Glasfaser bis zu jedem Haus

Auch Ingenieure haben Wunschvorstellungen. Eine davon ist Glasfaser bis zum Endkunde, wie Alexander Schmid in der jüngsten Sitzung des Stimpfacher Gemeinderats seinen Blick in die Zukunft richtete.

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Alexander Schmid ist Mitarbeiter der Firma GEoData mit Sitz in Westhausen, die nach eigenen Angaben zu den führenden Unternehmen im Bereich geografischer Datenverarbeitung zählt und seit einigen Jahren verstärkt auf die Themen Telekommunikation, Glasfaser und Breitband setzt. Durch kleine wie große Projekte hat das 70 Mitarbeiter zählende Unternehmen in der Vergangenheit Erfahrungen in den Bereichen Planung, Beratung und Konzeption gesammelt und komplexe Projekte abgewickelt.

Auch die Gemeinde Stimpfach arbeitet mit GeoData zusammen und hat sie mit der Erstellung einer Breitbandkonzeption beauftragt. Hintergrund sind die neuen Förderrichtlinien des Landes, nach denen nun die Kommunen aufgefordert sind, eigene Kabeltrassen zu bauen und vorzuhalten. Erst dann kann sich die Gemeinde in einer Ausschreibung auf die Suche nach einem Netzbetreiber machen, der die noch nicht beziehungsweise die unzureichend angebundenen Ortsteile mit schnellem Internet versorgt. Und weil für interkommunale Projekte erhöhte Fördersätze abgerufen werden können, plant Stimpfach nicht allein, sondern gemeinsam mit Fichtenau, Kreßberg und Frankenhardt, wie Bürgermeister Matthias Strobel erläuterte.

Breitband ist zu einem wichtigen Standortfaktor geworden, weiß Alexander Schmid, sei es bei der Suche und Auswahl eines Bauplatzes oder bei der Ansiedlung eines Betriebes. Und das wissen Bürgermeister Strobel und die Gemeinderäte, weshalb ihnen dieses Thema auch sehr am Herzen liegt. Schnelle Internetanbindung ist auch ein Mittel, die Landflucht zu verhindern ist Ingenieur Schmid fest überzeugt. Er zeigte dem Gemeinderat zum einen die rasante technische Entwicklung sowie die ständig zunehmende Nutzung ("die Datenmengen verdoppeln sich alle zwei Jahre") auf und nannte als Fernziel "Glasfaser bis zum Endkunde". Bis dahin wird es noch ein Weilchen dauern, auch in Stimpfach. Jetzt geht es erst einmal darum, die baulichen Voraussetzungen für schnelles Internet zu schaffen und dann Anbieter und Betreiber zu finden. So haben sich die Mitarbeiter von GeoDatra erst mal einen Überblick über Hauptverteiler (in Jagstzell, Kreßberg und Wildenstein), über bestehende Glasfaser- und Leerrohrtrassen, über die mögliche Zusammenführung von Leitungen sowie funktechnische Einrichtungen verschafft, wobei sie auf die Informationen von Telekom, ODR, Kabel-BW, Vodafone und anderen Unternehmen angewiesen sind.

GeoData ist bestrebt, beim Ausbau des Netzes "möglichst viele Anbieter ins Boot zu holen", so Schmid, "und wir vergrößern damit die Chance, überhaupt jemand zu bekommen" ergänzte Bürgermeister Strobel. Wenig Hoffnung setzt er in die Telekom, die den ländlichen Raum teilweise völlig ignoriere und sich auf die weitaus lukrativere Ballungszentren und Städte konzentriere. Eine Weichenstellung für die Zukunft: "Nutzen Sie jede Chance, bei Bauarbeiten Leerrohre einzulegen", so Schmid.

Und welche konkreten Schritte könnten in naher Zukunft unternommen werden? Beispielsweise eine Anbindung von Großenhub an Gerbertshofen. Der Bau dieser 1,6- Kilometer-Trasse würde nach ersten Schätzungen rund 80 000 Euro kosten, an Förderung könnte die Gemeinde zwischen 40 und 50 Prozent erhalten. Mit deutlich höheren Kosten ist der Bau einer Leitungstrasse zwischen Gerbertshofen und Weipertshofen verbunden: Zwischen 130.000 und 160.000 Euro schätzt GeoData und hat sich möglicherweise etwas verschätzt, denn bis zum Reiglersbachstausee liegen bereits Leerrohre, wie die Mitarbeiter Schmid und Bastian Ludwig aus der Mitte des Gemeinderats erfuhren. Sie hatten schon zu Beginn auf die immer wieder auftauchende Schwierigkeiten bei der Datenerhebung aufmerksam gemacht, bei der sie eben auch auf die Unterstützung der (konkurrierenden) Betreiber angewiesen sind. Bürgermeister Strobel setzt in diesem wichtigen Bereich nicht nur auf eine interkommunale Zusammenarbeit, sondern auf eine landkreisweite Konzeption. Ein erste von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises (WFG) angeregte Gesprächsrunde ist für Mitte März terminiert.

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