Habicht ist ein geschützter Greifvogel

Einen öffentlichen Dia-Vortrag über den Vogel des Jahres 2015, den Habicht, hält der Vogelexperte des Nabu Kirchberg, Ulrich Hartlieb, am Dienstag, 3. März, um 20 Uhr im Vortragssaal des Landhotels Kirchberg.

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Habichte werden zwischen 46 und 63 Zentimeter groß. Archivfoto

Seit den 70er-Jahren sind alle Greifvögel in Europa streng geschützt. Dennoch sind viele illegal abgeschossen oder gefangen worden. Besonders am Habicht, dem Vogel des Jahres 2015, scheiden sich die Geister. Warum ist das so? Einmal weil er zu den Greifvögeln gehört, die die gleiche Beute schlagen, die auch der jagende Mensch erlegen will. Alle Vögel mit krummen Schnäbeln wurden früher als Raubvögel kriminalisiert, weil das Jagen angeblich nur dem Menschen zustand. Kein Mensch stirbt heute den Hungertod, wenn er nicht mehr jagen kann. Für Greifvögel aber ist das Jagen ihrer Beute ein Muss, sonst verhungern sie.

In monotonen Wäldern ohne Strauchschicht umgeben von maschinengerechten Agrarsteppen findet der Vogel des Jahres keine arttypischen Beutetiere mehr. Das sind entsprechend große Vogelarten wie Drosseln, Tauben, Elstern und Rebhühner. Ihm bleibt nur der Ausweg, seinen Beutetieren in die Großstadt zu folgen, und das tut er auch erfolgreich. In Köln ernährt sich der Habicht vorwiegend von Elstern und Stadttauben und kann unbehelligt im Stadtpark Junge großziehen. Neben Krähen, Amseln, Staren und Kaninchen fressen die Kölner Habichte aber auch Ratten. Seit den 90er-Jahren zieht der einst scheue Waldbewohner zunehmend in Großstädte und Parks und brütet dort in nächster Nähe zu den Menschen. Das gilt inzwischen auch für Städte wie Hamburg, Berlin, Kiel oder Dresden. Ja sogar in europäischen Metropolen wie Amsterdam und Kiew gibt es bereits Nachweise.

Auf dem Land überlebt er dagegen in Schutzgebieten mit vielfältigen, abwechslungsreichen Wald- und Feldstrukturen, weil dort seine Beutetiere auch überleben können. Wo gejagt wird, versteckt er sich vor dem Menschen. In Städten verliert der Habicht seine Scheu, weil er die Menschen nicht mehr fürchten muss. Beutetiere gibt es genug und Parkbäume zum Nisten ebenfalls. Auch der in den 60er-Jahren fast ausgestorbene Wanderfalke lebt heute gut vom Vogelreichtum der Städte und nutzt hohe Kirchtürme zum Nisten. Vogelfreunde brauchen sich auch in der Stadt keine Sorgen um ihre Lieblinge machen.

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