Gero Reich vom Schulzentrum Michelbach in den Landesschülerbeirat gewählt

43 Schülervertreter sitzen im Beratungsgremium des Kultusministeriums. Zwei davon kommen aus Schulen in freier Trägerschaft - einer dieser Schüler ist seit kurzem Gero Reich vom Schulzentrum Michelbach.

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  • Gero Reich im Innenhof des Michelbacher Schlosses. Der 18-Jährige ist Mitglied des Landesschülerbeirats und sprüht vor Energie. An seiner Schule hat Gero Reich mehrereVeranstaltungen initiiert. Weitere Ideen hat er auch schon. Foto: Ufuk Arslan 1/2
    Gero Reich im Innenhof des Michelbacher Schlosses. Der 18-Jährige ist Mitglied des Landesschülerbeirats und sprüht vor Energie. An seiner Schule hat Gero Reich mehrereVeranstaltungen initiiert. Weitere Ideen hat er auch schon. Foto: Ufuk Arslan
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Eine hat sich vermutlich ganz besonders gefreut, als sie hörte, dass Gero Reich Mitglied des Landesschülerbeirats wurde: seine Mutter. Erinnert sie sich doch an Zeiten, in denen er den Lehrern eher durch sein Klassenkasperdasein auffiel. Irgendwann wurde ihm das selber zuviel. Er wollte seine Energie behalten, aber für etwas "Sinnvolleres einsetzen", wie er sagt. Da es aber schwer ist, aus eingefahrenen Rollen herauszukommen, entschied er sich in der achten Klasse für einen Schulwechsel und kam nach Michelbach ins Evangelische Schulzentrum. Seine Mutter und zwei jüngere Schwestern leben in Stuttgart, seinem Geburtsort. Das Internat reizte ihn. Vielleicht, weil er einst gerne Harry-Potter-Bücher gelesen hat? "Internat fand ich einfach interessant. Mit Freunden gemeinsam an einem Ort zusammenleben, das habe ich mir gut vorgestellt."

Er wurde nicht enttäuscht. Weder vom Internatsleben noch von seinem Vorhaben, von der Rolle des Kaspers in eine ernstere, reifere zu wechseln. Von Anfang an trat er der SMV (Schülermitverantwortung) bei, deren Konferenzen er heute als Schülersprecher leitet. Am Anfang fiel ihm das Sprechen vor Publikum nicht so leicht, "vor allem nicht, wenn Gesichter darunter sind, die dir nicht immer freundlich entgegenblicken." Aber das legte sich.

Unterstufendisko und Winterball

Sprechen kann Gero Reich gut. Er sprudelt nur so, erzählt schnell und verständlich von dem komplizierten Wahlverfahren zum Landesschülerbeirat. Alles scheint dem 18-Jährigen Spaß zu machen. Und müde kann man ihn sich kaum vorstellen. Er erzählt von den Aktionen, die er an seiner Schule durchführte und plant: Er ist Mitorganisator der Winterbälle und hat die Unterstufendisko ins Leben gerufen. Weil an seiner Schule alles schon gut läuft, hat er keine Verbesserungsvorschläge, sondern Ideen für neuartige Aktionen mit sozialem Charakter.

So plant er eine Benefizveranstaltung. "Aber nicht so etwas Langweiliges wie einen Spendenlauf, sondern eine Aktion, wo wir einen Tag lang das Handy weglegen und damit in Drittweltländern Wasser gespart wird." Wie genau das funktioniert, darüber wird das Energiebündel sich noch informieren. Die Idee fand er auf der Internetseite der Unicef. "Und als Krönung des Tages möchte ich einen Fesselballon vom Schulgelände starten lassen."

Gero Reich sitzt an einem Tisch, die Ärmel seines dunkelblauen Pullis hochgezogen. Neben ihm liegt sein Laptop. Viele Aufkleber schmücken die Front mit dem weißen Apfel: Sticker einer Kopfhörermarke, dem VfB Stuttgart und dem Landesschülerbeirat. Auf dem Laptop schreibt er die Protokolle der Schulkonferenzen.

Man könnte vermuten, dass er ein ziemlich guter Schüler ist. Er wirkt wie ein Glücksfall, dem es gelingt, erfreuliche Noten zu schreiben, ohne viel zu lernen. "Nein, so einer bin ich nicht. Ich muss schon was tun, komme aber nur auf einen 2,7er-Durchschnitt." Für ein späteres Studium, "vielleicht Politikwissenschaften oder Psychologie oder Ethnologie", sollte das reichen.

Energie ohne Ende

Vielleicht kommt aber auch alles anders, und er wird Fotograf? Das ist ein großes Hobby von ihm. Motive? Seine Freunde. An den Wochenenden und in den Ferien arbeitet er in einem Fotogeschäft in Ludwigsburg. Darauf wird er in Zukunft hin und wieder verzichten müssen, denn die Treffen mit dem Landesschülerbeirat finden einmal monatlich statt und rauben manche Tage des Wochenendes. In diesen Sitzungen wird zu Gesetzesänderungen, die vom Kultusministerium geplant sind, Stellung genommen. Außerdem erarbeiten die Schülerbeiräte in Ausschüssen Projekte, wie die jährliche Jugendstudie. Gero Reich sprudelt gleich wieder los und hat eigene Ideen. Er hat Energie ohne Ende.

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