Gefahr durch Ersticken - Rauchmelder ist Pflicht

Bei Brandunfällen können Rauchwarnmelder oft Menschenleben retten, ist sich Kreisbrandmeister Jürgen Mors sicher. Vor allem Schlafende warnt das akustische Signal rechtzeitig.

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Elektrotechniker Uwe Meier von der Firma Erkert bringt einen Feuermelder in einer Haller Wohnung an. Foto: Ufuk Arslan

Die Gemeinden gehen bei der Installation von Rauchmeldern mit gutem Beispiel voran. In Michelfeld werden derzeit in der Schule und im Kindergarten alle Räume mit Rauchwarnmeldern ausgestattet, so Rathausmitarbeiterin Melanie Frey-Schmidt. Wesentlich aufwändiger sind die Brandschutzeinrichtungen beispielsweise für die Sporthalle. Hier ist die Rauchmeldeanlage direkt mit der Feuerwehr verbunden.

Die neue Verordnung soll dafür sorgen, dass Schlafende rechtzeitig vor giftigem Rauch gewarnt werden. "Die meisten Wohnungsbrände passieren nachts", weiß Kreisbrandmeister Jürgen Mors. Ursache sind oft defekte elektrische Geräte und Verkabelungen. Das Gefährliche ist, dass man im Schlaf den Rauch nicht bemerkt. "Die meisten Brandopfer ersticken, bevor sie verbrennen", schildert Mors mit drastischen Worten.

Er begrüßt deshalb die Rauchwarnmelderpflicht in Baden-Württemberg. Für Neu- und Umbauten gilt sie schon seit Mitte 2013, in bestehende Gebäude müssen die Warngeräte bis Ende des Jahres eingebaut werden. Besonders wichtig sind sie in Schlafzimmern, Kinderzimmern, aber auch im Wohnzimmer, wo das Sofa zu einem Nickerchen einlädt, und auch im Gästezimmer. Mors weist darauf hin, dass zusätzlich die Fluchtwege, also der Flur, mit solchen Warngeräten ausgerüstet werden müssen.

Auch in der Küche sei ein Brandmelder sinnvoll

"Gerade ältere Menschen vergessen mal, dass sie einen Topf auf der angeschalteten Herdplatte stehen haben", stellt er fest. Er ist zuversichtlich, dass sich viele Menschen diese Lebensretter installieren. "Letztes Jahr auf der Wirtschaftsmesse in Ilshofen war der Absatz an unserem Stand ganz gut", meint er.

Auch im Hessentaler Hela-Baumarkt im Gründle ist die Nachfrage recht hoch. Kunden seien Privatleute, Vermieter, aber auch für Schulen würden Geräte nachgekauft, so Mitarbeiterin Conny Strohmayer. Im Angebot hat der Baumarkt Geräte zwischen 10 und 45 Euro. Die Elektrofachfrau rät zu Meldern, die mit Neun-Volt-Blockbatterien laufen. Sie hätten eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren.

Thomas Erkert ist Inhaber eines Elektroinstallationsbetriebs in Hall und hat schon viele Rauchwarnmelder montiert. "In Neubauten lässt das jetzt jeder einbauen. Oft sind die Bauherren dankbar, wenn wir sie daran erinnern", stellt er fest. Für bestehende Gebäude sei die Nachfrage bei ihm nicht groß. Derzeit rüstet er sämtliche von ihm vermieteten Wohnungen mit den Warngeräten aus. Er wundert sich, dass manche Mieter das ablehnen. "Vielleicht haben sie Angst vor Fehlalarmen durch Zigarettenrauch", vermutet er. Das sei aber unbegründet. In seinem Privathaus sei, seit er es vor zehn Jahren mit 25 Rauchwarnmeldern ausgestattet habe, nie einer losgegangen.

Er weist darauf hin, dass die üblichen Prüfsiegel für Rauchmelder in Anlagen wie Altenwohnheimen oder Tiefgaragen, die mit einer Feuerwehrleitstelle verbunden sind, gelten. Für Rauchwarnmelder in Wohnungen sei das keine geeignete Prüfung. Deshalb testet er die Geräte immer nach dem Einbau an Ort und Stelle mit einem definierten Rauchgemisch aus der Spraydose. Alle drei Jahre wiederholt er das bei sich zu Hause und in seinen Mietwohnungen.

Die meisten Geräte geben zwar einen Warnton, wenn die Batterie leer ist. "Aber was ist, wenn der Bewohner gerade im Urlaub oder Krankenhaus ist?", fragt Erkert. Selbstverständlich sollte ein Rauchwarnmelder auch per Tastendruck auf seine Funktion geprüft werden können. Vorsichtig ist der Elektroexperte bei der Batteriewahl. Denen mit angeblich zehn Jahren Lebensdauer traut er nicht. Er verwendet lieber Neun-Volt-Blockbatterien für drei Jahre.

Die Mitglieder des Haller Haus- und Grundeigentümervereins befürworten laut ihrem Vorsitzenden Joachim Bass die Einbaupflicht von Rauchwarnmeldern in Wohnungen. Obwohl das Gesetz die Mieter für die Wartung verantwortlich macht, übernehme das in der Praxis meist der Vermieter und der Mieter übernehme die Kosten. Auch der deutsche Mieterbund weist darauf hin, dass der Vermieter die Wartungskosten auf die Mieter umlegen kann. In Hall gab es noch keine Anfragen von Mietern zum Thema Rauchwarnmelder, war aus dem Haller Mieterbund zu hören.

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