Heimat ist auch da, wo es warm ist

Ab in den Norden, hieß es in diesem Sommer. Schon seit Jahren hatte mich meine Frau bearbeitet. Natürlich gefalle es auch ihr im Süden, keine Frage, Dolce Vita und Passeggiata, das sei schon toll. Aber ganz toll sei es sicherlich auch im Norden, beispielsweise in Norwegen.

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Andreas Harthan ist Redaktions- leiter des Hohenloher Tagblatts in Crailsheim.  Foto: 

Ab in den Norden, hieß es in diesem Sommer. Schon seit Jahren hatte mich meine Frau bearbeitet. Natürlich gefalle es auch ihr im Süden, keine Frage, Dolce Vita und Passeggiata, das sei schon toll. Aber ganz toll sei es sicherlich auch im Norden, beispielsweise in Norwegen. Ich habe schließlich eingewilligt - und es schon bei der Anreise bitter bereut.

Als ich in Stavanger seekrank von Bord wankte und mich der norwegische Spätsommer mit Regen und Kälte begrüßte, da fiel er mir sofort ein, der erste Stopp an einem Autogrill auf der italienischen Seite des Brenners. Der erste Cappuccino, die Sonne brennt vom Himmel. Dann am Abend auf irgendeiner Piazza der erste Vino rosso. Am Abend kühlt es kaum unter 20 Grad ab, man könnte die ganze Nacht sitzen bleiben, ohne dass es einen friert. In Norwegen habe ich ganz körperlich erfahren, wie toll bella Italia ist. Damit ich nicht missverstanden werde: Norwegen ist ein faszinierendes Land, seine majestätische Weite, seine landschaftliche Dramatik rauben einem manchmal geradezu den Atem. Aber wer als Camper unterwegs ist, wer sich im Freien aufhalten muss, weil im VW-Bus nur Platz zum Schlafen ist, für den ist die 15-Grad-Grenze die rote Linie. Wenn die unterschritten wird, halten auf Dauer auch keine vier Jacken mehr warm.

Dass Italien auch mein Sehnsuchtsland, meine zweite Heimat ist, weiß ich schon lange. Seit diesem Sommer weiß ich zudem, dass Heimat nicht nur ein Ort, oder ein Gefühl ist. Sich irgendwo wohlzufühlen hat offensichtlich auch viel mit der richtigen Temperatur zu tun. Der nächste Italienurlaub kommt also bestimmt.

Das Geschäft mit der Heimat

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