Harmlose Schlingnatter gezeigt Kriechtier des Jahres wird oft mit der giftigen Kreuzotter verwechselt

Vor Kurzem konnte NABU-Experte Peter Hartig Besuchern seiner botanischen Führung am Trockenrasen Mistlau das "Reptil des Jahres" 2013, die Schlingnatter, vorführen - eine glückliche Fügung.

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Der Kopf der Schlange mit der runden Pupille im Auge unterscheidet sich deutlich von der Kreuzotter, die ovale Pupillen hat. Foto: Peter Hartig

Weil die etwa 70 Zentimeter lang werdende ungiftige Würgeschlange durch ihre Zeichnung perfekt getarnt ist, ist ihre Beobachtung natürlich ein glücklicher Zufall. Kleine Beutetiere verschluckt die Schlange sofort. Mäuse und Eidechsen tötet sie durch kräftiges Umschlingen, bevor sie gefressen werden. Größere Beutetiere werden also erwürgt, daher die Bezeichnung "Würgeschlange".

Dank ihrer unauffälligen Lebensweise hat die Schlingnatter jahrhundertelange Verfolgung durch den Menschen überlebt. Oft mit der Kreuzotter verwechselt, wurden bis in die jüngste Zeit unzählige der kleinen Nattern als vermeintliche Giftschlangen erschlagen. Viel gefährlicher für den Bestand des "Reptils des Jahres" ist aber die Zerstörung ihres Lebensraums durch wirtschaftliches Denken. Entweder droht der "nutzlosen Wildnis" die Aufforstung, oder die extensive Schafbeweidung wird einfach eingestellt, weil sie sich nicht mehr lohnt.

Die aktiven Fachleute im Vorstand des NABU Kirchberg wissen schon lange, dass sich die gefährdete und streng geschützte Schlingnatter am Trockenrasen Mistlau wohlfühlt. Hätten sie nicht Mitte der 80er-Jahre das trockenwarme Biotop als Naturdenkmal schützen lassen und, was noch wichtiger ist, die mosaikartigen Strukturen durch extensive Pflegemaßnahmen erhalten, wäre dort im dicht verbuschten Gelände die Schlingnatter längst verschwunden.

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