Gemeinde Rot am See: Erfolgsformel "43 plus acht gleich A"

Als gelernter "Finanzminister" betrachtet Siegfried Gröner die kommunalpolitischen Dinge liebend gerne durch die Zahlen-Brille.

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    Bürgermeister Siegfried Gröner weist den Weg in die Zukunft der Gemeinde Rot am See. Foto: 
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    Mit weiter Sicht in das Land rings um den Seebachsee - und extrem muswiesennah: Die attraktiven Bauplätze im Gebiet "Taubenrot IV" in Rot am See verkauften sich wie geschnitten Brot. Nur noch wenige Grundstücke sind zu haben. Foto: 
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Kein Wunder also, dass der Bürgermeister von Rot am See erst einmal zu einer prägnanten Formel greift, um die Anziehungskraft (in diesem Fall mit "A" abgekürzt) seiner Gemeinde zu definieren: "43 plus acht gleich A" lautet demnach die Berechnung für die Jahre 2011 bis 2013. In diesem Zeitraum nämlich erfüllte die Kommune sowohl im Mutterort als auch in den Teilorten mit dem Verkauf von 43 Bauplätzen den Wunsch nach einem Eigenheim, und auf acht Gewerbe-Grundstücken siedelten sich neue Unternehmen oder alteingesessene Firmen an.

Das sind stolze Zahlen, von denen so mancher Bürgermeister in Hohenlohe nur träumen kann. Freilich hängt die Attraktivität eines Gemeinwesens nicht allein von den griffigen Rechenkünsten des Rathaus-Chefs oder von seinen nicht minder munteren Mitarbeitern ab. Für Siegfried Gröner bedeutet diese Formel vor allem eines: "Das ist für mich ein Index, dass einheimische und auch auswärtige Bürger unsere gute Infrastruktur wirklich schätzen."

Zwei Neubauten in Rot am See

In der Tat kann Rot am See gewichtige Pfunde in die interkommunale Waagschale werfen: Die gute Verkehrsanbindung über die B 290 samt schnell erreichbaren Anschlussstellen der A 6 bei Satteldorf und Kirchberg interessiert nicht nur Firmen, Handel und Gewerbe nebst Handwerk und Gastronomie sowie Mediziner sind namhaft und in großer Zahl in der Gesamtgemeinde vertreten. Und im Gewerbegebiet "Süd" am Ortsausgang von Rot am See in Richtung Wallhausen werden demnächst zwei weitere Betriebe ihre Neubauten hochziehen. Gewerbliche Reserveflächen gibt es auch noch in Teilorten, die zum Teil aber schon gut gefüllt sind wie zum Beispiel in Brettheim.

Auch die reine "Optik" spielt in der Kommune eine wichtige Rolle: "Wir pflegen unsere Ortschaften mit erheblichen Mitteln", sagt Siegfried Gröner - und verweist in Sachen "Bildungslandschaft" auch auf die zukunftsträchtige Bedeutung der neuen Gemeinschaftsschule in Rot am See, die mit jeder Menge Engagement von Rathaus, Gemeinderat und Schule erfolgreich auf den Weg gebracht wurde.

Brettachtal als echter Geheimtipp

In puncto Tourismus kann die baudenkmalarme Gemeinde allerdings nicht mit Platzhirschen wie Rothenburg, Langenburg oder Kirchberg mithalten: "Aber es gibt auch bei uns schöne Fleckchen wie zum Beispiel das weithin unbekannte Brettachtal, noch ein echter Geheimtipp - und viele Gäste nutzen hiesige Gasthöfe und Ferienwohnungen als günstiges Standquartier für Ausflüge in das Hohenloher Land", weiß Siegfried Gröner.

Auf seine "Sorgenkinder" wie elend lahme Internet-Verbindungen vor allem in den Landwehr-Dörfern oder einen nicht gerade attraktiven ÖPNV hat der Bürgermeister keinen direkten Einfluss: "Wir suchen trotz kostspieligen Vorleistungen mit DSL-Kabeltrassen noch immer einen Provider - und beim ÖPNV in den Außenorten kenne ich durchaus die betriebswirtschaftlichen Zwickmühlen."

Ein "besonderes Augenmerk", erklärt das Gemeindeoberhaupt, "legen wir auf die soziale und kulturelle Gestaltung des Lebens in Rot am See." Unter diese Rubrik fallen nicht nur die vielfältigen Angebote von zahlreichen Vereinen, sondern auch das Angebot "Kultur im Bürgerhaus" - seit zwei, drei Jahren sind so gut wie alle Veranstaltungen in diesem kommunalen Musentempel gleich neben dem Rathaus ausverkauft.

Defizit bei der Muswiese

Für die Qualität des von Beate Meinikheim ausgetüftelten Programms im Bürgerhaus spricht, dass Besucher auch von weither nach Rot am See kommen. Qualität gibt es aber nicht zum Nulltarif - und wie fast überall bleibt anspruchsvolle Kulturarbeit auch in Rot am See unter dem Strich ein Verlustgeschäft. "Das ist es mir aber wert", erklärt Siegfried Gröner, der in dieser Finanzfrage auch das Gemeindeparlament hinter sich weiß: "Der Gemeinderat steht hinter diesem kulturellen Angebot und ist sehr aufgeschlossen dafür."

Mit einem (ebenfalls undramatischen) Defizit schließt alljährlich auch die Muswiese ab. Gröner hat den "immensen immateriellen Wert" dieses Jahrmarktes auf der Gegenrechnung: "Die Muswiese ist das Markenzeichen von Rot am See schlechthin, das übrigens auch bei Firmenansiedlungen eine Rolle spielen kann." Für den Rathaus-Chef ist es eine bare Selbstverständlichkeit, dass "wir viel Herzblut in die Pflege der Muswiese fließen lassen".

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