Gelände der ehemaligen Spinnerei in Gerabronn wird zwangsversteigert

Das Areal der ehemaligen Spinnerei Bauer in Gerabronn soll zwangsversteigert werden. Das gut einen halben Hektar große Gelände, auf dem mehrere Werkshallen stehen, kommt am 7. März unter den Hammer.

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Das Amtsgericht Crailsheim hat die Zwangsversteigerung auf Antrag der Volksbank Hohenlohe angesetzt, die die Hauptgläubigerin ist. Über die Höhe der Verbindlichkeiten, um die es geht, ist bisher nichts bekannt geworden.

Als Eigentümerin des Areals ist immer noch die Georg Bauer Streichgarnspinnerei GmbH Co. KG im Grundbuch eingetragen, die allerdings im Verlauf eines von Geschäftsführer Jürgen H. Macher 2009 beantragten Insolvenzverfahrens aufgelöst worden ist. Macher ist noch immer Gesellschafter dieser Firma. Wie Macher dem HT auf Anfrage erklärte, habe es in der Vergangenheit bereits Interessenten gegeben, die das Gelände hätten kaufen wollen, doch habe sich der Insolvenzverwalter mit der Volksbank Hohenlohe nicht über den Preis einigen können. Ebenfalls seit 2009 aufgelöst ist die Georg Bauer Beteiligungsgesellschaft mbH, nachdem das Insolvenzverfahren über diese Firma mangels Masse nicht eröffnet worden war.

Das Bauer-Areal setzt sich aus vier Flurstücken zusammen, die wegen der Bebauung mit den Hallen und einem Bürogebäude nur zusammenhängend ersteigert werden können. Die Hallen sind leer und weisen Bauschäden auf. Rechtspfleger Friedrich Leyh, der für das Versteigerungsverfahren zuständig ist, spricht sogar davon, die Hallen seien zum Teil abbruchreif. Den Verkehrswert ist auf 72.000 Euro festgesetzt.

Kein Interesse, das Bauer-Gelände zu erwerben, hat die Stadt Gerabronn, wie Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm dem HT erklärte. "Wir haben schon so viel Zeug zusammengekauft", sagte Schumm. Die Stadt hat eigene Forderungen gegen die Grundstückseigentümerin, unter anderem geht es dabei um die Grundsteuer.

Das Gerabronner Traditionsunternehmen Bauer war 1897 in Antwerpen gegründet und 1914 nach Deutschland verlegt worden. 1923 ließ sich das Unternehmen in Stuttgart nieder, bevor es in Gerabronn einen Zweigbetrieb eröffnete.

2008 übernahm der Diplom-Ingenieur Jürgen H. Macher das wegen des Niedergangs der Textilindustrie in Deutschland angeschlagene Unternehmen. Macher meldete 2009 Insolvenz an; damals hatte die Firma, die unter anderem Garne für Autositzbezüge herstellte, noch 17 Beschäftigte. Macher hatte 2009 als 57-Jähriger im Gewerbeverein Gerabronn den Vorsitz übernommen. Heute lebt er als Ruheständler in Kornwestheim.

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