Gegenwind frischt auf Was die Kandidaten von Windrädern und Abständen halten

Keine Frage: Die Infrastruktur der Gemeinde Frankenhardt steht auf einem soliden Fundament. Bürgermeister Willi Karle hinterlässt seinem Nachfolger auf dem Chefsessel im Rathaus keine offenen Baustellen, die Voraussetzungen für den Erhalt der viel zitierten "Lebensqualität" in der Kommune sind geschaffen.

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Im Waldgebiet "Schäfer" (Bild) sind bis zu zehn Windräder geplant. Gegen die Rotoren regt sich Widerstand in den umliegenden Dörfern. Foto: Wolfgang Rupp

Und erste Weichen für ein wichtiges Projekt, das bei allen vier Kandidaten auf dem HT-Podium höchste Priorität genoss, wurden bereits gestellt: Für den Anschluss der gesamten Gemeinde an die schnelle Datenautobahn des Internets soll ein Konzept entwickelt werden.

Derzeit liegt die Bandbreite des Breitbandes in Frankenhardt zwischen den Extremwerten "himmlisch" und "unterirdisch" auf der Temposkala - je nach Wohnort. In Sachen Internet jedenfalls dürfte das neue Gemeindeoberhaupt wohl alle Bürger geschlossen hinter sich wissen.

Bei einem anderen kommunalpolitischen Thema, das sich sicher zu einem Dauerbrenner entwickeln wird, sieht das schon etwas anders aus: Der Gegenwind, der sich derzeit in Frankenhardt gegen Rotoren bildet, wird wohl künftig auch im Rathaus in Gründelhardt und im Gemeinderat deutlich zu spüren sein.

Zehn Windräder sollen sich künftig allein im Waldgebiet "Schäfer" zwischen Vorder- und Hinteruhlberg drehen - und genau dort formiert sich jetzt der Widerstand gegen die gigantischen 200-Meter-Anlagen.

Viele Bürger stören sich vor allem an dem ihrer Ansicht nach viel zu geringen Abstand, den die Windräder von umliegenden Dörfern mindestens einhalten müssen: 700 Meter hat die für den Flächennutzungsplan zuständige Verwaltungsgemeinschaft festgelegt.

Unisono plädierten die vier Kandidaten auf dem HT-Podium dafür, die Standorte so festzulegen, dass kein Bürger durch die Windräder gestört wird oder gar Schaden nimmt. Die Bewerber waren sich auch einig darin, dass Bürgerbeteiligungen etwa durch Genossenschaften, die Akzeptanz der Anlagen durchaus erhöhen können.

Im Detail gab es allerdings durchaus unterschiedliche Meinungen: Matthias Herzog, der ohnehin lieber auf eine Mischung aus alternativen Energiequellen setzt, würde die Rotoren am liebsten auf mindestens 1000 Metern Abstand halten: "Alles darunter ist indiskutabel." Noch weiter ging Jörg Schmidt, der das "englische Modell" favorisierte: "Wenn ich allein über die Abstände bestimmen könnte, wären mir drei Kilometer am liebsten."

Martin Blessing machte keinen Hehl daraus, dass ihm als Förster bei dem Gedanken an Windräder im Wald "schon ein bisschen das Herz blutet". Angesichts der politischen Weichenstellung für die Windkraft im Land sei es aber nicht sinnvoll, "totale Gegenpositionen aufzubauen - es sollten stattdessen gute Lösungen für die Windräder gefunden werden".

Stephan Zerrer ("Ich muss die Windräder akzeptieren, weil es das Land so will") hat Probleme mit den bisherigen Abständen und der Rodung von Waldflächen - "und es ist auch fraglich, ob die Bürgerbeteiligungen an Windrädern überhaupt lukrativ sind".

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