Hermann-Merz-Realschule legt Schwerpunkt auf Berufsorientierung

Mehr als die Hälfte der Hermann-Merz-Schüler sind Realschüler. Sie bereiten sich in Theorie und Praxis aufs Leben nach der Schule vor und erlangen so soziale Kompetenzen, die ihre Persönlichkeit prägen.

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Um junge Menschen fit zu machen für den Beruf, legt sich die Hermann-Merz-Schule mächtig ins Zeug. In der achten Klasse endete das Projekt "Soziales Engagement" heuer erstmals mit einer kleinen Messe, auf der die Schüler ihre Projekte vorstellten.

Zusätzlich zum üblichen Berufsorientierungspraktikum in Klasse 9 gibt es eine weitere Praktikumswoche und jährlich präsentieren sich örtliche Unternehmen auf der großen Berufswahlmesse. "Die Firmen sind sehr an Kontakten zu unseren Schülern interessiert, und auch wir haben ein großes Interesse daran, unsere Schüler in Lohn und Brot zu bringen", berichtet Konrektor Ulrich Kraft.

Dabei geht die Hermann-Merz-Schule auch neue Wege. Um das Interesse für Technik zu wecken, gab es in diesem Schuljahr in Kooperation mit der Firma Bausch und Ströbel erstmals das Projekt Mädchenförderung in technischen Berufen. Gemeinsam mit Auszubildenden planten und konstruierten die Schülerinnen eine kleine Abfüllanlage.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Gewaltprävention, die in Ilshofen bereits in der fünften Klasse mit den Anti-Mobbing-Tagen beginnt. Zusätzlich gibt es begleitende Elternabende. Das wirkungsvollste Rezept gegen Mobbing ist, Schüler in unterschiedlichen Bereichen Verantwortung übernehmen zu lassen.

An der Hermann-Merz-Schule sind Schüler als Hausaufgabenbetreuer und Nachhilfelehrer eingesetzt. Manche übernehmen auch Betreuungsdienste für die Kinder der Sonnenhofschule Schwäbisch Hall, die in Ilshofen in einer Inklusionsklasse unterrichtet werden. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Schulseelsorge. Zusätzlich zur Schulsozialarbeiterin haben zwei Seelsorgerinnen ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte von Schülern. "Persönliche Probleme werden sehr schnell zu schulischen Problemen, deshalb halten wir diese Angebote, die unseren Schülern das Leben erleichtern sollen, für sehr wichtig", erläutert Ulrich Kraft. Ein freundlicher Umgangston gehört an der Schule, die insgesamt 796 Schüler zählt, zur Tagesordnung.

"Unser Ziel ist es, die Kinder optimal zu bilden und zu erziehen. Dafür haben wir hier aufgrund unserer Infrastruktur viele Möglichkeiten", sagt Schulleiter Norbert Reinauer. Bildung fängt an der Hermann-Merz-Schule mit der ersten Klasse an. Nach der Grundschulzeit können die Kinder im Verbund die Realschule oder die Werkrealschule besuchen. Durch die Nähe der beiden Schularten unter einem Dach - in Klasse 5 gibt es gemeinsamen Musikwahlunterricht, die Neuntklässler teilen sich den Musik- und Kunstunterricht, Real- und Werkrealschüler besuchen die Chöre, Bands und AGs und fahren gemeinsam zum Schüleraustausch nach Polen - ist ein Wechsel problemlos möglich.

"Der Schulartenwechsel kann in beide Richtungen erfolgen", erklärt Norbert Reinauer, "etwa drei bis vier Schülern pro Jahr gelingt der Wechsel von der Werkrealschule in die Realschule."

Bei aller Gemeinsamkeit sind Schulleitung und Lehrerkollegium in Ilshofen davon überzeugt, dass auch die Differenzierung wichtig ist. "Aus Schülersicht gedacht, macht es wenig Sinn, ein Kind, das langsam lernt, beispielsweise in einer Fremdsprache gemeinsam mit einem Kind zu unterrichten, das schnell lernt. Das tut keinem von beiden gut", erklärt Reinauer.

Schon jetzt zeige sich in den Realschulklassen eine große Leistungsspanne zwischen starken und schwachen Schülern. Mehr als 40 Prozent der Realschüler besitzt den nötigen Notenschnitt, um ein Gymnasium besuchen zu können. Für diese Schüler ist die Realschule ein guter Weg zum Abitur. Sie wechseln nach der mittleren Reife auf ein berufliches Gymnasium.

Daneben gibt es auch Schüler, denen das Lerntempo oft zu schnell ist. Diese Schüler hätten es auf der Werkrealschule leichter. Eine solch heterogene Schülerschar ist Alltag in den Realschulklassen der Region. Die Lehrer reagieren darauf mit differenziertem Unterricht - um die Starken zu fordern und die Schwachen nicht zu überfordern.

"Wir wissen nicht, wie die Realschule in fünf Jahren aussieht. Wir hoffen aber, dass wir die Schüler ab Klasse 7 in den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch sowie in den Naturwissenschaften in Leistungskurse einteilen können", hofft Norbert Reinauer. Dafür braucht die Realschule jedoch zusätzliche Lehrerstunden, die sie momentan nicht zur Verfügung hat.


Hermann-Merz-Schule Ilshofen: Verbundschule bestehend aus Grund-, Werkreal- und Realschule. Die Realschule besuchen derzeit 425 Schüler in 17 Klassen. Die durchschnittliche Klassengröße beträgt 25 Schüler. 70 Lehrer unterrichten an der Schule.

Der Einzugsbereich erstreckt sich auf die Gemeinden des Schulverbands Ilshofener Ebene: Ilshofen, Vellberg, Wolpertshausen und Braunsbach.

Ganztagesangebot in offener Form mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Lernwerkstatt, Arbeitsgemeinschaften und Betreuung im Schülercafé.

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