Hitzerekord im kalten April

Der April machte seinem Namen als launischer Monat alle Ehre. Er war lange Zeit viel zu kalt, aber Dank der ungewöhnlichen Hitze am Ende sogar sechs Zehntelgrad wärmer als gewöhnlich, schreibt Martin Melber.

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Über weite Strecken war der April sehr wechselhaft mit vielen Regen- und Graupelschauern, oft auch mit einem abendlichen Regenbogen, so der Wettertechniker aus Rosengarten. Für die Kälte stellvertretend steht der Ostersonntag, 8. April, mit einem Höchstwert von nur 6,8 Grad - trotz Sonnenscheins. Am Ostermontag war es dagegen trüb mit zeitweisem leichten Regen.

Martin Melber errechnete eine Monatsmitteltemperatur von 8,4 Grad, gegenüber dem langjährigen Vergleichswert von 7,8 Grad ist das um 0,6 Grad zu warm. Wäre fünf Tage zuvor abgerechnet worden, wäre der April noch um rund ein Grad zu kalt ausgefallen.

Zu verdanken ist der Wärmeüberschuss den letzten drei sehr warmen Tagen mit dem Hitzerekord von 31,4 Grad am 28. April. Damit wurde erstmals überhaupt seit Messbeginn 1985 an der privaten Wetterstation ein heißer Apriltag mit 30 Grad und mehr gemessen. Bisher lag der Rekordwert bei 28,5 Grad im April 2000. Fünf Tage zuvor war es noch 20 Grad kälter. Am gleichen Tag wurde auf der 734 Meter hoch gelegenen Wetterwarte Stötten/Ostalb, wo Melber seit 29 Jahren amtlicher Beobachter für den Deutschen Wetterdienst ist, mit 27,7 Grad der höchste Aprilwert seit 1946 gemessen. Paradoxerweise gab es auch die tiefste Apriltemperatur mit minus 4,1 Grad am 17., am Erdboden sogar -6,3 Grad. Die Westheimer Station zählte neun Frost- und zwölf Bodenfrosttage, eine normale Anzahl für April.

Die letzten drei Tage im April waren Sommertage mit mehr als 25 Grad. In 14 von 27 Aprilmonaten seit Messbeginn gab es keinen Sommertag, die meisten Sommertage im April 2007 mit 10. Heiter waren 3 und trüb 14 Tage.

Zwar fiel an 14 Tagen messbarer Niederschlag, jedoch nur 37,3 Liter pro Quadratmeter, das sind zum langjährigen Soll von 74 Litern genau die Hälfte. Die größte Menge fiel am 21. mit zehn Litern, an drei Tagen war auch Graupel dabei. Nach Regen sehnen sich vor allem die Landwirte. Viele Hobbygärtner bewässern ihre Gärten schon seit Tagen. Wenn Bauern ihre Felder beackern, sind weithin Staubfahnen zu sehen. Kocher und Jagst führen derzeit nur wenig Wasser.

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