Fürstliche Gartentage: Männer haben’s gerne klein

In ein Meer aus bunten Farben und Düften sind die Besucher auch bei der 14. Auflage der Gartentage rund ums Langenburger Schloss eingetaucht.

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Unbepackt haben wohl die wenigsten den Heimweg von den Gartentagen angetreten.  Foto: 

Für jede Art von Gartengestaltung konnten die Heerscharen von Besuchern die geeignete Pflanzenauswahl samt passendem Dekoschmuck entdecken. Obwohl zumeist Paare und Familien das noch freundlich gewordene Spätsommerwetter für einen Bummel durch die fürstlichen Anlagen nutzten, waren es doch vornehmlich die Damen der Schöpfung, die länger an den Ständen verweilten und dann auch gerne zuschlugen. Mit einer großen Ausnahme: Am Bonsai-­Garten-Stand von Carmen und Dieter Maier aus Memmingen öffneten die Männer ihre Geldbeutel. Bonsai-Pflege sei ein „typisches Männergenre“, so Dieter Maier. Das Schneiden und Zurechtformen scheint etwas ganz tief drin im gärtelnden Kerl anzurühren.

„Kann man da am Preis noch was machen?“, fragte Jörg Mayer aus Heilbronn, der die Langenburger Gartentage seit deren Bestehen mit Frau und Tochter besucht und sich einen knorrig gewachsenen Mini-Feigenbaum ausgesucht hatte. Natürlich kann man – Carmen Maier kam dem langjährigen Stammkunden preislich gerne entgegen. Und der freute sich über das Prachtexemplar, das nun seine häusliche Bonsai-Sammlung ergänzt.

Wie bei vielen der Aussteller ist das gewerbliche Angebot aus einem langjährigen Hobby entstanden. „Seit 35 Jahren züchte ich Bonsais“, erzählte Carmen Maier. Vor 16 Jahren hat sie sich dann mit „Carmens Bonsai-Garten“ selbstständig gemacht, betreibt zu Hause ein Ladengeschäft und einen florierenden Internethandel und ist mit ihren Bonsais auf vielen Messen und Märkten unterwegs. Von selbst gezogenen einheimischen Bäumchen bis zu hochwertiger Importware aus China reicht ihr Angebot, sogar ganze Wäldchen in Miniaturformat sind darunter.

„Das bekommen Sie nicht im Baumarkt“, sagte die Bonsai-Expertin. Die dort angebotene Massenware stamme aus Korea und die jungen Bäumchen würden oben gekappt und unten gepfropft, um wie ein alter Baum zu wirken. Die Maiers verwenden nur in Gefäßen aufgezogene Jungpflanzen, bei denen man mindestens sechs Jahre warten muss, bis man die Äste beschneiden und so mit Draht umwickeln kann, dass die typische Form entsteht.

Auch die Karnivorengärtnerei von Mathias Maier aus Ludwigsburg ist aus seinem frühen Hobby hervorgegangen. Schon als Achtjähriger war er fasziniert von seiner Venusfliegenfalle. Inzwischen betreibt er eine in Fachkreisen geschätzte Spezial-Gärtnerei mit einem breiten Angebot an fleischfressenden Pflanzen aus aller Welt. Der sympathische junge Mann hat sich vornehmlich auf die Zucht winterharter Arten für den Garten verlegt. Alle Pflanzen werden von ihm selbst gezogen. Sie seien deshalb besonders kräftig und  robust, betonte er. Für manche Arten hat er sogar ein eigenes Zuchtprogramm entwickelt.

„Alles läuft ganz entspannt“, teilte derweil Hausherr Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg mit, während er eine Apfelholz-Plastik unter dem Arm trug, die er gerade bei einem Künstler im Remisenbau erworben hatte. Dann besprach er auf dem Verpflegungsgelände vor der Schloss-Brücke die letzten Vorbereitungen mit Serviceleiter Nicolas Valeisa vom Panorama-Catering-Team für den samstäglichen Grillabend im fürstlichen Privatgarten. Dort lädt das Langenburger Fürstenpaar schon traditionell alle Gartentage-Mitarbeiter zu gegrillten Wildschwein-Bratwürsten aus der hofeigenen Jagd ein.

Der Fürst erfreute sich am „gut durchgewechselten Angebot“ aus Stammanbietern und neu hinzugekommenen Ausstellern, die im ersten Jahr mit den etwas zögerlichen Hohenlohern manchmal etwas Geduld aufbringen müssten, aber dann oft im zweiten Jahr „überraschend leergekauft“ seien.

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