Grippe-Welle erreicht Kreis Hall: 61 neue Fälle in zwei Wochen

In den vergangenen zwei Wochen ist die Zahl der Grippekranken im Kreis sprunghaft um 61 neue Fälle angestiegen. Im ganzen Januar waren es 39 Fälle. Eine übliche Entwicklung, meint das Gesundheitsamt.

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Der Haller Hausarzt Dr. Robert Bühler impft einen Patienten. Die Grippeschutzimpfung wird für bestimmte Personen auch jetzt noch empfohlen. Archivfoto: Marc Weigert

Bis zum 14. Februar hat es genau 100 nachgewiesene Grippe-Patienten im Landkreis Hall gegeben. Der Hauptanstieg war in der Woche ab 4. Februar. Betroffen sind viele Kinder im Alter zwischen einem und 14 Jahren. "Sie machen die Hälfte aus", hat Dr. Eva König vom Haller Gesundheitsamt festgestellt. Ein weiterer Patientenschwerpunkt sind die über 45-Jährigen.

"Die meisten Kranken sind nicht gegen Influenza geimpft", so König. Typische Symptome seien hohes Fieber bis 40 Grad, starke Kopfschmerzen und Husten. "Heuer haben die meisten Grippekranken eine langwierige Bronchitis mit einem hartnäckigen, trockenen Husten, die sich bis zu drei Wochen hinziehen kann", erklärt die Amtsärztin. Als Komplikation kann es zu Lungenentzündungen kommen. Menschen mit Vorerkrankungen sollten unbedingt ihren Hausarzt aufsuchen, wenn sich Symptome zeigen. König rechnet damit, dass der Höhepunkt der Grippewelle erreicht ist. Genau lässt sich das aber erst Ende der Woche sagen.

Besonders für Patienten über 60 Jahre, chronisch Kranke und Menschen, die viel mit anderen in Verbindung kommen, sei eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll.

Grippe-Welle ist heftiger als letztes Jahr

Seit etwa drei Wochen herrsche in ihrer Praxis wegen der vielen Fälle von grippeähnlichen Erkältungskrankheiten "Land unter", stellt die Vorsitzende der Haller Kreisärzteschaft, Dr. Elisabeth Koerber-Kröll fest. "Es ist heftiger als letztes Jahr, aber nicht alles sind Influenza-Fälle", so die Allgemeinmedizinerin. Die Patienten hätten Fieber, zum Teil auch Darminfekte und - ganz typisch in diesem Jahr - einen extremen, lang anhaltenden, trockenen Husten. Aufgefallen ist ihr, dass vor allem Menschen jungen und mittleren Alters betroffen sind. Gegen Grippe geimpfte Personen hätten nur leichte Symptome. "Ins Krankenhaus haben wir bisher keinen Patienten einweisen müssen", so die Ärztin. Sie appelliert an die Kranken, sich häufig die Hände zu waschen, um die Verbreitung der Keime zu verhindern.

Professor Dr. Markus Menges, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 am Diak, weist darauf hin, dass die Erreger beim Husten, Niesen und über die Atemluft gestreut werden. Neben häufigem Händewaschen empfiehlt er Grippe-Patienten und Personen, mit denen sie in Kontakt kommen, einen Mundschutz zu tragen. Man müsse wissen, dass die Atemluft auch nach Abklingen der Symptome noch rund eine Woche lang infektiös bleibt.

Im Diak hätten sie gegenüber dem Dezember deutlich mehr Influenza-Patienten, aber das sei für Januar und Februar üblich. "Die Patientenzahlen sind in dieser Zeit immer am höchsten", erklärt der Mediziner. Wenn Grippe-Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen, hätten sie meist eine Vorerkrankung, die sie schwächt oder die Grippe verlaufe ungewöhnlich heftig. Ältere Menschen seien oft stärker betroffen.

Da Menschen mit Herz- oder chronischen Atemwegserkrankungen besonders gefährdet sind, rät Menges zur jährlichen Grippeschutzimpfung. Das gelte auch für Menschen mit einem schwachen Immunsystem wie beispielsweise Diabetiker.

Problem bei Lieferung

Im November 2012 hatte es nach der Impfstoffrückrufaktion eines Schweizer Pharmaunternehmens einen Versorgungsengpass gegeben. "Drei Tage nach der Lieferung ist die Charge zurückgerufen worden", erinnert sich Ariane Hinrichs, Chefin der Flügelau-Apotheke in Crailsheim. Auch viele ihrer Kollegen hätten danach "einen Riesenzirkus"gehabt, Ersatzimpfstoff zu bekommen. Das bestätigt Dr. Ulrich Breit von der Haller Löwenapotheke. Es habe bis in den Dezember gedauert, bis der Ersatzimpfstoff da war. "Auch jetzt sind nicht alle Grippeimpfstoffe lieferbar", stellt er fest.

 

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