Gerabronner Gemeinderat beschließt (noch einmal) den Abriss des Kastenamts

Jetzt ist es endgültig: Das Gebäude in der Gerabronner Kirchgasse 2 (sogenanntes Kastenamt) wird abgerissen. Was danach geschieht, steht noch nicht fest. Vieles spricht für eine Platzgestaltung.

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Das sogenannte Kastenamt ist das Gebäude unterhalb der Kirche. Wird es abgerissen, entsteht ein deutlich größerer Marktplatz.  Foto: 

Der Gemeinderat Gerabronn hat einstimmig beschlossen, das Gebäude Kirchgasse 2 abzureißen - im November 2011. Seither gab es manche Irrung und Wirrung (siehe Infokasten). Jetzt heißt es: alles auf Anfang. Die Bagger der Firma Steinbrenner sollen schon bald nach dem Faschingstreiben anrücken. Dafür haben sich die Stadträte am Mittwoch - bei einer Enthaltung - ausgesprochen.

Langer Planungsatem gefragt

In der Debatte zeichnete sich die klare Mehrheit für klare Verhältnisse schnell ab. Nur Gerhard Ellinger fragte: "Warum jetzt diese Eile?" Weil ein tatsächlich leer geräumter Platz die Vorstellung eines möglichen Danach beflügelt, so der Tenor seiner Kollegen. "Ich würde mich dafür aussprechen, zunächst einmal abzureißen und dann mit einem langen Planungsatem zu schauen, was das Beste für diesen Platz ist", sagte etwa Heidegret Mayer. Man müsse es eben aushalten, dass "da dann eine Schotterfläche ist".

Frank Mäschig argumentierte kurzatmiger: "Abreißen, Platz - da war ich schon immer dafür. Wir sollten das nicht zu lange rumliegen lassen." Den SPD-Stadtrat beschlich "ein bisschen Wahlkampf-Feeling" - also der Verdacht, mancher Kollege wolle angesichts der anstehenden Kommunalwahl nicht klar Position beziehen.

Marktplatz großzügig gestalten

Eine Stimmungs-Tendenz freilich zeichnete sich dennoch ab im Gremium. Die Mehrheit will wohl wie Mäschig einen Platz gestalten. Das forderte auch der Bürger Otto Rühling in einem offenen Brief an die Stadträte: "Bitte entscheiden Sie für die Zukunft von Gerabronn. Gestalten Sie den Marktplatz großzügig, andere Städte (Blaufelden, Rot am See, Schrozberg, Schwäbisch Hall, Crailsheim usw.) tun dies auch", heißt es darin.

Es liegen bereits zwei Planungen von anno dazumal vor. Das Büro Klenk aus Unterscheffach entwarf 2011 eine leicht terrassierte Grünanlage mit Parkplätzen und Sitzmöglichkeiten. Das Büro Hauenstein aus Untermünkheim legte eine weniger schlichte Lösung vor: erhöht, den Keller des Kastenamts erhaltend, mit Glaspavillon und von einer Hecke umgeben. Dieser Entwurf ist jetzt schon vom Tisch, weil der Abriss des Gebäudes samt Keller beschlossen ist - und weil die Verantwortlichen lieber einen großzügigen Kirch-/Marktplatz ohne Trennendes gestalten wollen.

Im Haushaltsplan 2014 sind 25.000 Euro für die Stadtleitplanung eingestellt. Diese sollen jetzt in die Hand genommen werden, um einen Planer zu beauftragen, der bisher noch nicht mit dem Projekt betraut war. Die Hoffnung auf den frischen Blick von außen ist groß.

Wer hat Interesse dort zu wohnen?

Sollte dabei dennoch nichts Überzeugendes herauskommen, könnte es doch noch zum Neubau eines Hauses an gleicher Stelle kommen. Am Nachmittag vor der Gemeinderatssitzung hat sich ein entsprechendes Türchen aufgetan. Da nämlich sprach der Architekt Alexander Beck aus Blaufelden bei Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm vor. Seine Botschaft: Er habe sich das Kastenamt angeschaut und sei bereit, ein ansprechendes Wohngebäude zu planen. Dieses hätte die gleiche Höhe wie das alte Haus, wäre aber schmaler. Freilich würde nur dann gebaut, wenn sich Interessenten für den Wohnraum fänden.

Zunächst einmal aber steht eindeutig die Planung eines Platzes im Mittelpunkt der Überlegungen. Man wolle Beck nicht ins Blaue hinein planen lassen, um dann doch etwas anderes zu tun, waren sich die Gemeinderäte einig.

Die Diskussion ums Kastenamt - eine Chronologie
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