Gemeinderat Sulzbach-Laufen beschließt Mehrausgaben für kommende Haushalte

Wohl früher als geplant kommt die Abbiegespur von der B 19 ins Sulzbacher Gewerbegebiet Kocherwiesen. Die Gemeinde beschloss entsprechende Mehrausgaben für die kommenden zwei Haushaltsjahre.

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Die Linksabbiegespur von der B 19 ins Gewerbegebiet Kocherwiesen wird gebaut. Bis die Markierungen angebracht werden, dauert es allerdings noch.  Foto: 

Manche Kröte schluckt sich leichter, wenn man um die Alternativen weiß. So ging es auch den Sulzbach-Laufener Gemeinderäten. Zwar stellen zusätzliche rund 507 000 Euro, verteilt auf die Haushaltsjahre 2017 und 2018, eine nicht unerhebliche Mehrbelastung für die Gemeinde dar, die derzeit jeden Cent für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf die Seite legt. Demgegenüber steht jedoch eine deutliche Kostenersparnis in Bezug auf den Bau der Linksabbiegespur, die das Gewerbegebiet Kocherwiesen II in Sulzbach an die B 19 anschließen soll.

Bislang müssen Fahrzeuge, die das Gebiet aus Richtung Gaildorf erreichen möchten, durch Sulzbach steuern und dann beim Bahnhof in Richtung Kocherwiesen abbiegen, um den ganzen Weg im Tal wieder zurückzufahren. Das möchten die Räte ändern.

Der Gemeinde biete sich nun die Chance, die Abbiegespur erheblich billiger zu bekommen, berichtete Bürgermeister Bock in der Sitzung am Montag. Deshalb wurde vom Regierungspräsidium 2015 das letzte Teilstück zur Sanierung der B 19 zwischen Bröckingen und Sulzbach kurz vor Beginn der geplanten Spur beendet. Man vereinbarte, dass die Gemeinde den Rest übernimmt, die Bauausführung soll das Verbandsbauamt übernehmen.

Positiv: Der Rest der Sanierung wird wie geplant vom Bund bezahlt, die Gemeinde profitiert jedoch der größeren Massen wegen von günstigeren Preisen. Auch die Umleitungsbeschilderung muss nicht bezahlt, sondern kann einfach mitgenutzt werden. Ein Deal, dem sich die Räte nicht verschließen wollten, auch wenn man dafür eigentlich erst ab 2019 Mittel einplanen wollte.

Nach Schätzung von Verbandsbauamtschef Manfred Sonner kommen damit im Jahr 2017 oder 2018 auf die Gemeinde 420 000 Euro für den Bau der Linksabbiegespur zu. Weitere rund 87 000 Euro sind an den Bund als "Ablöse" zu zahlen, damit der Staat künftig auch für die Unterhaltung dieses Straßenteilstücks aufkommt.

Noch breiten sich dort, wo einmal Lkw auf die B 19 einbiegen und nach Wunsch der Räte auch ein Discounter angesiedelt werden soll, saftig grüne Wiesen aus und von der Bundesstraße geht es mehrere Meter in die Tiefe. Zunächst einmal muss daher das Gelände angefüllt und verdichtet werden. Ob diese Arbeiten rechtzeitig zum Baubeginn abgeschlossen sind, kann niemand sagen. Das hänge auch davon ab, ob die Firma Ebert, der die Räte in der gleichen Sitzung den Folgeauftrag für die Auffüllungen im Erweiterungsgebiet erteilten, genügend Material heranbekomme, so Bürgermeister Bock.

Entsprechend war nicht allen Räten ganz wohl bei der Sache. Wie viel Druck der Bund auf die Gemeinde in Bezug auf den Baubeginn ausüben könnte, wollte Gerhard Hägele wissen. Schließlich sei die Straße so schlecht, dass man nicht mehr lange mit einer Sanierung warten könne. Was, wenn dann die Auffüllungen nicht abgeschlossen sind oder der Gemeinde schlicht das Geld ausgeht?

Andere Räte wie Dr. Manfred Schüle sahen darin kein Problem: Hauptsache, die Abbiegespur sei fertig, den Rest der Straße zum Gewerbegebiet könne man dann immer noch später bauen, falls nötig.

Bürgermeister Bock versprach, in den Verhandlungen den Baubeginn möglichst auf 2018 oder 2019 hinauszuzögern, um zunächst das derzeitige Großprojekt der Gemeinde, den Bau des Feuerwehrgerätehauses am Teutschenhof, abzuschließen. "Aber wenn es nicht anders geht, müssen wir schon 2017 beginnen." Einstimmig genehmigten die Räte diesen Plan und beauftragten Bock gleichzeitig, wegen der Planungskostenpauschale von nur drei Prozent, die der Bund zahlen möchte, nachzuverhandeln.

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