Geschichte hautnah

Zum Weltgästeführertag haben sich Interessierte ins Mittelalter entführen lassen - von einer Reiseleiterin samt prominenter Unterstützung.

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In Deutschland können sich geneigte Touristen an unzähligen Burgen und Schlössern erfreuen. Selten aber wird eine Besuchergruppe von einem quicklebendigen Schlossherren begrüßt, der aus seiner immer noch bewohnten Residenz geschlendert kommt, um über die Geschichte seiner Familie und Heimat zu erzählen. Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg machte zum Weltgästeführertag am Donnerstag genau ein solches Erlebnis möglich.

Unter dem Titel "Menschen und Märkte" veranstaltete der Gästeführerverein Hohenlohe-Franken eine kostenlose Tour um das Schloss Langenburg, der sich Fürst Philipp kurzerhand anschloss. "Schon vor etlichen Jahren wurde uns klar, dass wir nicht nur eine Art von Tour anbieten können", sagt der Fürst, als er der kleinen Teilnehmergruppe den Tourismus in Langenburg erklärt: "Dazu haben wir viel zu verschiedene Besucher, die ganz unterschiedliche Interessen und Erwartungen haben." So wolle sicher nicht jeder in einer Führung lernen, wo der Unterschied zwischen Renaissance und Barock liegt. Dennoch versuche man, ein gewisses Maß an Kultur zu vermitteln. "Deshalb muss ein Gästeführer ein besonders gutes Menschengefühl haben. Er geht auf die jeweiligen Besucher ein, um interessante Inhalte zu vermitteln."

Diesem Anspruch gerecht zu werden, versucht die Kulturführerin Anneliese Müller. Für den Gästeführerverein übernimmt sie die Aufgabe, die Teilnehmer vom Schloss Langenburg bis in die Krypta nach Unterregenbach zu geleiten. Die Aussicht auf das Jagsttal von Schloss Langenburg aus bezeichnet sie schwärmerisch als "einmalig".

Durch eben jenes Tal hat sie bereits am Morgen in einer Tour geführt, die ihren Anfang auf dem Schweinemarktplatz in Crailsheim genommen hatte. Sogar Oberbürgermeister Rudolf Michl wirkte als Schirmherr mit.

Seit 1990 veranstaltet der Weltverband der Gästeführer mit zahlreichen Partnervereinen den "International Tourist Guide Day" (Weltgästeführertag). "Mit derartigen Touren tragen wir, die wir Hohenlohe lieben und schätzen, im kleinen Maße dazu bei, unsere Heimat bekannter zu machen", gibt Müller lächelnd zu verstehen.

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