Gemeinderat Kirchberg beschließt neues Parkkonzept für die Innenstadt

In der Kirchberger Innenstadt gelten bald neue Regeln für das Parken. In bestimmten Fällen müssen nach einem Beschluss des Gemeinderats die Anwohner für Ausnahmegenehmigungen bezahlen.

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Das Praxicum in der Marktstraße hat eine größere Nachfrage nach Parkplätzen in der Innenstadt ausgelöst.

Zwei Bereiche der Kirchberger Innenstadt gelten als Problemzonen, wenn es um Parkplätze geht: zum einen die Kirchstraße, die Schlossstraße und die Sandelgasse, also das Städtle, in dem die Stellplätze knapp sind und geparkte Autos häufig die Durchfahrt behindern, so dass auch für Rettungsfahrzeuge die Zufahrt nicht immer gewährleistet ist. Nicht selten werden hier Garageneinfahrten zugeparkt.

Zum anderen geht es um die vordere Innenstadt mit der Poststraße, der Marktstraße, dem Frankenplatz und dem oberen Ende der Hohenloher Straße. Hier ist die Nachfrage nach Parkplätzen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Unter anderem liegt das an der ärztlichen Gemeinschaftspraxis "Praxicum" in der Marktstraße, die täglich von bis zu 400 Patienten aufgesucht wird.

In unmittelbarer Nähe zur vorderen Innenstadt und unweit des Städtles befindet sich der Parkplatz Neuer Weg, weitere Parkplätze gibt es zum Beispiel am Hofgarten, in der Unteren Gasse und in der Alten Steige, beim Adelheidstift und am neuen Wohngebiet Kreuzstein.

Das neue Parkkonzept sieht für den Parkplatz Neuer Weg vor, dass die bisher unbeschränkte Parkzeit werktags von 8 bis 18 Uhr auf zwei Stunden beschränkt wird; Anwohner sollen kostenlos Ausnahmegenehmigungen erhalten.

In der Poststraße und in der Marktstraße, in denen bisher das Parken auf gekennzeichneten Flächen für zwei Stunden erlaubt ist, soll diese Parkzeitbegrenzung nur noch werktags von 8 bis 18 Uhr gelten. Gegen eine Gebühr von zehn Euro können Anwohner eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Dieselbe Regelung soll für den Frankenplatz und die Hohenloher Straße an den Häusern 1 bis 5 gelten. Bisher ist dort das Parken nur werktags von 6 bis 18 Uhr für die Dauer von zwei Stunden gestattet.

Während der Gemeinderat die neuen Regelungen für den Parkplatz Neuer Weg und die vordere Innenstadt ohne große Diskussion akzeptierte, kam es bei den Regelungen für das Städtle zu einer längeren Debatte. Dort darf man bisher rund um die Uhr, jedoch nur zwei Stunden lang parken. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, das Parken nur noch auf markierten Flächen zuzulassen und werktags von 8 bis 18 Uhr die Parkzeit auf zwei Stunden zu beschränken; auch hier sollten Anwohner für zehn Euro eine Ausnahmegenehmigung bekommen können; bisher ist die Ausnahmegenehmigung kostenlos.

In der Diskussion war unter anderem umstritten, ob den Anwohnern feste Stellplätze reserviert werden sollen, wie es Helmut Klingler vorgeschlagen hatte. Klingler argumentierte damit, es gebe Bewohner des Städtles, die über keine eigenen Flächen verfügten; deren besondere Situation solle berücksichtigt werden. Die Gegner dieses Vorschlags, unter ihnen Bernhard Röder und Robert Schmid-Denkler, wiesen darauf hin, dass reservierte Stellplätze tagsüber leer bleiben würden und deshalb Parkraum verloren gehe. Während sich für Klinglers Vorschlag keine Mehrheit fand, setzte sich Michael Kochendörfer mit seiner Anregung durch, Ausnahmegenehmigungen auch für Gewerbetreibende, nicht jedoch für deren Beschäftigte zu ermöglichen.

Das Parkkonzept der Verwaltung, ergänzt um die Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen für Gewerbetreibende, ließ der Gemeinderat schließlich mit großer Mehrheit passieren. Zwölf Stadträte stimmten dafür, drei dagegen, drei enthielten sich.

Für die Anordnung der neuen Regelungen ist das Landratsamt zuständig, bei dem die Stadt einen Antrag stellen wird. Sie will dabei auch beantragen, die Zuständigkeit für die Ausstellung der Ausnahmegenehmigungen zu erhalten.

"Das ganze Konzept steht und fällt mit der Kontrolle", meinte Helmut Klingler, "wir hätten das Problem nicht, wenn in der Vergangenheit die Einhaltung der Zwei-Stunden-Frist überwacht worden wäre." Diese Aufgabe kommt jetzt auf das Kirchberger Ordnungsamt zu: Dessen Leiter Jürgen Köhnlein soll künftig über die parkenden Autos wachen und Verstöße gegen die Parkregeln dem Landratsamt als der zuständigen Bußgeldbehörde melden.

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