Hohe Preise und kein Gewinn

Die Unabhängige Erzeugergemeinschaft (UEG) Hohenlohe-Franken hat 2012 ihren Umsatz um zehn Prozent gesteigert. Trotzdem: Die hohen Schweinepreise bescheren Bauern keinen Gewinn.

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Immer weniger Schweine werden im Ländle gezüchtet. Archivfoto: Karsten Dyba

Die UEG-Gruppe konnte ihren Verkaufsumsatz auf 113 Millionen Euro steigern. Diese Umsatzsteigerung resultiert von gestiegenen Verkaufspreisen bei Ferkeln, Schlachtschweinen und Vieh. Die Erlöse erreichten ein Niveau, das man laut den Fachleuten zehn Jahre lang nicht mehr erzielen konnte.

Trotz dieser Preissteigerung verbuchten die Bauern laut UEG keine Gewinnsteigerung, da die Produktionskosten im Jahr 2012 deutlich gestiegen seien. Vor allem die Futterkosten legten um rund 35 Prozent zu und auch die Energiekosten erhöhten sich enorm. Auf die unbefriedigende Verkaufssituation, die bei den Ferkelerzeugern jetzt schon sechs Jahre anhält, hätten viele Bauern reagiert und inzwischen ihre Produktion eingestellt. Auch die neue Haltungsverordnung für Zuchtsauen beschleunigte den Ausstieg aus der Schweinehaltung. Für viele, vor allem kleinere Ferkelerzeugerbetrieb,e lohne sich ein Umbau der Ställe, um den neuen Verordnungen gerecht zu werden, nicht.

Eine Übergangslösung werde von der Bürokratie nicht zugelassen und oftmals werde die Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen zu pingelig ausgelegt, moniert UEG-Geschäftsführer Herbert Klein. Die neue Haltungsverordnung diene mit Sicherheit der Verbesserung des Tierschutzes, wofür sich die Gemeinschaft und ihre Bauern auch stark machten. Aber: "Tierschutz kann man nicht mit dem Meterstab messen, sondern muss vor Ort mit den Bauern besprochen werden. Sinnvolle Umbaulösungen nach dem Sinn der Verordnung sollen angestrebt werden", so Herbert Klein.

Leider habe es aber keine Abweichungen von den bürokratischen Vorgaben gegeben, wodurch allein bei der UEG im letzten und laufenden Jahr 30 Prozent der Ferkelerzeuger aufgehört hätten oder aufhören würden. Diese Entwicklung sei landesweit ähnlich und es werde für Baden-Württemberg eine Reduzierung der Zuchtsauen auf circa 165000 Tiere erwartet. 1998 hielten die Bauern noch 320000 Sauen im Ländle. Mit dieser gravierenden Abstockung sei Baden-Württemberg wieder auf dem Niveau von Anfang 1960. Das ehemals ferkelexportierende Baden-Württemberg werde in naher Zukunft zum Ferkelimportgebiet.

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