hundeclub Canis Fidelis (lateinisch: "der treue Hund") gibt es seit einem knappen Jahr. Sein Vorsitzender Seckin Köse lebt mit seiner Familie und den Boston-Terriern Dixie und Alvin in Ilshofen. Der Verein hat derzeit 40 Mitglieder, Tendenz stark steigend. Regelmäßig treffen sich die Canis-Fidelis-Herrchen und -Frauchen und trainieren ihre Hunde. Auch auf Welpenprägung - die Schulung der Hundebabys - wird großer Wert gelegt. Was Canis fidelis von anderen Hundevereinen unterscheidet: "Wir legen unseren Fokus nicht auf Turniere und Abzeichen", sagt Köse, der Hundetrainer ist und sich regelmäßig weiterbildet. "Wer Prüfungen ablegen will, kann das tun. Aber bei uns wird niemand gezwungen." Dem Verein geht es vor allem darum, Spaß mit Hunden zu haben. Und mit sich. Köse: "Geselligkeit ist uns wichtig". So weit, so gut. Doch der Verein hat ein Problem. Er hat keine feste Bleibe. Bis vor einigen Wochen konnte er sich auf dem Gelände des Vereins der Hundefreunde in Fichtenau (VDH) treffen. Doch von vornherein war klar, dass Canis Fidelis weichen muss, wenn die Fichtenauer ihren Platz selber brauchen. Das ist jetzt im Frühjahr der Fall. Zum Canis-Fidelis-Termin, dem Samstagnachmittag, will der VDH selbst trainieren, bestätigt VDH-Vorsitzender Manfred Lämmerer: "Am Samstag haben unsere Vereinsmitglieder halt auch Zeit."

"Wir sind die mit dem Kackbeutel"

Verzweifelt sucht Canis Fidelis nun eine neue Bleibe. In Kreßberg hatte der Verein das Angebot, eine Wiese zu nutzen. Doch das hat kurzfristig das "Nein" des Gemeinderats zerschlagen. "Ich kann mir vorstellen, dass die Leute Hundevereine fürchten", sagt Seckin Köse. "Aber das sind, was unseren Club betrifft, Vorurteile. Wildes Gekläffe gibt es bei uns nicht, weil wir das ,Stellen und Bellen gar nicht üben. Und dass wir den Platz unschön verlassen, stimmt nicht." Im Gegenteil: Wenn Köse Hundehalter sieht, die die Hinterlassenschaften ihrer Hunde liegen lassen, ärgert ihn das sehr. "Wir halten unsere Vereinsmitglieder an, anders aufzutreten. Wir sind die mit dem Kackbeutel." Denn auch das ist eins der Anliegen des Vereins: Hundehalter darauf aufmerksam machen, wie Hunde auf unbeteiligte Passanten wirken. "Wenn man Stöckelesgeher sieht, muss der Hund doch herkommen. Man muss den Hund doch unter Kontrolle haben."

Dass Canis Fidelis als Hundeclub verantwortungsbewusst auftritt, bestätigt auch der ehemalige Gastgeber, der VDH Fichtenau. "Es gab zu keiner Zeit irgendwelche Probleme. Im Gegenteil. Es gab ein sehr gutes Einvernehmen und beim Abschied sogar Geschenke. Ich habe mich dafür auch im Internet-Gästebuch von Canis Fidelis bedankt", sagt Manfred Lämmerer.

Keine Dauerlösung

Dem heimatlosen Verein bleibt derzeit nichts anderes übrig, als mal hier, mal da zu trainieren. Mal machen alle einen Spaziergang, mal dürfen sie bei einem Landwirt auf eine Wiese. Der Verein hat sogar einen neuen Posten geschaffen, sagt Ehefrau und Hundetrainerin Birgit Köse augenzwinkernd: "Wir haben jetzt einen Koordinator. Der muss sich von Woche zu Woche überlegen, wo wir mit unseren Hunden hinkönnen." Doch eine Dauerlösung ist das nicht.

Was sucht der Verein also? Nicht viel. Nur ein Grundstück, etwa 3000 bis 4000 Quadratmeter groß, möglichst erschlossen, um irgendwann eine Vereinshütte aufzustellen. Köse: "Wir würden das Grundstück natürlich pflegen. Wir würden sofort einen langfristigen Pachtvertrag unterschreiben. Und von mir aus auch im Voraus zahlen. Das Geld ist nicht das Problem", sagt der Hundefreund. "Das Problem ist, den Platz zu finden."

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