Heroin fliegt im Netz über die Gefängnismauer

Der Prozess um Drogenschmuggel im Haller Gefängnis hat erst jetzt ein Ende gefunden. Die Revision eines Angeklagten wurde vom Oberlandesgericht Stuttgart verworfen. Der zweite Täter ist auf freiem Fuß.

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17 Gramm Heroin und zehn Einwegspritzen gelangten ins Gefängnis in Schwäbisch Hall. Symbolfoto: dpa

Bereits am 6. September 2011 hatte die 6. Kleine Strafkammer nach 17 Verhandlungstagen die Berufung eines 1985 geborenen Angeklagten verworfen, nachdem dieser am 29. Mai 2009 vom Amtsgericht Schwäbisch Hall wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden war. Der Fall hatte deshalb für Aufsehen gesorgt, weil der Angeklagte am 17. Oktober 2007 durch das Landgericht Heilbronn wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Er hatte am 26. Dezember 2006 in Bad Rappenau seine vermögende Vermieterin, eine 81-jährige Geschäftsfrau überfallen, beraubt und mit einem Schraubendreher getötet.

Der jetzigen Verurteilung lag zugrunde, dass der in der Nacht des 22. Februar 2008 anderweitig dafür verurteilte Täter ein Zwiebel- oder Kartoffelnetz über die Mauer der Justizvollzugsanstalt Hall geworfen hatte. In diesem Netz hatten sich unter anderem etwa 17 Gramm Heroin und zehn Einwegspritzen befunden. Der Angeklagte war von dem Empfänger des Päckchens in den Tatplan eingeweiht und über den Mauerwurf informiert gewesen und wollte diesen dabei unterstützen.

Der Angeklagte hatte gegen seine Verurteilung durch das Landgericht Heilbronn Revision eingelegt, die nunmehr durch Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart verworfen wurde. Der 36-jährige Haupttäter soll dagegen noch auf freiem Fuß sein. Über seine Revision wurde nach derzeitigem Kenntnisstand noch nicht entschieden.

Der Prozess um das Heroin im Zwiebelnetz hatte das Haller Amtsgericht lange beschäftigt. Fast sieben Monate lang war verhandelt worden, ehe in zwei getrennten Prozessen ein Urteil gesprochen wurde. Die beiden Angeklagten gingen in Berufung, das Landgericht Heilbronn bestätigte aber die Haller Urteile nach 17 Verhandlungsterminen. Auch das Oberlandesgericht schloss sich den Urteilen an.

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