Geschichten zu alten Postkarten

Postkarten sind bedeutsame Zeitdokumente. Das zeigte sich einmal mehr bei der Präsentation von historischen Karten am vergangenen Samstagabend im Rosensteinsaal in Braunsbach.

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Diese historische Ansicht von Braunsbach zeigt das Schloss und im Hintergrund den Kirchturm. Foto: Kurt Hinz

Die Postkarten stammen aus den vergangenen 100 Jahren und sind Beleg dafür, wie sich die Gemeinde mit ihren Teilorten in dieser Zeit entwickelt hat und zu dem wurde, was sie heute ist. Zusammengetragen wurde die Sammlung von zahlreichen Bürgern, nachdem die Gemeinde dazu aufgerufen hatte.

Seit etwa vier Jahren finden in Braunsbach Bilderabende statt. Dabei werden alte Fotografien gezeigt und die Menschen, besonders die ältere Generation, erinnern sich und wissen einiges zu erzählen. Diese Geschichten wurden in einem Heimatbuch zusammengetragen.

Bei einem dieser Bilderabende wurde auch eine alte Postkarte von Braunsbach gezeigt. Dabei kam die Frage auf, ob es denn nicht noch mehr solcher Dokumente gäbe, erklärt Bürgermeister Frank Harsch diesen Aufruf.

Es wurde fleißig gesucht und gesammelt, selbst im Internet bei Ebay wurden einige der Karten ersteigert. So wie unter anderem von Reiner Frenzel aus Döttingen, der seine bereits vorhandene Sammlung damit ergänzen konnte. Auch Bürgermeister Harsch war mit der Sammlung befasst. Alle Postkarten wurden von Werner Zügel gesichtet und digitalisiert und konnten nun der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auf den älteren Karten sind vorwiegend die ortstypischen Motive wie Schloss, Kirche und Kocher abgebildet. Aber auch das Idyll am Kocher ist dargestellt. Die älteste Karte, datiert übrigens aus dem Jahre 1902, zeigt den Ortsteil Döttingen. Auf einigen Karten ist auch noch der Poststempel zu lesen. So manche Geschichten fallen den Betrachtern an diesem Abend dazu ein. Auch Informationen zu Gebäuden, die zum Teil gar nicht mehr stehen, hatte das Publikum parat.

Die gezeigten Karten spiegeln auch das Zusammenleben sowie Handel und Gewerbe der Kochergemeinde in den vergangenen hundert Jahren wider. Nicht wenige haben einen touristischen Hintergrund. Bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es die ersten Ansichtskarten, auf denen die örtliche Gastronomie warb. Auch die Teilorte Arnsdorf, Döttingen, Elzhausen, Geislingen und Orlach sind kartenmäßig verewigt worden.

Zu Beginn der 80er Jahre war die neu erbaute Kochertalbrücke ein beliebtes Motiv und gehört zum Ortsbild.

Im zweiten Teil des Abends zeigt Albert Burckhardt eine gekonnt vorbereitete Diaschau mit neueren Bildern aus der Gemeinde, die nicht weniger begeistert von den Besuchern aufgenommen werden. Auf eine der historischen Postkarten war eine alte Litfaßsäule zu sehen, die schon lange Zeit aus dem Ortsbild verschwunden ist. Nun soll eine solche an zentraler Stelle am Marktplatz in privater Initiative wieder errichtet werden. Dafür werden Unterstützer und Spender gesucht. Auch bei diesem Abend wird für Spenden geworben.

Die neue Säule soll im Retro-Stil ausgeführt werden und einmal als Blickfang, aber auch als originelles Werbemedium für Vereine und Gewerbe dienen. Keinesfalls soll die Litfaßsäule mit Zigarettenwerbung beklebt werden. Ebenso ist geplant, diese mit einem Telefon auszustatten. Die Deutsche Telekom hat dagegen offensichtlich keine Einwände. Die Initiatoren bieten den Interessenten auch die Möglichkeit, auf speziellen Retropostern zu werben, was das Ganze zu einer runden Sache machen würde, so die Planungen.

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