Gericht lehnt Baustopp ab

In Kupfer/Neu-Kupfer kann am Logistikzentrum weiter gebaut werden. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat am vergangenen Donnerstag den Eilantrag auf Baustopp abgelehnt. Die Urteilsbegründung folgt.

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"Ich bin froh, dass Recht gesprochen wird, wo das Recht hingehört", sagt Isolde Metzger, Geschäftsführerin der Spedition Metzger, die in Neu-Kupfer am Bahndamm ein 220 Meter langes und 17 Meter hohes Logistikzentrum baut. 18 Millionen Euro investiert das Unternehmen. Der Protest der Bürger sei von ihrer Seite aus nicht nachvollziehbar - dem Unternehmen liegt eine rechtskräftige Baugenehmigung vor. Ab Dienstag werde wieder gebaut. "Wir versuchen, die vier Tage aufzuholen."

In der Karwoche hatte das Unternehmen auf Bitte des Verwaltungsgerichts den Bau ruhen lassen. Kein Verständnis habe sie für die Unterschriftenliste, die derzeit in Kupfer wegen der Lärmbelästigung durch anfahrende Lastwagen erstellt wird, sagt Isolde Metzger. "Ich finds langsam lächerlich. Unsere Fahrer sind angewiesen, nachts nicht durch Kupfer zu fahren - das wissen die Leute auch."

Christoph Keckeisen vom Baurechtsamt des Hohenlohekreises ist zufrieden: "Offenbar teilt das Gericht unsere Einschätzung der rechtlichen Lage." Dagegen ist die Enttäuschung bei den Anwohnern in Kupfer groß. "Da geht das Geld vor - 18 Millionen. Der Mensch spielt keine Rolle mehr", ist Gerhard Stark (77) enttäuscht. Seine Tochter, die Rechtsanwältin Margit Stark-Endress, zeigt sich ebenfalls ernüchtert: "Wir warten die Gründe ab, wir prüfen und entscheiden dann, ob wir Beschwerde gegen den Beschluss einreichen." Das Verwaltungsgericht hat angekündigt, eine schriftliche Begründung voraussichtlich bis Mitte nächster Woche vorzulegen.

Marianne Roll (69) gehört zu den zwei Anwohnern aus Kupfer, die vor Gericht den Baustopp beantragt haben. Sie schwankt zwischen Enttäuschung und Aufatmen, dass das Hickhack vorbei ist - das Verfahren hat sie wie auch die anderen Beteiligten mitgenommen. "Man ist so hilflos. Ich will endlich wieder normal leben können." Ihr Mann Adolf Roll dagegen meint: "Ich habe nichts anderes erwartet - gegen Millionäre erreicht man nichts."

Urta Weidner (69) hat derweil in der vergangenen Woche begonnen, Unterschriften gegen den Straßenlärm zu sammeln. "Ich hab das Gefühl, die Laster kommen zu einem ins Haus", klagt sie. Die LKW müssten auf der nur 5,5 Meter breiten Straße teilweise auf die Gehwege ausweichen, um aneinander vorbeizukommen. Mehr als 50 Bürger aus Kupfer hatten bis Mitte der Woche bereits unterschrieben.

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