Gesetzlicher Vater warnt früh vor Missbrauch

Vor dem Landgericht Heilbronn wurde am Dienstag der Prozess gegen einen 41-jährigen Haller fortgesetzt, der seine damals vierjährige Tochter missbraucht haben soll. Er hat weitergehende Angaben gemacht.

|

Hall/Heilbronn - Bevor die Vorsitzende Richterin Eva Bezold den Verhandlungstag am Dienstag eröffnen kann, hakt der Haller Oberstaatsanwalt Peter Bracharz ein. Es geht um Tonaufnahmen, die die Großeltern in der Wohnung der Mutter erstellen ließen, in der es zu sexuellen Handlungen zwischen dem Mädchen und dem 41-jährigen Vater gekommen sein soll.

"In dem Moment, wo wir da einsteigen, gehts durch", warnt Bracharz. Er habe einen Sachverständigen des Bundeskriminalamts im Boot, der die teils rauschenden Tonaufnahmen protokollieren soll. Der Staatsanwalt wirft dem Angeklagten schweren sexuellen Missbrauch in mindestens zwölf Fällen vor. Der 41-Jährige räumte einige Handlungen ein, widerspricht aber, in das Mädchen eingedrungen zu sein. Laut Bracharz hat der Angeklagte am Dienstag im nicht öffentlichen Bereich seine Angaben zwar ergänzt, beharre aber auf diesem Punkt. Die Öffentlichkeit ist bei dieser Aussage des Angeklagten auf Antrag des Nebenklagevertreters Andreas Kugel ausgeschlossen. Dieser nennt als Grund die Berichterstattung und die Reaktion in sozialen Medien, in der auch die Mutter des Mädchens angegriffen werde. Den Antrag, alle weiteren Befragungen im Prozess nichtöffentlich zu führen, lehnt die Vorsitzende Richterin Bezold ab. Bracharz ist die Ergänzung des Angeklagten nicht genug: "Durch das Protokoll der Tonaufnahmen und zusätzlicher Erkenntnissen ist eine Aufklärung möglich." Die Befragung der Tochter lässt sich Bracharz "als Beweismittel offen". Verschoben wird die Anhörung der Tonaufnahmen, da die gerichtsverwertbare Auswertung aufwendig ist. Auch die Videoaufnahme der polizeilichen Vernehmung des Mädchens wird im nichtöffentlichen Raum stattfinden.

Zeit bleibt für die nichtöffentliche Vernehmung des gesetzlichen Vaters, der mit der Mutter liiert war und die Vaterschaft des Mädchens übernommen hat. Der 42-jährige Zeuge hat bereits im Vorfeld des Prozesses Kritik geäußert. Er hatte im Mai 2012 auf seltsame Vorkommnisse zwischen leiblichem Vater und Mädchen hingewiesen - fand nach eigenen Angaben weder bei der Mutter noch beim Jugendamt Gehör. Im Gegenteil: Es kam zum Bruch mit der heute 26-Jährigen, im Herbst 2012 zu einer Gerichtsverhandlung. Der 42-Jährige hatte erfolglos auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Mädchens geklagt. Das Jugendamt habe trotz Hinweisen nicht eingegriffen. Es dauerte bis Juli 2013, bis auf Initiative der Großeltern die Tonaufnahmen erstellt wurden, die zur Verhaftung führten.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Stillstand-Windrad in Orlach: Richter soll bald entscheiden

Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim will im Dezember seine Entscheidung bekanntgeben. weiter lesen