Hagel haut Raps kurz und klein - Schwere Schäden für Bauern

Schwere Schäden auf den Äckern rund um Crailsheim hat das Hagel-Unwetter in der vergangenen Woche verursacht. Das Landwirtschaftsamt befürchtet, dass bis zu 1000 Hektar betroffen sind.

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Wilhelm Wackler zeigte Hagelschätzern gestern die schweren Schäden in einem Rapsfeld. Foto: Harthan

Wilhelm Wackler ist 60 Jahre alt und seit 45 Jahren Bauer. Er hat schon vieles in der Landwirtschaft erlebt - aber noch nicht so etwas wie am 15. Mai. Wackler, der einen Hof in Gersbach bewirtschaftet, ist mit seinem Traktor unterwegs und sieht, dass sich ein Unwetter zusammenbraut. Er ahnt Ungemach und macht sich auf den Heimweg. Unterwegs macht ihm die "weiße Wand", die sich über Ellrichshausen aufbaut, große Sorgen und kaum hat er seinen Hof erreicht, prasselt es auch schon los.

"20 Minuten lang hat es ununterbrochen gehagelt", erzählt er gestern beim Ortstermin mit dem HT und schaut betrübt auf den Acker oberhalb von Gersbach, auf dem der Hagel den Raps kurz und klein gehauen hat. Kaum eine Blüte mehr an den oft geknickten Stielen und nur noch wenige Blätter. "Das ist wohl ein Totalschaden", sagt Wackler und wartet auf die Schätzer von der Hagelversicherung.

Wackler hat Erfahrung mit Unwettern. Immer wieder prallen unterschiedlich temperierte Luftmassen am Rand der Frankenhöhe zusammen und dann gibts auch mal Hagel. Aber so ein Unwetter so früh im Jahr und dann mit solch einer Intensität wie das vom vergangenen Mittwoch, das hat der erfahrene Landwirt noch nicht erlebt.

Zum Glück hat Wackler eine Hagelversicherung. Aber die bis vor einer Woche geleistete Arbeit war umsonst - und das hinterlässt Spuren. Das bestätigt Helmut Hessenauer, der Leiter des Landwirtschaftsamtes in Ilshofen. Die Bauern, die Getreide anbauen, waren in diesem Jahr voller Hoffnung, endlich mal wieder eine gute Ernte einfahren zu können. Im vergangenen Jahr hatte ein strenger Februar-Frost für erhebliche Schäden gesorgt, im Jahr davor hatte Trockenheit ihren Tribut gefordert.

Ärmel wieder hochgekrempelt

Auch Wilhelm Wackler erfreute sich an seinen Äckern, auf denen Gerste, Weizen und Raps gedeihte. Bis sich heute vor einer Woche die weiße Wand aufbaute und so gut wie alles niederwalzte. Wackler, langjähriges Vorstandsmitglied im Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems, ist ein sturmerprobter Landwirt, auch im übertragenen Sinne. Aber am Abend des 15. Mai hat auch ihn kurzfristig der Mut verlassen.

Inzwischen hat er die Ärmel wieder hochgekrempelt. Aber die Erinnerung an das schwere Unwetter von Mitte Mai wird bleiben. Seit Tagen ermuntert er Kollegen, die es ebenfalls schwer getroffen hat, weiterzumachen. Jetzt gilt es, mit der Versicherung klarzukommen und neues Saatgut zu organisieren. Und zu hoffen, dass sich im Sommer nicht noch eine weiße Wand über Hohenlohe aufbaut und die Äcker erneut verwüstet.

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