Hennen unterstützen Osterhasen

Für die vielen Ostereier brauchen die Osterhasen Unterstützung: Eine Schar Legehennen lebt in Mittelfischach auf dem Hof von Wilhelm Schweigert. 600 Hennen kümmern sich ums Ostergeschäft.

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Wilhelm Schweigert hat zwei Paletten Eier eingesammelt. Das Bild zeigt ihn im Hühnerstall, in dem sich die Legehennen frei bewegen können. Rechts hinten sind die Stangen zu sehen, auf denen sich die Hühner ausruhen. Foto: Marc Weigert

Wilhelm Schweigert hat sie Anfang Januar im Alter von 18 Wochen von einem Zuchtbetrieb gekauft. Sie sollen möglichst schnell in die Phase kommen, wo sie Eier der Größenklasse L (63 bis 73 Gramm) legen, damit seine Kunden zu Ostern schöne große Eier kaufen können. "Nicht schlecht" sei es, wenn er pro Henne 0,8 bis 0,95 Eier am Tag hat. Bei 600 Hennen sind das täglich zwischen 480 und 570 Eier. Selbstverständlich brauchen die Federtiere hochwertiges Futter. Wichtig ist Kalzium für die Schale. Mit gutem Futter bringt es eine Henne aus Schweigerts Stall im Jahr etwa auf 270 M-Eier (63 bis 73 Gramm) und L-Eier (63 bis 73 Gramm). Bis vor einem Jahr hat Schweigert eigenes Getreide verfüttert. Letztes Jahr konnte er wegen Frostschäden keinen Weizen ernten. Jetzt kauft er Futter. "Das hat gleichbleibende Qualität. Damit fahre ich am besten, auch wenn es teurer ist."

"Von Natur aus legen die Hühner im Frühjahr mehr Eier als sonst", so der Mittelfischacher. Aber das reiche nicht, um die vorösterliche Nachfrage zu stillen. Große Betriebe geben ihre Eier nach Weihnachten, wenn die Kunden weniger Eier kaufen, in die Färbereien. "Die bauen dann eine Art Welle auf und schieben sie vor sich her. Bis Ostern wird das dann eine große Welle", erklärt der Eierexperte. Ihm gelinge es nur schwer, so eine Welle zu errichten. Vor drei Jahre etwa seien wegen der Wirtschaftskrise weniger Leute in Winterurlaub gefahren. Deshalb war die Nachfrage nach Eiern auch im Januar recht hoch. "Da konnten wir uns keinen Vorrat aufbauen." Auch heuer habe es keine Flaute gegeben.

Kann Licht dafür sorgen, dass die Hühner mehr Eier legen? Das nicht, aber es steuert, wann sie legen. Für die sprichwörtlichen Frühaufsteher schaltet Schweigert das ganze Jahr über schon um 4 Uhr morgens das Licht an. "Im Winter haben dann bis um 8 Uhr zwei Drittel der Hennen gelegt. Bis Mittag sind alle fertig." Um 15 Uhr dreht er das Licht ab, dann gehen die Hühner auf ihre Sitzstangen und ruhen sich aus. Wenn die Tage länger werden, verschiebt sich die Eiablage in Richtung Spätnachmittag.

Mit seinen Osterhennen ist der Landwirt recht zufrieden. Sie leben fast von Anfang an in einer Gruppe, so sind sie aneinander gewöhnt. Es sind zwei Rassen, die eine legt weiße Eier, die andere braune. Die Hennen seien auffallend ruhig und entspannt gewesen, als sie bei ihm in den Stall eingezogen sind. Ein gutes Zeichen, denn Hühner seien recht schreckhaft. Seine lassen sich nicht stören, wenn Schweigert die Stalltür öffnet und nach ihnen schaut. Sie gackern und picken einfach weiter.

Zwei bis drei Wochen nach ihrem Umzug in den Mittelfischacher Hof haben sie mit dem Legen begonnen. Anfangs sind die Eier mit einem Gewicht von unter 53 Gramm sogar für die Eierklasse S zu klein. "Wir verkaufen die kleinen Eier auf Paletten zu je 30 Stück in unserem Hofladen", erzählt der Bauer, der vor ein paar Jahren den ungewöhnlichen Weg vom Neben- zum Vollerwerbsbauern gegangen ist. Ihm ist wichtig, dass die Hennen möglichst rasch größere Eier produzieren, damit er jetzt vor Ostern, aber auch sonst übers Jahr, genug L-Eier anbieten kann. "Damit heben wir uns vom Discounter ab, der vor allem M-Eier verkauft." Natürlich legen auch seine Hennen M-Eier. Die lässt er jetzt vor Ostern färben und verkauft sie dann selber. Auf dem Wochenmarkt sind die L-Eier die gefragtesten. Im Hofladen gehen M- und L-Eier gleich gut.

Ein Blick in den Vorratsraum: Dort stapeln sich die Eierpaletten meterhoch. Aber Wilhelm Schweigert hätte nichts dagegen, wenn sich die Hennen jetzt vor Ostern für die zwei- und vierbeinigen Osterhasen noch einmal richtig ins Zeug legen würden.

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