Geduldsspiel um Adelheidstift

Ob in das Adelheidstift jemals wieder Leben einkehren wird, ist nach wie vor ungewiss. Ein Gespräch im Sozialministerium in Stuttgart, das im Dezember abgesagt worden ist, hat noch immer nicht stattgefunden.

|
Die Rollläden sind unten: Das Adelheidstift (Bildmitte) steht leer und wartet auf einen neuen Betreiber. Foto: Erwin Zoll

Kurz vor Weihnachten war das Gespräch mit der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter über die Zukunft des Adelheidstifts abgesagt worden, weil ein Mitarbeiter des Ministeriums erkrankt war. Damals sollte der Termin Anfang des Jahres nachgeholt werden, aber auch dazu ist es nicht gekommen. Inzwischen ist zwar ein neuer Termin am 26. März vereinbart, doch wird die Ministerin daran nicht teilnehmen, sondern lediglich andere Vertreter ihres Hauses.

Beim Kirchberger Bürgermeister Stefan Ohr löst dieses Verhalten eine zurückhaltende Reaktion aus. "Im Sozialministerium ist man zwar bereit, sich unsere Anliegen anzuhören", erklärte Ohr auf HT-Anfrage, "ich habe aber das Gefühl, dass dort kein größeres Interesse besteht, sich für diese Einrichtung zu engagieren."

Diese Einrichtung - das war ein Kurheim für Mütter und Väter mit behinderten Kindern mit 50 Plätzen, das der DRK-Landesverband mit zuletzt 35 Mitarbeitern betrieben und im vergangenen Jahr geschlossen hatte (das HT berichtete). Seitdem geht es hinter den Kulissen um die Frage, wie es mit dem Heim weitergeht - ob sich ein Betreiber findet, der den Kurbetrieb wieder aufnimmt, oder ob das Gebäude verkauft wird. "Wir versuchen alles, damit es keinen Leerstand gibt, und sind für alle Varianten offen", erklärte Udo Bangerter, der Pressesprecher des DRK-Landesverbands, auf HT-Anfrage. Die mögliche Bandbreite reiche dabei von der Übernahme durch einen neuen Betreiber bis zum Verkauf des Hauses.

Vor der Schließung des Adelheidstifts hatte das DRK Verhandlungen mit der Kölner Rehasan-Gruppe geführt, einem Unternehmen, das unter anderem mehrere Reha-Kliniken betreibt. "Das Thema Adelheidstift ist für uns im Augenblick erledigt", sagte eine Unternehmenssprecherin gestern, die im Übrigen darauf verwies, dass sich ihr Unternehmen zur Verschwiegenheit verpflichtet habe.

Die Kirchberger Initiative "Runder Tisch Adelheid" beruft sich auf Informationen von Rehasan, wonach die Firma bereit gewesen wäre, den Betrieb zu übernehmen, wenn das DRK die Kosten für den Umbau des Adelheidstifts übernommen hätte. Nach Informationen von Bürgermeister Stefan Ohr hat es dagegen bei diesen Verhandlungen von keiner Seite ein konkretes Angebot gegeben.

Unterdessen hat der "Runde Tisch Adelheid" dem DRK in Stuttgart eine Petition für das Heim übergeben, die im Internet 2844 Menschen unterzeichnet hatten.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Überfall auf Tankstelle in Gerabronn

Am Mittwochabend ist eine Tankstelle in Gerabronn überfallen worden – von einem mit Pistole bewaffneten Täter. weiter lesen