Herbstbelebung kaum zu spüren

Im Herbst ist für gewöhnlich die Nachfrage nach Arbeitskräften besonders groß. In diesem Jahr nicht. Nur 150 Menschen sind im Agenturbezirk weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Sonst sind es um 500.

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Gute Job-Chancen für Metaller: Ein Zerspanungsmechaniker arbeitet bei der Firma Ziehl-Abegg an einer modernen Zyklendrehmaschine. Archivfoto: Rainer Grill

"Die übliche Herbstbelebung ist nicht so ausgeprägt wie im vergangenen Jahr. Wir erwarten einen ruhigen Herbst. Aktuell sind wenig konjunkturelle Impulse für den regionalen Arbeitsmarkt zu erwarten", kommentiert Thekla Schlör, Leiterin der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, die aktuellen Zahlen. Gleichwohl zeige sich der Arbeitsmarkt robust und es fehle auch nicht an Bewegung. Mit Blick auf die nach wie vor hohe Nachfrage nach Arbeitskräften komme es umso mehr darauf an, die Jobchancen der Arbeitslosen zu verbessern, erklärt Thekla Schlör.

Die internationalen Krisenherde in der Ukraine und dem Mittleren Osten sowie Exportverbote in bestimmten Branchen nach Russland würden von den Betrieben kritisch gesehen. Eine Folge sei, dass die Unternehmen beim Personalaufbau vorsichtiger würden, meint Schlör. Deshalb sei die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 205 im Vergleich zum Vormonat gesunken. Auch hielten Firmenchefs im Maschinenbau das Wachstum in den USA und China für steigerungsfähig. Die Auftragseingänge seien rückläufig, die Auftragsbücher aber noch immer gut gefüllt, erläutert die Agenturchefin.

In den Bereichen Metall, Elektro und Bau würden nach wie vor Fachkräfte gesucht, doch der Arbeitsmarkt sei in diesen Sektoren praktisch leergefegt. Auch die Zeitarbeitsbranche frage viele Arbeitskräfte nach.

"Es gibt keine Anzeichen für eine Krise. Auch die Zahl der Kurzarbeiter verharrt auf niedrigem Niveau", blickt Schlör mit Optimismus auf die kommenden Monate. Dass die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit vom August zum September relativ gering gewesen sei, habe auch statistische und Termingründe. Für Oktober sei noch einiges an Einstellungen zu erwarten.

Ein Sorgenkind ist aus Sicht von Schlör der Bereich Dienstleistungen, Bürotätigkeit und der kaufmännische Sektor. Bis zu 2800 Beschäftigungsuchenden stünden im Agenturbezirk nur 760 offene Stellen gegenüber.

Für den Ausbildungsmarkt will die Arbeitsagentur erst noch den Monat Oktober abwarten, ehe sie Bilanz zieht. "Da geht einiges. Ausbildungsstellen werden noch besetzt, auch bei den Anmeldungen für Schulen tut sich noch etwas", meint die Expertin. Wer gewollt habe, hätte auch etwas finden müssen. "Es werden nur ganz wenige junge Leute ohne Lehrstelle oder weitere schulische Laufbahn bleiben", ist Thekla Schlör zuversichtlich.

Beim Jobcenter in Hall sind 1925 Personen registriert, die Arbeitsagentur betreut 1969 Personen.

Arbeitsmarktdaten im Bezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim im September 2014

Arbeitslosenquote

Bezirk: 3,6 Prozent

(Vormonat: 3,6 Prozent)

Landkreis Hall: 3,7 Prozent (Vormonat: 3,7)

Altkreis Schwäbisch Hall:

3,6 Prozent (Vormonat: 3,6)

Altkreis Crailsheim:

3,8 Prozent (Vormonat: 3,9)

Hohenlohekreis: 3,1

Prozent (Vormonat: 3,0)

Main-Tauber-Kreis: 3,5

(Vormonat: 3,6 Prozent)

Neckar-Odenwald-Kreis: 3,9 Prozent (Vormonat: 4,0)

Landesdurchschnitt: 4,0

Zahl der Arbeitslosen

Bezirk: 11468

(Vormonat: 11618)

Landkreis Hall: 3894

(Vormonat: 3941)

Hohenlohekreis: 1943

(Vormonat: 1905)

Main-Tauber-Kreis: 2567

(Vormonat: 2620)

Neckar-Odenwald-Kreis: 3064 (Vormonat: 3152)

Offene Stellen

Bezirk: 4490

(Vormonat: 4695)

Landkreis Hall: 1426

(Vormonat: 1471)

Hohenlohekreis: 850

(Vormonat: 876)

Main-Tauber-Kreis: 1528

(Vormonat: 1584)

Neckar-Odenwald-Kreis:

686 (Vormonat: 764)

Arbeitslosigkeit nach Alter und Geschlecht

Männer: 49,6 Prozent

Frauen: 50,4 Prozent

Jugendliche bis 25 Jahre:

14,1 Prozent

Ältere von 50 bis 65 Jahre: 24,2 Prozent

Langzeit: 29,8 Prozent

Ausländer: 14,4 Prozent

Zu- und Abgang

Neu arbeitslos (im Kreis): 1090 (1182)

Arbeitslosigkeit beendet:

1141 (976)

SWP

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