Gründungsmitglied Hugo Zott beweist langen Atem

75 Jahre gibt es den Posaunenchor Schrozberg. Dieses Jubiläum wird am Sonntag gleich zweimal gefeiert: Mit einem Festgottesdienst am Morgen und einem Konzert am Abend, jeweils in der Stadtkirche.

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  • Der Schrozberger Posaunenchor im Jahr 1946: Nach den Kriegsjahren geht es mit vielen Jungbläsern wieder aufwärts mit der Blasmusik. Privatfoto 1/2
    Der Schrozberger Posaunenchor im Jahr 1946: Nach den Kriegsjahren geht es mit vielen Jungbläsern wieder aufwärts mit der Blasmusik. Privatfoto
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    Gründungsmitglied Hugo Zott Privatfoto
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Elf Jahre alt war Hugo Zott, als sein Vater mit fünf weiteren Blasmusikfreunden einen Posaunenchor gründete. Das ist jetzt 75 Jahre her - und Hugo Zott, der von der ersten Probe an dabei war, spielt noch immer. Mal abgesehen von den Zeiten des Krieges und der Gefangenschaft hat der Schrozberger bis heute ununterbrochen den Hochbass geblasen. "Klar ist das eine lange Zeit. Aber ich muss sagen: Es macht mir immer noch Spaß. So lange ich kann, spiele ich weiter mit", sagt der 86-Jährige.

Die Anfangsjahre des Schrozberger Posaunenchors waren keine leichten. Der Zweite Weltkrieg stand bevor und die Menschen hatten existenzielle Sorgen und Nöte. Trotzdem setzte sich eine Handvoll Männer dafür ein, mit Posaunenklängen das Wort Gottes in die Welt zu tragen. "Das Schwierigste in diesen Zeiten war, die Instrumente zu beschaffen. Die waren schier unbezahlbar", erinnert sich Hugo Zott. Kriegsdienst, Angst vor Verfolgung und der Kampf ums Überleben stellten den Fortbestand des jungen Chores oft in Frage. In der Chronik findet sich ein Eintrag von einem Gottesdienst, bei dem der Posaunenchor musizierte - mit einer Stimme und einem Bläser.

Die Bläser aber bewiesen einen langen Atem. Heute, im Jubiläumsjahr, zählt der Chor 25 Mitglieder, sechs Jungbläser sind gerade in der Ausbildung. "In den 1990er-Jahren hatten wir auch schon über 40 Bläser. Mit unserer jetzigen Größe bin ich aber sehr zufrieden", erklärt Helmut Hüttner, der die ersten Töne auf der Trompete ebenfalls im Schrozberger Posaunenchor lernte und den Chor seit 1994 leitet. Die wöchentlichen Proben und die Auftritte an den kirchlichen Hochfesten, in sozialen Einrichtungen oder beim Jakobifest sind für ihn mehr als ein Zeitvertreib. "Oft finde ich nach einer anstrengenden Woche freitags in der Probe ein Stück inneren Frieden. Das liegt einerseits an der Musik, andererseits aber auch am guten Miteinander", so Hüttner.

Mehrere Generationen musizieren zusammen im Schrozberger Posaunenchor. Gründungsmitglied Hugo Zott beispielsweise hat seinen Sohn zur Blasmusik gebracht, zwei Enkel steigen jetzt bei den Jungbläsern ein. "Im Posaunenchor zählt jeder gleich viel - ganz gleich wie alt er ist oder was er macht. Daher kommt wohl das Zusammengehörigkeitsgefühl", meint Zott, der 1936 mit seinen Eltern von Brettheim nach Schrozberg kam. Zum Miteinander der Generationen gehört auch, dass die jungen Bläser Choräle als Gesangsbegleitung spielen, die älteren Chormitglieder moderne Stücke. "Wir haben eine gute Mischung im Repertoire", sagt Chorleiter Hüttner, "manchmal überraschen wir die Zuhörer mit schwungvoller Posaunenmusik mit Schlagzeugbegleitung. Da haben wir Bläser sehr viel Spaß und es führt dazu, dass die Gottesdienstbesucher auch mal in der Kirche klatschen."

Welche Stücke am Sonntag im Festgottesdienst zum Jubiläum gespielt werden, wird noch nicht verraten. "Der Gottesdienst wird auf jeden Fall sehr musikalisch geprägt sein", erklärt Hüttner.

Info Der Gottesdienst beginnt am Sonntag um 10 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Schrozberg. Um 18 Uhr findet dort unter der Leitung von Landesjugendreferent Michael Püngel ein Abendkonzert mit dem Bläserteam des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg statt.

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