Garde- und Schautänze sind in Bühlerzell das Sahnehäubchen

Gut vier Stunden Programmfasching - die können ganz schön kurz sein. Vor allem dann, wenn man sie beim Fasching in Bühlerzell erleben darf.

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Der Bühlerzeller Programmfasching hat seine Besonderheiten. Da sitzt man nicht vier Stunden lang am Tisch und konsumiert das Geschehen auf der Bühne, sondern wird selbst zum Teil des Geschehens. Nach jeder Vorstellung auf der Bühne bittet die Amadeus Band am Freitagabend zum Tanz. Die Zuschauer lassen sich nicht lange bitten, jedesmal ist die Tanzfläche voll. Das macht locker und man genießt die nächste Darbietung.

Eine Augenweide sind die Auftritte der Garden Rubin und Saphir. Bei den Mädels sitzt jeder Schritt, wenn sie in den Spagat fallen, scheint das mit größter Leichtigkeit zu gehen und die Choreographie überrascht mit immer neuen Körperbewegungen. Dazu ein bezauberndes Lächeln. Um den Nachwuchs brauchen sich die Bühlerzeller Jecken nicht zu sorgen: Die "Weltpremiere" der Funkengarde, wie das bestens aufeinander eingespielte Moderatorenteam Becker&Becker sie nennt, gelingt perfekt. Vor der Bühne sitzen auch ehemalige und aktive Gardetänzerinnen im Halbkreis, drücken die Daunen und klatschen mit. Immer wieder ist anerkennendes Kopfnicken auszumachen. Dann kommt tosender Applaus. Gut gemacht, Feuertaufe bestanden!

Es sind aber nicht nur die Mädchen, die leichtfüßig über die Bühne tänzeln. Dass können auch die aktiven Fußballer beim Showtanz mit ihrer Gefängnisnummer. Wenn sie ebenso Fußball spielen könnten, dann müsste den Gegnern gewiss schwindelig werden.

Noch einmal Showtanz: Die Bühnenbilder bei der Weltreise und der 60-er-Jahre-Revue passen, die Kostüme der Stewardessen der Bühlerzell Airlines und die Petticoats sitzen, die Ausstrahlung der Tänzerinnen erreicht auch die Gäste ganz hinten in der Rudolf-Mühleck-Halle. So etwas scheinen auch die Profis der Amadeus Band nicht alle Tage zu sehen. Sie klatschen mit.

Doch Tanz ist nur die eine Hälfte des Programms. Hinter der anderen Hälfte steckt ein Kopf, ohne den der Bühlerzeller Fasching nicht zu denken wäre: Erwin Funk. Er hat die Ideen für die Bühnenbilder, schreibt die Texte für die Hinterwälder Feuerwehrkapelle, hat den weltberühmten Zauberer Benno Gmeiner erfunden, spielt bei der Zellemer Guggafatzern Saxophon und zieht dann in seiner Paraderolle in der Schnitzelbank 22 kleinere und größere Missgeschicke der Bühlertanner genüsslich durch den Kakao.

"Wenn ich bis 23.30 Uhr nicht erwähnt werde, habe ich es geschafft", orakelt Jochen Pfitzer. Er hat Glück gehabt.

Ein Garant für Partystimmung sind die Guggafatzer. Über die Tische dürfen sie beim Einzug nicht mehr laufen, das hat der Bürgermeister verboten. Mit Pauken und Blasinstrumenten machen sie so viel Betrieb, dass es das Publikum von den Stühlen reißt. Die ungebremste Spielfreude springt über. Fetziger geht es nicht! Dreimal Bühlerzell Awa!

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