Großalarm im Jagsttal: Hat es der Wolf tatsächlich nach Hohenlohe geschafft?

Schuld an dieser Geschichte ist dieses altehrwürdige Tagblatt. Denn vor Kurzem brachte es ein Interview mit einem Wolf-Experten. Der sagte sinngemäß, der Wolf sei schon in den Vogesen, und es sei nicht die Frage ob, sondern nur wann er hier ankomme.

|
Vorherige Inhalte
  • Lauras Schnappschuss, aus dem Schulbus heraus mit dem Smartphone gleich an die Mutter versandt. Kein Wunder, dass sofort "Wolfalarm" ausgelöst wurde. 1/3
    Lauras Schnappschuss, aus dem Schulbus heraus mit dem Smartphone gleich an die Mutter versandt. Kein Wunder, dass sofort "Wolfalarm" ausgelöst wurde.
  • So knuddelig können "Wölfe" sein. Der fürstliche Förster Hubert Schick hat Mutter und Welpen im Vorgarten fotografiert. Privatfotos 2/3
    So knuddelig können "Wölfe" sein. Der fürstliche Förster Hubert Schick hat Mutter und Welpen im Vorgarten fotografiert. Privatfotos
  • Der Handyschnappschuss. 3/3
    Der Handyschnappschuss. Foto: 
Nächste Inhalte

Bei 90 Kilometern, die so ein Tier pro Nacht zurücklege, könne dies jeden Tag geschehen. Tags darauf war er - oder besser: sie - da. Im mittleren Jagsttal rund um Langenburg. Allerdings, das ergab sich ziemlich schnell, handelte es sich nur um eine Stellvertreterin und die hatte auch noch Junge dabei. Trotzdem war die Aufregung groß.

Wie nah sind die Vogesen?

Mit "Es war einmal. . ." könnte diese Geschichte auch beginnen. ". . . ein kleines Mädchen mit einem roten Käppchen, das ging in den Wald" - auch wenn diese Zeiten lange vorbei sind. Das kleine Mädchen Laura saß stattdessen im Schulbus und hatte ihr Smartphone in der Hand. Auf der Bächlinger Steige, kurz vor Langenburg hielt der Bus an. Auf der Straße vergnügten sich drei junge Welpen, daneben stand ein Tier, grau, langbeinig, dreieckiger Kopf, gelbe Augen, lange Rute. Laura schoss ein Foto und schickte es an die Mutter. Sofort war klar: Das kann nur eine Wölfin sein. Denn es stand ja im HT, 90 Kilometer pro Nacht. . . - wie nah sind die Vogesen?

Im Vergleich zur Geschwindigkeit, mit der sich diese Nachricht ausbreitete, ist ein Lauffeuer geradezu lahm. Jedenfalls wussten im Ort sofort die allermeisten Bescheid. Schafe wurden von der Weide geholt, die Hunde eingesperrt, der Katzenbestand überprüft und die Kaninchenställe verrammelt. Manche riefen vorsichtshalber die Großmutter an, denn man weiß ja, wie das Märchen vom Rotkäppchen weitergeht.

Die "Wölfin" selbst tat das ihrige dazu, den Alarmzustand zu schüren. Sie tauchte an der alten Steige auf, rannte Richtung Schlosscafé und verbreitete, so gut sie konnte, Angst und Schrecken. Dabei blieb auch noch ein Junges zurück, das von einer beherzten Bürgersfrau geborgen wurde. Es durfte dann von der Terrasse aus nach seiner Mutter bellen. Stadtverwaltung, Tierheim, Naturschutz, Polizei, Wildpark - was Rang und Namen hatte, war inzwischen alarmiert.

Wölfin im Vorgarten

Jetzt wurde es so langsam Zeit für den beherzten Auftritt des Jägers. In Langenburg übernahm diese Rolle der fürstliche Förster Hubert Schick. Jedoch, er brauchte keine Büchse um die Großmutter aus dem Bauch des Wolfs zu befreien - gefragt war eher seine profunde Kenntnis in Sachen der Spezies "Caniden". Denn zwischenzeitlich hatte sich die "Wolfsfamilie" in einem Langenburger Vorgarten eingefunden und die allgemeine Meinung der Anwohner sich verfestigt: Wir haben einen Wolf, beziehungsweise mindestens eine Wölfin. Und das im Vorgarten, o graus!

Förster Schick sah der grauen Gefahr geradewegs in die gelben Augen. Dann durfte er sie streicheln und die Welpen knuddeln. Entwarnung: Die "Wölfin" war eine Angehörige einer hierzulande nicht sehr bekannten Hunderasse. Und sie war schlicht und ergreifend ihrem Besitzer ausgebüxt. Er holte die Ausflügler kurze Zeit später zurück.

Damit hätte das HT seiner Aufklärungspflicht genüge getan, wäre da nicht, ja wäre da nicht das neueste Gerücht, dass sich auf dem Gerabronner Friedhof auch ein grauer Geselle herumtreiben soll. So gehts, wenn man Wolf-Experten zu Wort kommen lässt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Überfall auf Tankstelle in Gerabronn

Am Mittwochabend ist eine Tankstelle in Gerabronn überfallen worden – von einem mit Pistole bewaffneten Täter. weiter lesen