Gaudi und Ökologie kombiniert

Die 27. Mostprämierung beim Stadtfeiertag 2013 war nur eine von vielen Aktionen des NABU Kirchberg, die der Vorsitzende Bruno Fischer bei der Hauptversammlung in großen Bildern präsentieren konnte.

|
75 Mostproben hat der NABU Kirchberg 2013 geprüft: (von rechts) Reinhold Kett, Marianne Göller-Ohr, Helmut Schumm und Frieder Kehl. Foto: Peter Hartig

An diesem Samstag, 22. Februar, wiederholt sich das beliebte Ritual bereits zum 28. Mal seit 1986. Spaß und Genuss kommen nicht zu kurz. Aber es steckte von Anfang an mehr hinter dieser Idee, die Ulrich Hartlieb und Bruno Fischer an passender Stelle erfolgreich umsetzten. Der selbst gemachte Apfel-Birnen-Most verlor mit den Jahren das Negativ-Image des "Arme-Leute-Getränks" und wurde zum prickelnden Hobby derer, die sich auch andere Getränke leisten konnten. "Unser Ziel, Mosttrinken wieder salonfähig zu machen, nach dem Motto ,Mosttrinker sind Naturschützer, haben wir erreicht", sagte Bruno Fischer: "Einen guten Most kann man nur machen, wenn man die alten Sorten unserer landschaftsprägenden Streuobstwiesen wieder nutzt und die Bäume pflegt und erhält." Viele in diesem Biotop lebende bedrohte Tiere und Pflanzen könnten so geschützt und für die junge Generation erlebbar gemacht werden.

Ganz am Anfang des Mitgliedertreffens des NABU in Kirchberg steht traditionell die Ehrung verdienter Mitstreiter, die dem Verein seit 30 Jahren die Treue halten. Der Vorsitzende konnte mit Urkunde und Ehrennadel drei Mitglieder auszeichnen. Markus Köhler, Michael Bierbaum und Stefan Cantré traten als Elfjährige 1984 in die Kinder- und Jugendgruppe des NABU ein und haben dem Verein bis heute die Treue gehalten. Das Trio beteiligte sich mit 14 Jahren erfolgreich am Schülerwettbewerb des Bundespräsidenten "Umwelt hat Geschichte". Ihre Gruppenarbeit "Veränderungen am Flussbett der Jagst zwischen Kirchberg und Eichenau in den letzten 160 Jahren" wurde 1987 mit Urkunde und Buchpreis von Bundespräsident Richard von Weizsäcker ausgezeichnet. Markus Köhler engagiert sich zudem seit 1984 mit seinem Bruder Manfred bei den regelmäßigen Altpapiersammlungen des NABU im Gemeindegebiet.

Für seine 35-jährige Jugendarbeit erhielt der NABU Kirchberg im März 2013 einen Landesnaturschutzpreis, der mit 1500 Euro dotiert war. Vorstandsmitglied Michael Hausser hatte die Jugendarbeit von 1978 bis heute dokumentiert und bei der Preisverleihung in Stuttgart präsentiert.

Bürgermeister Stefan Ohr bedankte sich beim Vereinsvorstand für die gute Zusammenarbeit und hob dabei besonders die im letzten Jahr fertiggestellte Schindelbach-Renaturierung beim Landhotel hervor. Diese war Ende 2012 von der ENBW Ostwürttemberg mit einer Spende von 500 Euro unterstützt worden. Uferbepflanzung und Blumenwiese haben den westlichen Ortsrand Kirchbergs verschönert und sind zum Biotop für Schmetterlinge und Libellen geworden.

Nach dem Kassenbericht von Manfred Köhler bescheinigte ihm Kassenprüfer Alfred Kauke eine tadellose Kassenverwaltung. Für die gute Kassenlage sorgen 409 Mitglieder durch ihren Jahresbeitrag und Aktionen wie Altpapiersammlungen (40 Tonnen 2013) und Glühmostverkauf. Für die erfolgreiche Mitgliederwerbung erhielt die Ortsgruppe vom Landesverband eine Urkunde und einen Warengutschein. Kauke fand gut, dass das Geld sinnvoll in Naturschutzmaßnahmen investiert werde: beim Schindelbachprojekt, für Elektrozäune bei der Beweidung von Schutzgebieten und für die Jugendarbeit.

Bei den Vorstandsneuwahlen wurden alle sieben Mitglieder einstimmig wiedergewählt: Vorsitzender bleibt Bruno Fischer, sein Stellvertreter Ulrich Hartlieb. Kassenwart ist weiterhin Manfred Köhler, Schriftführer Gerhard Mikenda. Als Beisitzer fungieren auch künftig Roland Roll, Michael Hausser und Manfred Mächnich.

Der alte und neue Vorsitzende Bruno Fischer sagte, der NABU-Vorstand habe eine ausführliche Stellungnahme zu den geplanten Windkraftanlagen zwischen der Autobahn 6 und dem Teilort Lendsiedel abgegeben. Sie befasse sich ausschließlich mit den negativen ökologischen Folgen des Eingriffs, besonders im Bereich der Seen nahe Lendsiedel und Dörrmenz.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Vandalismus: „Die Gesellschaft ist rücksichtsloser geworden“

Immer häufiger müssen die Baubetriebshofmitarbeiter ausrücken, um Folgen von Zerstörungswut in Crailsheim zu beseitigen. weiter lesen