Fürsten-Forst wird Windpark - ENBW will 24 Windräder bauen

Der Langenburger Fürst Philipp steigt zusammen mit der ENBW ganz groß in das Geschäft mit der Windkraft ein: Der Stuttgarter Energiekonzern plant derzeit den Bau von 24 Windrädern im Brüchlinger Wald.

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Im Brüchlinger Wald bei Langenburg soll einer der derzeit größten Windparks im Land entstehen: Bis zu 24 Windräder plant die ENBW. Foto: dpa/Armin Weigel

Schon seit Jahrhunderten zählt ein Großteil des weitläufigen Waldgebiets nördlich von Langenburg zum Grundbesitz des Fürstenhauses. Als Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg im April 2012 einen Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen ENBW Erneuerbare Energien GmBH unterzeichnete, schossen vor allem in Langenburg wilde Spekulationen ins Kraut: Mal war von 40, mal sogar von 50 und mehr Windrädern im Brüchlinger Wald die Rede.

Die schiere Größe dieses Waldgebietes und seiner Potenzialflächen für die Windkraft verlockte offenbar zu derlei Mutmaßungen: Allein auf Langenburger Gemarkung gelten rund 570 Hektar des Forstes als rotortauglich, auf der benachbarten Gemarkung Blaufelden sind es noch 285 Hektar, während der Gerabronner Anteil an der Waldfläche nur bei 25 Hektar liegt.

Bei einem Info-Abend in der Remise des Schlosses legten jetzt Fürst Philipp und die ENBW recht früh die Karten auf den Tisch. Mit bis zu 24 Anlagen zählt der geplante Windpark freilich immer noch zu den größten Projekten dieser Art in Baden-Württemberg. Und es geht hier um eine Investition von rund 90 Millionen Euro - wobei sowohl der Windpark-Betreiber ENBW als auch Fürst Philipp für eine Bürgerbeteiligung und Flächenpools für weitere Grundbesitzer in diesem Gebiet offen sind.

Dirk Güsewell, Geschäftsführer der ENBW-Tochter, kam höchstpersönlich nach Langenburg - zusammen mit den Projektmanagern Josef Miller und Andreas Schick, die auf ihrer Agenda in Sachen Windpark noch etliche offene Fragen haben. So rechnen die Projektentwickler damit, dass zwei Windräder nahe des Jagsttales einer Hubschrauber-Tiefflugstrecke der Bundeswehr im Wege stehen könnten.

"Von allen Ecken und Enden her sind noch Einschränkungen denkbar", wie Fürst Philipp das derzeitige Stadium der Planung beschrieb, an deren Ende durchaus auch deutlich weniger als 24 Windräder stehen könnten.

Für den Chef des Hauses Hohenlohe-Langenburg ist es aber "völlig undenkbar", fürstlichen Grund jenseits der Jagst ebenfalls mit Windrädern bestücken zu lassen. Davor warnte auch der Langenburger Stadtrat Wolfgang Maier: "Wenn die Balkonseite von Langenburg weiter mit Rotoren zugepflastert wird, dann gibt es richtig Ärger."

Der Kommunalpolitiker meinte den tourismusfördernden Blick vom Schloss gen Südwesten, der schon jetzt von zwei Windrädern getrübt wird. Nördlich von Zottishofen sind aber schon vier neue Windräder geplant - weshalb Maier an die Nachbargemeinde Braunsbach appellierte, "nicht so nahe an die Grenze bauen zu lassen".

Ein Bürger sorgte sich umgekehrt um den Anblick der Langenburger Schokoladenseite aus Richtung Nesselbach. Noch ist aber unklar, ob sich im Hintergrund der Fürstenresidenz tatsächlich ein Wall aus Windrädern auftürmen könnte.

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