Hinter Volkstheater steht starke Gemeinschaft 15 ausverkaufte Vorstellungen um die Geschichte vom "kahlen Krempling" begeistern

"Was eine tolle Dorfgemeinschaft auf die Beine stellen kann, sieht man hier in Waldtann", freute sich Regisseur Martin Brenner am letzten Abend der Saison und bekam reichlich Applaus.

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Die Akteure des Waldtanner Volkstheaters können wieder auf eine überaus erfolgreiche Saison zurückblicken. Privatfoto

"Bei euch gibt es den besten Kartoffelsalat der Welt", bekundete ein Besucher im Abspann einer der 15 ausverkauften Vorstellung der Saison, und er hätte mit diesem Ausruf das "Gesamtpaket Waldtanner Volkstheater" nicht treffender beschreiben können. Denn für die Dorfbewohner ist die Theatersaison mehr als nur Theaterspiel auf der Bühne - sie ist eine Art "fünfte Jahreszeit", auf die sich viele das ganze Jahr freuen.

Es ist Tradition, dass sich die Rentner am Freitagnachmittag zum "Aufstuhlen" einfinden, wo sie dann auf die "Kartoffel-Schäl-Frauen" treffen, die in Handarbeit die Töpfe voll Kartoffeln für den so hochgelobten Salat schälen. Man schwätzt und sitzt gemütlich beieinander. Die Frauen der Schauspieler kümmern sich derweil um die Dekoration, bevor dann schon die ersten Theaterbesucher die Halle betreten. Die Sänger vom GSV Waldtann waren bei jeder Veranstaltung dabei und leiteten mit Liedvorträgen vortrefflich auf das Theaterstück - einer Krimikomödie um den "kahlen Krempling" - ein.

Tante Paula (Ingrid Stegmeier) lässt an jedem runden Geburtstag ihre Erben in Reih und Glied antanzen. Mehr oder weniger lustlos wird dieser Pflichtbesuch von den Eingeladenen angegangen. Nichte Erna Fetzer (Ruth Leitow) widmet sich lieber dem Schnäpschen, Neffe Blasio Fortanto (Markus Häffner) gibt als abgehalfterter Tenor überflüssige Weisen zum Besten, Brunhilde Löffelholz (Barbara Seibold) steigt dem Hopfenbauer Eugen Bierstengel (Hermann Schmidt) nach, und ihr Bruder, General Otto Hasenfuß, (Thomas Zott) ist nur kurz abkömmlich. So verschieden und skurril die lieben Verwandten auch sind, ein gemeinsames Ziel - das Erbe - haben sie alle. Doch an das Erbe heranzukommen ist nicht so einfach. Während die Geburtstagsgäste Mordpläne schmieden, weiht sie Hausdiener Heinrich Heinrich (Martin Brenner) in seine Idee des perfekten Mordes ein. Ein giftiger Pilz, nämlich der kahle Krempling, spielt in diesem Plan die Hauptrolle. Dieser Pilz ist erst bei mehrmaligem Genuss tödlich. Doch ausgerechnet Kriminalrat Findus Fuchs (Volker Mack) vereitelt die Pläne der Verwandten, die von Dienstmädchen Babette (Verena Sturm) am Ende als "geldgierige Mörderbande" entlarvt werden.

Das Publikum bedachte die tollen schauspielerischen Leistungen des Waldtanner Ensembles mit viel Applaus und Jubelrufen. Auch in dieser Spielzeit sammelte das Waldtanner Volkstheater wieder die ganze Saison hindurch Geld für die Aktion "Wenn ich groß bin, möchte ich gesund sein". Den Abschluss der Spendenaktion bildete wie jedes Jahr der Benefizabend. An dem Abend gehen alle Einnahmen in den Spendentopf für Tannheim. Der Höhepunkt der Benefizverlosung mit vielen Preisen war eine, wie schon seit Jahren von Axel Huß, Geschäftsfüher der "A&S Immobilien GmbH", gespendete Reise, die dieses Mal ans Nordkap führt.

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